1 Tag Vor Klassenfahrt Krank
Oh je, der Tag vor der Klassenfahrt! Ein Tag, der eigentlich voller Vorfreude, Kribbeln im Bauch und letzter Vorbereitungen sein sollte. Ein Tag, an dem man mit seinen besten Freunden die coolsten Snacks für die Busfahrt packt, die Musik-Playlist finalisiert und die Witze übt, die man dem Lehrer erzählen will. Ein Tag, der unvergesslich werden sollte. Aber was, wenn dieser Tag mit einem dicken, fetten "K" für Krankheit beginnt?
Genau das ist mir passiert, als ich in der 8. Klasse auf unsere lang ersehnte Fahrt nach Berlin fieberte. Wochenlang hatten wir geplant, gebastelt, gespart. Berlin! Die Hauptstadt! Brandenburger Tor, Reichstag, Museumsinsel – alles wartete darauf, von uns erobert zu werden. Ich hatte mir sogar ein neues Paar Sneaker gekauft, extra für die langen Spaziergänge durch die Stadt. Und dann, am Abend vor dem großen Tag, fing es an: Ein Kratzen im Hals, gefolgt von einem dumpfen Gefühl in der Nase. Ich schob es noch auf die Aufregung, trank einen heißen Tee und hoffte, dass ich am nächsten Morgen fit sein würde.
Der Albtraum beginnt
Die Nacht war grausam. Ich wachte schweißgebadet auf, mein Kopf dröhnte und mein Hals fühlte sich an wie mit Schmirgelpapier bearbeitet. Fieberthermometer! Die Anzeige schockierte mich: 38,5 Grad. Der absolute Horror! Die Klassenfahrt hing an einem seidenen Faden, nein, sie war vermutlich schon gerissen. Tränen stiegen mir in die Augen. Nicht nur wegen des Schmerzes, sondern vor allem wegen der Enttäuschung.
Ich schleppte mich ins Badezimmer und blickte in den Spiegel. Ein blasses, leidendes Gesicht starrte mich an. Meine Augen waren rot und verquollen. Ich sah aus wie ein Zombie, nicht wie eine Berlin-Entdeckerin. Der Anblick war deprimierend.
Meine Mutter war natürlich sofort zur Stelle, als sie mich so sah. Mitfühlend legte sie mir die Hand auf die Stirn und bestätigte meinen Verdacht: "Du bleibst zu Hause, mein Schatz. Das geht gar nicht." Ich flehte sie an, mich trotzdem mitfahren zu lassen, versprach brav zu sein und mich zu schonen. Aber sie blieb hart. Verständlicherweise. Keiner will einen kranken Mitschüler auf einer Klassenfahrt haben, der die ganze Gruppe anstecken könnte.
Also lag ich da, im Bett, während meine Klasse sich auf den Weg nach Berlin machte. Ich hörte das Rattern des Busses in meiner Fantasie, sah meine Freunde am Fenster sitzen, lachend und aufgeregt. Und ich? Ich lag mit Rotz und Tränen im Gesicht unter meiner Decke und fühlte mich elend.
Was tun, wenn der Zug abgefahren ist?
Die nächsten Tage waren hart. Ich verfolgte die Klassenfahrt über die WhatsApp-Gruppe und wurde von jedem Foto, jedem Video, jeder Anekdote noch ein bisschen trauriger. Ich sah, wie meine Freunde Selfies vor dem Brandenburger Tor machten, Currywurst aßen und im Hard Rock Cafe posierten. Und ich lag im Bett und hustete. Es war zum Verrücktwerden!
Aber irgendwann, als das Fieber endlich sank und der Husten nachließ, begann ich, die Situation anzunehmen. Es brachte ja nichts, sich weiter zu grämen. Ich musste das Beste daraus machen.
