2 Mal Krank In Der Probezeit
Ach du liebe Zeit, meine Lieben! Ihr kennt mich ja, immer auf Achse, immer unterwegs, immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Aber was ich euch heute erzähle, hat weniger mit sonnigen Stränden und historischen Ruinen zu tun, sondern mehr mit dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens, der einen auch auf Reisen einholen kann: Krankheit. Und dann noch doppelt während der Probezeit in einem neuen Job in Deutschland! Ja, ihr habt richtig gelesen, zweimal krank in der Probezeit. Eine Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte, weil sie nicht nur meine eigene ist, sondern auch einiges über das deutsche Arbeitsrecht und die berüchtigte Bürokratie verrät, die einen manchmal ganz schön ins Schwitzen bringen kann.
Fangen wir von vorne an. Ich hatte endlich einen Job gefunden, der mir Spaß machte und der mich meinen Reisetraum einen Schritt näher brachte. Ein Job in einer kleinen Agentur, die sich auf nachhaltigen Tourismus spezialisiert hat. Klingt perfekt, oder? War es auch… bis mich die Realität einholte. Die Probezeit, diese gefürchteten ersten sechs Monate, in denen man sich beweisen muss, in denen jeder Fehler wie ein Elefant im Porzellanladen wirkt. Und dann kam sie, die erste Erkältung. Dicke Nase, kratzender Hals, das volle Programm. Typisch Herbst in Deutschland. Ich dachte mir noch nichts dabei. Ein paar Tage auskurieren, und dann bin ich wieder fit. Aber Pustekuchen!
Ich schleppte mich also ins Büro, mit dem festen Vorsatz, tapfer durchzuhalten. Ich wollte ja schließlich einen guten Eindruck machen. Aber es ging einfach nicht. Der Husten wurde schlimmer, das Fieber stieg, und ich fühlte mich einfach nur elend. Also doch zum Arzt. Und der stellte fest: Bronchitis! Zwangspause. Mein erster Gedanke war Panik. Probezeit! Was würden meine neuen Kollegen denken? Würde ich meinen Job verlieren?
Ich rief meinen Chef an, erklärte die Situation und entschuldigte mich tausendmal. Er war überraschend verständnisvoll. Er wünschte mir gute Besserung und sagte, ich solle mich bloß auskurieren. Er betonte aber auch, dass es wichtig sei, die Krankmeldung pünktlich einzureichen. Aha, Bürokratie lässt grüßen. Also ab zur Apotheke, die Krankmeldung besorgen und schnellstens an die Krankenkasse und den Arbeitgeber schicken. Das war der erste Akt meines kleinen Krankheitsdramas. Und ich muss sagen, in diesem Moment war ich heilfroh, dass ich mich in Deutschland auskannte, zumindest was das Gesundheitssystem betrifft. Ich hatte nämlich schon von einigen Reisenden gehört, die in ähnlichen Situationen völlig überfordert waren. Deshalb mein Tipp: Informiert euch vorab über die wichtigsten Regeln und Vorschriften im Gastland, gerade wenn es um Gesundheit und Arbeit geht!
Nach einer Woche war ich wieder fit genug, um zu arbeiten. Ich war erleichtert und freute mich darauf, wieder durchzustarten. Alles schien gut zu werden. Ich holte die verlorene Zeit auf, engagierte mich und fühlte mich immer wohler in meinem neuen Job. Aber dann, ihr ahnt es schon, kam der zweite Schlag. Nur ein paar Wochen später. Diesmal erwischte es mich mit voller Wucht: eine fiese Magen-Darm-Grippe. Und zwar so richtig, mit allem, was dazugehört. Ich konnte nicht mal aufstehen, geschweige denn arbeiten. Der Horror! Nicht schon wieder, dachte ich. Nicht in der Probezeit!
