5 Axiome Watzlawick übungen Pdf
Ach, die Kommunikationswissenschaft! Klingt vielleicht erstmal nach staubigen Büchern und komplizierten Theorien, aber lasst mich euch sagen: Dahinter verbirgt sich ein Schatz an Erkenntnissen, die unser tägliches Leben bereichern können. Und einer der ganz Grossen in diesem Feld war Paul Watzlawick. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Kontakt mit seinen fünf Axiomen. Es war während eines interkulturellen Kommunikationsseminars vor meiner grossen Reise nach Südostasien. Ich war aufgeregt und ein bisschen überfordert von der Vorstellung, mich in fremden Kulturen zurechtzufinden. Und dann, BAMM!, kamen Watzlawicks Axiome wie eine Offenbarung. Sie gaben mir einen Rahmen, um Kommunikation besser zu verstehen – nicht nur in anderen Ländern, sondern auch zu Hause, mit Freunden und Familie.
Und weil ich weiss, wie wertvoll diese Erkenntnisse sind, möchte ich euch heute meine persönlichen Lieblingsübungen zu den fünf Axiomen von Paul Watzlawick vorstellen. Keine trockenen Vorlesungen, versprochen! Sondern praktische, spielerische Ansätze, die ihr ganz einfach in euren Alltag integrieren könnt. Und das Beste: Ihr braucht dafür kein PDF zum Herunterladen. Alles, was ihr braucht, ist ein bisschen Neugierde und die Bereitschaft, euch selbst und eure Kommunikation zu hinterfragen.
Axiom 1: Man kann nicht nicht kommunizieren.
Dieses Axiom ist der Knaller! Es besagt, dass jede Verhaltensweise eine Form der Kommunikation ist. Selbst Schweigen, Wegschauen oder eine bestimmte Körperhaltung senden Botschaften aus. Und genau hier liegt die erste Übung:
Übung 1: Der Beobachter
Nehmt euch eine Stunde Zeit und beobachtet Menschen an einem öffentlichen Ort – im Café, im Park, in der U-Bahn. Achtet dabei nicht nur auf das, was gesagt wird, sondern vor allem auf die nonverbale Kommunikation. Wie stehen die Menschen zueinander? Welche Mimik und Gestik zeigen sie? Welche Botschaften transportieren sie durch ihre Kleidung oder ihr Verhalten? Notiert eure Beobachtungen und versucht, die zugrunde liegenden Emotionen und Beziehungen zu interpretieren. Diese Übung schärft euren Blick für die subtilen Botschaften, die wir ständig aussenden und empfangen.
Ich habe das mal in einem kleinen Café in Rom gemacht. Ein älteres Ehepaar sass am Nachbartisch. Sie sagten kaum ein Wort, aber die Art, wie er ihre Hand hielt und sie ihm zulächelte, erzählte eine Geschichte von tiefer Verbundenheit und langjähriger Liebe. Es war faszinierend!
Axiom 2: Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.
Das bedeutet, dass es bei jeder Kommunikation nicht nur darum geht, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird und welche Beziehung die Kommunikationspartner zueinander haben. Der Beziehungsaspekt bestimmt, wie die Botschaft interpretiert wird.
Übung 2: Die Rollenspiel-Variationen
Wählt eine einfache Aussage, zum Beispiel: "Das Essen ist fertig." Spielt diese Aussage in verschiedenen Rollen durch: als genervte Mutter zum Teenager, als liebevoller Partner zum Partner, als gestresster Chef zum Mitarbeiter. Achtet darauf, wie sich die nonverbale Kommunikation und der Tonfall verändern und wie sich dadurch die Bedeutung der Aussage wandelt. Diese Übung verdeutlicht, wie der Beziehungsaspekt den Inhalt überlagert und die Kommunikation beeinflusst.
Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich diese Übung mit meiner Familie gemacht habe. Dieselbe Aussage, aber ausgesprochen von meiner Mutter mit einem liebevollen Lächeln oder von meinem Vater mit einem strengen Blick – es waren Welten dazwischen!
