5 Säulen Des Islam Arbeitsblatt
Hallo liebe Reisefreunde! Heute entführe ich euch auf eine etwas andere Reise, eine Reise ins Herz des Islam. Keine Sorge, wir packen keine Koffer im herkömmlichen Sinne, sondern öffnen unsere Herzen und unseren Geist, um die fünf Säulen des Islam zu verstehen. Und weil Wissen am besten in praktischer Form hängen bleibt, habe ich mir gedacht, wir gestalten das Ganze wie ein interaktives Arbeitsblatt – aber eben für Reisende, die mehr als nur Postkartenmotive mit nach Hause nehmen wollen.
Stellt euch vor, ihr seid in Marrakesch, der Duft von Minztee liegt in der Luft, die Rufe der Muezzins hallen durch die Gassen. Oder ihr wandert durch Istanbul, bestaunt die Hagia Sophia und die Blaue Moschee. Überall begegnet ihr dem Islam, einer Religion, die das Leben von Millionen Menschen prägt. Aber was genau steckt dahinter? Keine Angst vor komplizierten theologischen Abhandlungen! Wir nähern uns dem Thema spielerisch, fast wie bei einer Schnitzeljagd.
Die erste Säule: Das Glaubensbekenntnis (Schahada)
Unsere erste Station ist das Glaubensbekenntnis, die Schahada. Es ist das Herzstück des Islam, der Schlüssel, der die Tür zu dieser faszinierenden Welt öffnet. Sie lautet: "Aschhadu an la ilaha illa Allah wa aschhadu anna Muhammadan rasulu Allah." Oder auf Deutsch: "Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad sein Gesandter ist."
Was bedeutet das nun konkret für euch als Reisende? Nun, es ist gut zu wissen, dass dieser Satz für Muslime mehr ist als nur eine fromme Formel. Er ist die Grundlage ihres gesamten Lebens, die Leitlinie für ihr Handeln und Denken. Wenn ihr also Muslime trefft, die diesen Glauben offen bekennen, dann wisst ihr, dass dies ein sehr persönlicher und wichtiger Moment für sie ist. Zeigt Respekt und Interesse, indem ihr einfach zuhört und versucht, zu verstehen.
Stellt euch vor, ihr sitzt in einem kleinen Café in Kairo und unterhaltet euch mit einem Einheimischen. Er erzählt euch von seinem Glauben, von der Bedeutung Allahs in seinem Leben. Hört aufmerksam zu und stellt vielleicht sogar eine vorsichtige Frage. Ihr werdet überrascht sein, wie offen und bereitwillig viele Muslime sind, ihren Glauben zu teilen – wenn man ihnen mit Respekt und Neugier begegnet.
Die zweite Säule: Das Gebet (Salat)
Weiter geht unsere Reise zur zweiten Säule, dem Gebet, oder Salat. Fünfmal am Tag wenden sich Muslime gen Mekka, um zu beten. Ihr kennt das sicherlich, ihr habt es bestimmt schon einmal auf euren Reisen erlebt: Die Muezzins rufen zum Gebet, und überall in der Stadt sieht man Menschen, die sich auf den Boden knien und beten.
Das Gebet ist eine sehr persönliche und intime Handlung. Es ist eine Zeit der Einkehr, der Besinnung und der Verbindung zu Allah. Als Reisende sollten wir diese Momente respektieren und uns entsprechend verhalten. Vermeidet es, während der Gebetszeiten laut zu sein oder durch die Reihen der Betenden zu laufen. Wenn ihr eine Moschee besucht, achtet darauf, angemessene Kleidung zu tragen und eure Schuhe auszuziehen.
Eine kleine Anekdote: Ich war einmal in einem kleinen Dorf in Malaysia, als ich Zeuge eines ganz besonderen Gebets wurde. Die gesamte Dorfgemeinschaft hatte sich auf dem Marktplatz versammelt, um gemeinsam zu beten. Es war ein unglaublich bewegender Moment, ein Zeichen der Einheit und des Zusammenhalts. Ich habe mich abseits gehalten und respektvoll zugesehen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie tief das Gebet im Leben der Muslime verwurzelt ist.
