page hit counter

4 Schritte Pflegeprozess Nach Who


4 Schritte Pflegeprozess Nach Who

Der Pflegeprozess nach WHO ist ein systematischer Ansatz zur Planung und Durchführung von Pflege. Er dient dazu, die Pflegebedürfnisse von Menschen zu erkennen, individuelle Pflegeziele festzulegen, geeignete Maßnahmen zu planen und deren Wirksamkeit zu überprüfen. Obwohl die WHO selbst keinen spezifischen, standardisierten "4-Schritte-Pflegeprozess" definiert hat, lassen sich die grundlegenden Prinzipien der WHO-Richtlinien und Empfehlungen in einen solchen vereinfachten Rahmen integrieren. Dieser Artikel erläutert die vier wesentlichen Schritte, die auf den Kernprinzipien der WHO basieren, und bietet einen praktischen Leitfaden für die Anwendung im Pflegealltag.

Schritt 1: Pflegeassessment (Pflegebedarfserhebung)

Der erste und grundlegende Schritt ist die umfassende Pflegebedarfserhebung, oft auch als Pflegeassessment bezeichnet. Hierbei geht es darum, ein detailliertes Bild der aktuellen Situation des Pflegebedürftigen zu erhalten. Dies beinhaltet mehr als nur die reine Erfassung von Krankheitssymptomen. Vielmehr soll ein ganzheitliches Verständnis der Person entwickelt werden, einschließlich ihrer physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse.

Was beinhaltet das Pflegeassessment?

Das Pflegeassessment umfasst eine Vielzahl von Informationen:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte, inklusive aktueller Beschwerden, Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente und Operationen. Es ist wichtig, sowohl den Pflegebedürftigen selbst als auch gegebenenfalls Angehörige oder Betreuer zu befragen, um ein umfassendes Bild zu erhalten.
  • Körperliche Untersuchung: Beobachtung und Erfassung von Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Temperatur, Atmung), Hautzustand, Ernährungszustand, Mobilität, Ausscheidung und sensorischen Fähigkeiten.
  • Psychosoziale Situation: Erfassung der psychischen Verfassung (z.B. Stimmung, Angst, Depression), sozialer Kontakte, Wohnsituation, finanzieller Situation und eventuell vorhandener Belastungen.
  • Funktionale Fähigkeiten: Beurteilung der Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten selbstständig auszuführen (z.B. Körperpflege, Anziehen, Essen, Trinken, Toilettengang, Mobilität). Hierbei werden auch eventuelle Hilfsmittel und deren Nutzung erfasst.
  • Kognitive Fähigkeiten: Beurteilung der kognitiven Leistungsfähigkeit (z.B. Orientierung, Gedächtnis, Aufmerksamkeit).
  • Spirituelle Bedürfnisse: Berücksichtigung der religiösen oder spirituellen Überzeugungen und Bedürfnisse des Pflegebedürftigen.

Wichtig: Das Pflegeassessment sollte kontinuierlich erfolgen und an Veränderungen im Zustand des Pflegebedürftigen angepasst werden. Es ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein fortlaufender Prozess.

Methoden der Datenerhebung: Zur Durchführung des Pflegeassessments stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Beobachtung: Die Beobachtung des Pflegebedürftigen in verschiedenen Situationen liefert wertvolle Informationen über seine Fähigkeiten und Einschränkungen.
  • Gespräche: Sowohl das Gespräch mit dem Pflegebedürftigen selbst als auch mit Angehörigen oder Betreuern ist essenziell, um Informationen zu sammeln und ein umfassendes Bild zu erhalten.
  • Standardisierte Assessments: Es gibt eine Vielzahl von standardisierten Assessments, die zur objektiven Erfassung bestimmter Aspekte (z.B. Sturzrisiko, Schmerzintensität, Depressionsgrad) eingesetzt werden können.
  • Körperliche Untersuchung: Die körperliche Untersuchung dient dazu, objektive Daten über den physischen Zustand des Pflegebedürftigen zu erheben.
  • Dokumentensichtung: Die Einsicht in vorhandene medizinische Dokumente (z.B. Arztberichte, Pflegeberichte) kann wertvolle Informationen liefern.

Schritt 2: Pflegeplanung (Festlegung von Pflegezielen und Maßnahmen)

Auf Basis des erhobenen Pflegebedarfs erfolgt die Pflegeplanung. Hierbei werden individuelle Pflegeziele formuliert und geeignete Pflegemaßnahmen geplant, um diese Ziele zu erreichen. Die Pflegeplanung sollte immer in Zusammenarbeit mit dem Pflegebedürftigen (soweit möglich) und seinen Angehörigen erfolgen, um sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen den Wünschen und Bedürfnissen entsprechen.