Axiom 3: Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktion der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
Dieses Axiom beschreibt, dass wir Kommunikationsabläufe subjektiv strukturieren und interpretieren. Jeder Partner setzt einen Anfangspunkt und sieht sich als Reaktion auf das Verhalten des anderen. Dies kann zu Missverständnissen und Konflikten führen, wenn die Partner die Interpunktion unterschiedlich setzen.
Übung 3: Der Streit-Analysator
Denkt an einen Streit, den ihr kürzlich mit jemandem hattet. Versucht, den Kommunikationsablauf aus eurer Sicht und aus der Sicht des anderen zu rekonstruieren. Wo habt ihr den Anfangspunkt gesetzt? Was habt ihr als Ursache und was als Wirkung interpretiert? Diese Übung hilft euch, die subjektive Natur der Interpunktion zu erkennen und die Perspektive des anderen besser zu verstehen.
Nach einem heftigen Streit mit einem Freund habe ich diese Übung gemacht. Ich erkannte, dass wir beide den jeweils anderen für den Auslöser des Streits hielten. Durch die Analyse des Kommunikationsablaufs konnten wir unsere unterschiedlichen Perspektiven verstehen und den Konflikt schliesslich lösen.
Axiom 4: Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten.
Digitale Kommunikation umfasst Sprache und Logik, während analoge Kommunikation nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Tonfall beinhaltet. Die erfolgreiche Kommunikation erfordert ein Zusammenspiel beider Modalitäten.
Übung 4: Der Emoticon-Entschlüssler
Schreibt eine kurze Nachricht, die sowohl digitale als auch analoge Elemente enthält. Nutzt dafür Emojis, Smileys und andere visuelle Elemente. Versucht, die Botschaft ausschliesslich durch diese visuellen Elemente zu vermitteln, ohne Worte zu verwenden. Lasst dann eine andere Person die Botschaft interpretieren. Diese Übung verdeutlicht die Bedeutung der analogen Kommunikation und wie sie die digitale Kommunikation ergänzt oder sogar ersetzt.
Ich habe mal versucht, eine ganze Geschichte nur mit Emojis zu erzählen. Es war überraschend, wie viel man mit diesen kleinen Bildchen ausdrücken kann!
Axiom 5: Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.
Symmetrische Kommunikation findet zwischen Partnern auf Augenhöhe statt, während komplementäre Kommunikation durch unterschiedliche Positionen (z.B. Chef-Mitarbeiter, Eltern-Kind) gekennzeichnet ist. Beide Formen können gesund oder ungesund sein, je nachdem, ob sie angemessen und flexibel eingesetzt werden.
Übung 5: Der Beziehungs-Tänzer
Denkt an verschiedene Beziehungen in eurem Leben – zu eurem Partner, euren Eltern, euren Freunden, euren Kollegen. Analysiert, ob die Kommunikationsabläufe in diesen Beziehungen eher symmetrisch oder komplementär sind. Gibt es Situationen, in denen die Rollenverteilung starr ist und zu Konflikten führt? Wo wäre mehr Flexibilität wünschenswert? Diese Übung hilft euch, eure Beziehungen bewusster zu gestalten und gesündere Kommunikationsmuster zu entwickeln.
Ich habe festgestellt, dass meine Beziehung zu meinem Bruder lange Zeit sehr symmetrisch war, was oft zu Konkurrenz geführt hat. Nachdem wir uns dessen bewusst geworden sind, konnten wir unsere Kommunikation anpassen und eine entspanntere, unterstützendere Beziehung aufbauen.
Ich hoffe, diese Übungen haben euch inspiriert, die fünf Axiome von Paul Watzlawick auf spielerische Weise zu erkunden. Kommunikationswissenschaft mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, aber die zugrunde liegenden Prinzipien sind unglaublich wertvoll für ein besseres Verständnis unserer Beziehungen und unserer Interaktionen mit der Welt um uns herum. Also, viel Spass beim Ausprobieren und Entdecken!
Denkt daran: Kommunikation ist der Schlüssel zu einem erfüllten Leben und erfolgreichen Reisen. Und mit ein bisschen Übung und Bewusstsein können wir alle zu besseren Kommunikatoren werden.