Die dritte Säule: Die Armensteuer (Zakat)
Unsere dritte Station ist die Armensteuer, oder Zakat. Sie ist eine verpflichtende Spende, die Muslime an Bedürftige entrichten. Die Zakat soll dazu beitragen, soziale Ungleichheit zu verringern und Armut zu bekämpfen. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des islamischen Sozialsystems.
Als Reisende werdet ihr vielleicht nicht direkt mit der Zakat in Berührung kommen. Aber es ist gut zu wissen, dass es diese Form der Wohltätigkeit gibt und dass sie einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Bedürftigen leistet. Ihr könnt die Zakat indirekt unterstützen, indem ihr beispielsweise lokale Projekte unterstützt oder an gemeinnützige Organisationen spendet, die sich für benachteiligte Menschen einsetzen.
Denkt daran, dass Gastfreundschaft im Islam eine sehr große Rolle spielt. Wenn ihr eingeladen werdet, esst und trinkt nicht zu viel. Nehmt nur so viel, wie ihr braucht. Lasst den Gastgebern immer etwas übrig. Dies ist ein Zeichen von Respekt und Wertschätzung.
Die vierte Säule: Das Fasten im Ramadan (Saum)
Die vierte Säule ist das Fasten im Ramadan, oder Saum. Der Ramadan ist der heilige Fastenmonat der Muslime. Während des Ramadans fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Sie verzichten auf Essen, Trinken und Rauchen. Der Ramadan ist eine Zeit der Besinnung, der Buße und der Solidarität mit den Armen.
Als Reisende, die während des Ramadans unterwegs sind, solltet ihr euch bewusst sein, dass das Leben in vielen muslimischen Ländern während dieser Zeit etwas anders verläuft. Viele Restaurants und Geschäfte sind tagsüber geschlossen. Es ist wichtig, die Fastenden zu respektieren und nicht öffentlich zu essen, zu trinken oder zu rauchen. Am Abend, nach Sonnenuntergang, brechen die Muslime das Fasten mit einem festlichen Mahl, dem Iftar. Oft werdet ihr als Reisende zu einem Iftar eingeladen. Nehmt diese Einladung an, es ist eine großartige Gelegenheit, die islamische Kultur kennenzulernen.
Ich erinnere mich an eine Reise nach Istanbul während des Ramadan. Die Atmosphäre in der Stadt war unglaublich. Überall gab es Lichter und Dekorationen. Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit. Ich wurde mehrmals zu einem Iftar eingeladen und habe die Gastfreundschaft und die Wärme der Menschen sehr genossen. Es war eine unvergessliche Erfahrung.
Die fünfte Säule: Die Pilgerfahrt nach Mekka (Haddsch)
Unsere letzte Station ist die Pilgerfahrt nach Mekka, oder Haddsch. Sie ist eine verpflichtende Pilgerfahrt, die jeder Muslim, der gesund und finanziell dazu in der Lage ist, einmal im Leben unternehmen sollte. Die Haddsch ist eine spirituelle Reise, die die Muslime näher zu Allah bringen soll. Sie ist ein Ausdruck der Einheit und Solidarität der muslimischen Gemeinschaft.
Als Reisende werdet ihr wahrscheinlich nicht an der Haddsch teilnehmen. Aber es ist gut zu wissen, dass sie eine der wichtigsten religiösen Pflichten der Muslime ist. Wenn ihr Muslime trefft, die die Haddsch unternommen haben, dann wisst ihr, dass dies ein sehr bedeutendes Ereignis in ihrem Leben war. Fragt sie nach ihren Erfahrungen, sie werden euch sicherlich gerne davon erzählen.
Fazit: Die fünf Säulen des Islam sind mehr als nur religiöse Regeln. Sie sind ein Wegweiser für ein sinnvolles und erfülltes Leben. Sie sind ein Ausdruck der Hingabe an Allah und der Solidarität mit den Mitmenschen. Als Reisende können wir viel von ihnen lernen. Indem wir uns mit den fünf Säulen auseinandersetzen, können wir den Islam besser verstehen und die muslimische Kultur respektvoller begegnen.
Ich hoffe, dieser kleine Ausflug in die Welt des Islam hat euch gefallen und euch inspiriert, auf euren Reisen noch offener und neugieriger zu sein. Und denkt daran: Reisen bildet!
Also, packt eure Neugier ein und begebt euch auf eure ganz persönliche Entdeckungsreise! Bis bald!
