5 Kräfte Modell Porter
Stell dir vor, du backst deinen weltbesten Apfelkuchen. Oma Hildegard würde neidisch werden! Saftige Äpfel, knuspriger Teig, eine Prise Zimt… Aber was, wenn du den Kuchen verkaufen willst? Plötzlich ist das Ganze komplizierter als nur "Äpfel rein, Ofen an, fertig!". Da kommt Michael Porter ins Spiel, zwar nicht persönlich mit einem Kuchenblech, aber mit einem Denkmodell, das uns hilft, zu verstehen, wer uns beim Kuchenbacken und -verkaufen alles in die Quere kommen könnte (oder uns sogar helfen könnte!). Wir reden vom Fünf-Kräfte-Modell!
Die fünf Superhelden (und Schurken) des Geschäftslebens
Porter, ein cooler Typ mit Business-Hirn, hat sich nämlich überlegt: Eine Firma, ein Kuchenbäcker, ein was auch immer – die kämpfen nicht nur gegen die Konkurrenz. Da sind noch viel mehr Mächte am Werk. Er hat diese Mächte in fünf Kategorien eingeteilt. Stell sie dir als Superhelden (oder Schurken) vor, die alle um deinen Kuchen kämpfen:
1. Die Macht der Lieferanten: Wer hat die Äpfel in der Hand?
Denk dran: Ohne Äpfel kein Apfelkuchen! Wenn es nur einen einzigen Apfelbauern weit und breit gibt, der die besten Äpfel hat, dann hat der Bauer Macht. Er kann dir die Äpfel teuer verkaufen oder dir vielleicht sogar sagen, was du mit den Äpfeln machen darfst! (Backe einen Apfelstrudel, nicht einen Kuchen!). Das ist die Macht der Lieferanten. Je weniger Anbieter es gibt und je wichtiger ihre Produkte für dich sind, desto stärker ist ihre Macht. Frag dich: Kann ich einfach zu einem anderen Apfelbauern gehen, wenn dieser hier Faxen macht? Wenn nicht, dann hast du ein Problem!
2. Die Macht der Abnehmer: Wer bestimmt, ob dein Kuchen schmeckt?
Die Kunden! Sie sind König! Aber nicht nur das. Wenn du deine Kuchen nur an eine einzige Cafeteria verkaufst, dann hat die Cafeteria eine große Macht. Sie kann dir sagen, welchen Preis sie bereit ist zu zahlen, oder sogar, wie der Kuchen auszusehen hat. ("Weniger Zimt! Mehr Zuckerguss!"). Das ist die Macht der Abnehmer. Je weniger Abnehmer es gibt und je mehr Auswahl sie haben, desto stärker ist ihre Macht. Wenn die Cafeteria sagt: "Wir kaufen lieber bei Frau Schmidt, die hat ein Spezialangebot", dann stehst du blöd da!
3. Die Rivalität unter den Wettbewerbern: Wer backt den besseren Kuchen?
Klar, die Konkurrenz! Frau Schmidt backt auch Apfelkuchen, und Herr Müller hat einen Stand auf dem Markt mit noch viel mehr verschiedenen Kuchen! Das ist die Rivalität unter den Wettbewerbern. Je mehr Kuchenbäcker es gibt, je ähnlicher ihre Kuchen sind und je einfacher es für Kunden ist, zu wechseln, desto größer ist der Wettbewerb. Da musst du dir was einfallen lassen: Ist dein Kuchen besonders bio? Hat er ein geheimes Familienrezept? Oder machst du einfach den besten Preis?
4. Die Bedrohung durch neue Anbieter: Wer will auch mitbacken?
Plötzlich eröffnet ein neuer Bäckerladen um die Ecke! Oder deine Nachbarin, die bisher nur für die Familie gebacken hat, entdeckt das Geschäft für sich. Das ist die Bedrohung durch neue Anbieter. Je einfacher es ist, in den Kuchenmarkt einzusteigen, desto größer ist die Bedrohung. Braucht man viel Geld für einen Ofen? Braucht man spezielle Zutaten? Oder kann jeder mit einem Rezept aus dem Internet loslegen? Wenn jeder mitbacken kann, musst du dich warm anziehen!
5. Die Bedrohung durch Substitute: Wer bietet Alternativen zum Kuchen?
Und dann gibt es noch die Leute, die gar keinen Kuchen wollen! Vielleicht wollen sie lieber einen Apfelstrudel, ein Eis, oder einen Joghurt. Das sind die Substitute. Je mehr Alternativen es gibt, die das gleiche Bedürfnis befriedigen (in diesem Fall den Hunger nach etwas Süßem), desto größer ist die Bedrohung. Du musst also nicht nur gegen andere Kuchenbäcker kämpfen, sondern auch gegen alle anderen Süßigkeitenhersteller!
Was lernen wir daraus?
Das Fünf-Kräfte-Modell ist wie ein Röntgenblick auf deine Geschäftsidee. Es hilft dir zu verstehen, wo du stark bist und wo du verwundbar bist. Wenn du die Kräfte kennst, kannst du Strategien entwickeln, um sie zu beeinflussen. Vielleicht suchst du dir einen zweiten Apfellieferanten. Vielleicht baust du eine starke Marke auf, damit die Kunden nur deinen Kuchen wollen. Oder vielleicht spezialisierst du dich auf eine Nische, wo es wenig Konkurrenz gibt (z.B. veganer Apfelkuchen mit exotischen Gewürzen!).
Und das Wichtigste: Es zeigt dir, dass das Geschäft nicht nur ein Kampf "du gegen die anderen" ist, sondern ein komplexes Zusammenspiel von verschiedenen Kräften. Wenn du diese Kräfte verstehst und sie zu deinen Gunsten nutzt, dann kannst du deinen weltbesten Apfelkuchen nicht nur backen, sondern auch erfolgreich verkaufen!
Also, bevor du den Ofen anheizt, nimm dir einen Moment Zeit und denk über Porters Fünf Kräfte nach. Dein Bauch wird es dir danken (und dein Geldbeutel auch!).