Was beinhaltet die Pflegeplanung?

  • Formulierung von Pflegezielen: Die Pflegeziele sollten SMART formuliert sein: Spezifisch, Messbar, Attraktiv (oder Akzeptabel), Realistisch und Terminiert. Das bedeutet, dass die Ziele klar und präzise formuliert sein müssen, dass sie messbar sein müssen, damit der Fortschritt überprüft werden kann, dass sie für den Pflegebedürftigen attraktiv oder zumindest akzeptabel sein müssen, dass sie realistisch erreichbar sein müssen und dass ein Zeitrahmen für die Zielerreichung festgelegt werden muss.
  • Auswahl geeigneter Pflegemaßnahmen: Die Auswahl der Pflegemaßnahmen sollte auf dem aktuellen Stand des Wissens basieren und die individuellen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen berücksichtigen. Es ist wichtig, sowohl pflegerische, medizinische als auch psychosoziale Aspekte zu berücksichtigen.
  • Festlegung der Verantwortlichkeiten: Es muss klar festgelegt werden, wer für die Durchführung der einzelnen Pflegemaßnahmen verantwortlich ist (z.B. Pflegekräfte, Angehörige, Therapeuten).
  • Dokumentation der Pflegeplanung: Die Pflegeplanung muss sorgfältig dokumentiert werden, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten über die geplanten Maßnahmen informiert sind und dass der Fortschritt verfolgt werden kann.

Beispiele für Pflegeziele und Maßnahmen:

Pflegeziel: Der Patient kann innerhalb von zwei Wochen wieder selbstständig 100 Meter ohne Hilfsmittel gehen.

Pflegemaßnahmen: Physiotherapie, Gangtraining, Anpassung des Wohnumfelds, Unterstützung bei der Mobilisation.

Pflegeziel: Der Patient fühlt sich psychisch stabiler und weniger ängstlich.

Pflegemaßnahmen: Gespräche mit einer Psychologin, Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, Entspannungstechniken, Unterstützung durch Angehörige.

Schritt 3: Durchführung der Pflege (Intervention)

In diesem Schritt werden die in der Pflegeplanung festgelegten Pflegemaßnahmen umgesetzt. Es ist entscheidend, dass die Durchführung der Pflege fachgerecht und respektvoll erfolgt. Die Bedürfnisse und Wünsche des Pflegebedürftigen müssen stets im Mittelpunkt stehen. Die Kommunikation mit dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen ist während der Durchführung der Pflege von großer Bedeutung.

Was beinhaltet die Durchführung der Pflege?

  • Umsetzung der Pflegemaßnahmen: Die geplanten Pflegemaßnahmen werden gemäß der Pflegeplanung durchgeführt.
  • Beobachtung und Dokumentation: Während der Durchführung der Pflege werden die Reaktionen des Pflegebedürftigen auf die Maßnahmen beobachtet und dokumentiert.
  • Anpassung der Pflege: Bei Bedarf wird die Pflegeplanung an die veränderte Situation des Pflegebedürftigen angepasst.
  • Kommunikation: Die Kommunikation mit dem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen ist essenziell, um sicherzustellen, dass die Pflege den Bedürfnissen entspricht und um Vertrauen aufzubauen.

Wichtige Aspekte bei der Durchführung der Pflege:

  • Fachgerechtigkeit: Die Pflegemaßnahmen müssen fachgerecht und nach dem aktuellen Stand des Wissens durchgeführt werden.
  • Respekt: Der Pflegebedürftige muss mit Respekt und Würde behandelt werden.
  • Individualität: Die Pflege muss an die individuellen Bedürfnisse des Pflegebedürftigen angepasst werden.
  • Partizipation: Der Pflegebedürftige sollte so weit wie möglich in die Pflege einbezogen werden.
  • Sicherheit: Die Sicherheit des Pflegebedürftigen muss gewährleistet werden.

Schritt 4: Evaluation der Pflege (Bewertung und Anpassung)

Der letzte Schritt im Pflegeprozess ist die Evaluation der Pflege. Hierbei wird überprüft, ob die festgelegten Pflegeziele erreicht wurden und ob die gewählten Pflegemaßnahmen wirksam waren. Die Ergebnisse der Evaluation dienen dazu, die Pflegeplanung gegebenenfalls anzupassen und die Qualität der Pflege kontinuierlich zu verbessern. Diese Phase ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Pflege nicht nur durchgeführt, sondern auch effektiv ist und den Bedürfnissen des Patienten entspricht.