Hier sind ein paar Tipps, was man tun kann, wenn man den Tag vor der Klassenfahrt krank wird:
1. Akzeptanz ist der erste Schritt
Klingt blöd, ist aber so. Es ist passiert. Du bist krank. Du kannst nichts mehr ändern. Akzeptiere die Situation und versuche, dich nicht zu sehr hineinzusteigern. Je schneller du das tust, desto besser.
2. Ablenkung ist alles
Lenk dich ab! Schau deine Lieblingsfilme, lies ein gutes Buch, spiel ein Videospiel. Hauptsache, du denkst nicht die ganze Zeit an die Klassenfahrt. Ich habe damals stundenlang Harry Potter gelesen und mir vorgestellt, ich wäre in Hogwarts. Das hat geholfen.
3. Kontaktiere deine Freunde
Schreibe mit deinen Freunden, die auf Klassenfahrt sind. Frage sie, was sie erlebt haben, lass dir Fotos schicken. So bist du wenigstens ein bisschen dabei, auch wenn du nicht vor Ort bist. Aber Vorsicht: Es kann auch wehtun, also übertreibe es nicht.
4. Plane deine eigene kleine "Ersatz-Reise"
Organisiere dir etwas Schönes für die Zeit, in der deine Klasse weg ist. Vielleicht ein Ausflug mit deiner Familie, ein Besuch bei deiner Oma oder einfach ein entspannter Tag zu Hause mit deinen Lieblingsbeschäftigungen. So hast du etwas, worauf du dich freuen kannst.
5. Nutze die Zeit für dich selbst
Eine unerwartete Auszeit kann auch etwas Gutes sein. Nutze die Zeit, um dich zu entspannen, dich zu erholen und neue Energie zu tanken. Vielleicht entdeckst du ein neues Hobby oder hast endlich Zeit für Dinge, die du schon lange machen wolltest.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass meine verpasste Berlin-Fahrt zwar eine riesige Enttäuschung war, aber auch eine wichtige Lektion. Ich habe gelernt, mit unerwarteten Rückschlägen umzugehen, das Beste aus schwierigen Situationen zu machen und die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Und wisst ihr was? Ich habe Berlin trotzdem noch gesehen. Ein paar Jahre später, mit meiner Familie. Und es war wunderschön.
Das Happy End (oder so ähnlich)
Als meine Klasse von der Klassenfahrt zurückkam, war ich natürlich gespannt auf die Erzählungen. Sie berichteten von ihren Erlebnissen, zeigten mir Fotos und brachten mir sogar ein kleines Souvenir mit: Einen Miniatur-Fernsehturm aus Plastik. Eine nette Geste, die mich sehr gefreut hat.
Aber das Beste war, dass wir kurz darauf eine kleine "Wiederholungstäter"-Aktion gestartet haben. Ein paar meiner engsten Freunde und ich haben beschlossen, einen Tag in unserer eigenen Stadt zu verbringen und all die Dinge zu tun, die wir in Berlin verpasst hatten: Wir haben Sehenswürdigkeiten besichtigt, Currywurst gegessen und im Park abgehangen. Es war zwar nicht dasselbe wie Berlin, aber es war trotzdem ein toller Tag, an dem wir viel gelacht und Spaß gehabt haben.
Und so wurde aus dem Tag vor der Klassenfahrt, der mit Krankheit und Enttäuschung begann, letztendlich eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und die Fähigkeit, aus jeder Situation das Beste zu machen. Vielleicht sogar eine bessere Geschichte als die, die ich in Berlin erlebt hätte.
Also, liebe Reisefreunde, lasst euch nicht entmutigen, wenn das Leben euch einen Strich durch die Rechnung macht. Manchmal eröffnen sich dadurch ganz neue, unerwartete Wege. Und wer weiß, vielleicht führt euch dieser Weg ja sogar zu einem noch größeren Abenteuer.
Bleibt gesund und reiselustig!
P.S.: Und denkt dran, immer eine extra Packung Taschentücher einzupacken – man weiß ja nie!