Wieder der Anruf beim Chef, wieder die Entschuldigungen, wieder die Krankmeldung. Diesmal war ich noch panischer als beim ersten Mal. Zwei Mal krank in so kurzer Zeit – das konnte doch nicht gutgehen! Ich malte mir schon die schlimmsten Szenarien aus: Jobverlust, Ruin, zurück nach Hause mit hängenden Ohren. Aber auch diesmal war mein Chef erstaunlich ruhig. Er sagte, er verstehe, dass man krank werden kann, und dass es wichtig sei, sich auszukurieren. Aber er betonte auch, dass zwei Krankheitsphasen in der Probezeit natürlich nicht ideal seien und dass er sich wünsche, dass ich bald wieder fit sei. Ein kleines bisschen Druck war also schon dabei, aber immerhin kein Rausschmiss. Puh!
Die Magen-Darm-Grippe war wirklich übel. Ich lag tagelang flach und konnte kaum etwas essen. Aber ich nutzte die Zeit, um mich zu informieren. Ich las alles, was ich über die Probezeit und die Rechte von Arbeitnehmern in Deutschland finden konnte. Und ich lernte eine Menge. Zum Beispiel, dass eine Krankheit in der Probezeit nicht automatisch zur Kündigung führt. Der Arbeitgeber muss schon einen triftigen Grund haben, um einen zu entlassen. Und eine bloße Krankheit ist in der Regel kein solcher Grund. Aber natürlich kann die Krankheit das Vertrauensverhältnis belasten, gerade wenn sie häufig auftritt. Und das war ja bei mir der Fall.
Was habe ich gelernt?
Diese Erfahrung war für mich eine wertvolle Lektion. Nicht nur in Bezug auf das deutsche Arbeitsrecht, sondern auch in Bezug auf meine eigene Gesundheit und meine Einstellung zur Arbeit. Hier ein paar Punkte, die ich aus dieser Geschichte mitgenommen habe:
1. Gesundheit geht vor
Klingt banal, ist aber wahr. Gerade wenn man neu in einem Job ist, neigt man dazu, sich zu überanstrengen und die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Aber das rächt sich irgendwann. Deshalb ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören und sich rechtzeitig auszuruhen. Auch wenn es schwerfällt.
2. Kommunikation ist alles
Offene und ehrliche Kommunikation mit dem Arbeitgeber ist entscheidend. Wenn man krank ist, sollte man das so schnell wie möglich mitteilen und sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten. Und wenn man das Gefühl hat, dass man überfordert ist, sollte man das auch ansprechen. Ein guter Chef wird das verstehen und versuchen, eine Lösung zu finden.
3. Informiert euch über eure Rechte
Gerade in der Probezeit ist es wichtig, seine Rechte zu kennen. Informiert euch über die gesetzlichen Bestimmungen und lasst euch im Zweifelsfall von einem Anwalt beraten. Es gibt auch viele Beratungsstellen, die kostenlose Hilfe anbieten. Wichtig: Keine Angst vor dem Gang zum Anwalt! Es geht um eure Rechte und eure Zukunft.
4. Bürokratie ist dein Freund (oder Feind)
Die deutsche Bürokratie kann einem manchmal den letzten Nerv rauben. Aber sie ist auch dazu da, um uns zu schützen. Deshalb ist es wichtig, alle Formulare und Fristen einzuhalten. Auch wenn es lästig ist. Und wenn man etwas nicht versteht, sollte man fragen. Lieber einmal zu viel fragen als einmal zu wenig.
Wie ging die Geschichte aus? Nun, ich habe die Probezeit überstanden. Mein Chef war letztendlich zufrieden mit meiner Arbeit, und ich habe gelernt, besser auf meine Gesundheit zu achten. Ich arbeite immer noch in der Agentur und liebe meinen Job. Und ich habe auch gelernt, dass man sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen darf. Das Leben ist wie eine Reise: Es gibt immer wieder holprige Straßen, aber am Ende lohnt es sich immer.
Mein Fazit: Lasst euch nicht unterkriegen, meine Lieben! Auch wenn das Leben euch mal Steine in den Weg legt. Bleibt positiv, informiert euch und kämpft für eure Träume. Und vergesst nicht: Gesundheit geht vor! In diesem Sinne: Gute Reise und bleibt gesund!
Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Packt immer ausreichend Desinfektionsmittel und Taschentücher ein! Man weiß ja nie…