Was beinhaltet die Evaluation der Pflege?

  • Überprüfung der Zielerreichung: Es wird überprüft, ob die in der Pflegeplanung festgelegten Ziele erreicht wurden.
  • Bewertung der Wirksamkeit der Pflegemaßnahmen: Es wird bewertet, ob die gewählten Pflegemaßnahmen zur Zielerreichung beigetragen haben.
  • Erfassung von Feedback: Das Feedback des Pflegebedürftigen, seiner Angehörigen und der Pflegekräfte wird erfasst und berücksichtigt.
  • Anpassung der Pflegeplanung: Bei Bedarf wird die Pflegeplanung an die Ergebnisse der Evaluation angepasst.

Methoden der Evaluation:

  • Beobachtung: Die Beobachtung des Pflegebedürftigen liefert Informationen über seine Fortschritte und eventuelle Schwierigkeiten.
  • Gespräche: Gespräche mit dem Pflegebedürftigen, seinen Angehörigen und den Pflegekräften geben Einblick in ihre Erfahrungen und Meinungen.
  • Messinstrumente: Standardisierte Messinstrumente können eingesetzt werden, um objektive Daten über den Zustand des Pflegebedürftigen zu erheben.
  • Dokumentation: Die Dokumentation der Pflege liefert Informationen über den Verlauf der Pflege und die Ergebnisse der Pflegemaßnahmen.

Beispiele für Fragen zur Evaluation:

  • Wurden die Pflegeziele erreicht?
  • Hat sich der Zustand des Pflegebedürftigen verbessert?
  • Ist der Pflegebedürftige zufrieden mit der Pflege?
  • Gibt es Verbesserungspotenzial?
  • Sind die Pflegemaßnahmen effektiv?

Kontinuierlicher Prozess: Die Evaluation der Pflege ist kein einmaliger Vorgang, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Pflegeplanung muss regelmäßig überprüft und angepasst werden, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Bedürfnissen des Pflegebedürftigen entspricht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Pflegeprozess nach WHO, hier vereinfacht in vier Schritten dargestellt, ein wertvolles Werkzeug ist, um eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Pflege sicherzustellen. Durch die systematische Erfassung des Pflegebedarfs, die individuelle Planung von Pflegezielen und Maßnahmen, die fachgerechte Durchführung der Pflege und die kontinuierliche Evaluation der Ergebnisse kann die Lebensqualität des Pflegebedürftigen verbessert und seine Selbstständigkeit gefördert werden. Die aktive Einbeziehung des Pflegebedürftigen und seiner Angehörigen ist dabei ein Schlüsselfaktor für den Erfolg.

4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflege-Prozess - Pflegedienst Lutermann & Bister
www.gute-pflege.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeplanung schreiben | Deutsches Medizinrechenzentrum
www.dmrz.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Unser Pflegeprozess - Qualität und Lösungen
pflegedienst-werkmeister.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegedokumentationssoftware für Krankenhäuser - apenio
www.apenio.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegedienst Kyros | Pflegeprozess
pflegedienst-kyros-koeln.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeprozess-Karteikarten | Quizlet
quizlet.com
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who SIS Pflege: Mehr Zeit fürs Wesentliche durch digitale Pflegedokumentation
www.d-velop.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Datei:Cdaepb pflegeprozess.png – Hl7wiki
wiki.hl7.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeprozess by Hemma Pfeifi on Prezi
prezi.com
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who stationaer:fachwissen:pflegeprozess []
anleitung.pflege-zeit.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier | Medi-Karriere
www.medi-karriere.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflege prozesshaft gestalten Kap. 5 – Tafakari
tafakari.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegekonzept - care4you – die Pflegepartner
pflege-ahaus.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeplanung schreiben | Deutsches Medizinrechenzentrum
www.dmrz.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Darstellung des 6-phasigen und 4-phasigen Pflegeprozesses
www.pinterest.nz
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeprozess Flashcards | Quizlet
quizlet.com
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeprozess | Pflegerio
www.pflegerio.de
4 Schritte Pflegeprozess Nach Who Pflegeprozess Flashcards | Quizlet
quizlet.com

ähnliche Beiträge: