5 Stunden Auf Op Warten
Hallo, ihr Lieben! Eure Reisebloggerin ist zurück, und dieses Mal habe ich eine Geschichte für euch, die ein bisschen anders ist als meine üblichen Abenteuerberichte von exotischen Stränden und pulsierenden Städten. Es geht um etwas, das jedem von uns passieren kann, egal wo auf der Welt wir uns gerade befinden: eine unerwartete medizinische Situation. Genauer gesagt, es geht um die 5 Stunden, die ich in einem deutschen Krankenhaus auf eine Operation warten musste. Keine Sorge, alles ist gut ausgegangen, aber die Erfahrung war lehrreich und ich dachte, es wäre wertvoll, sie mit euch zu teilen, besonders wenn ihr plant, nach Deutschland zu reisen.
Vor ein paar Monaten war ich in Berlin, um eine Freundin zu besuchen und die Stadt zu erkunden. Ich hatte mich so auf die Currywurst, die Museen und die entspannten Spaziergänge an der Spree gefreut. Doch dann, ganz plötzlich, der Schmerz. Ein stechender, unerträglicher Schmerz in meinem Bauch. Ich will euch die Details ersparen, aber es stellte sich heraus, dass ich eine Blinddarmentzündung hatte – eine Notfall-OP war unvermeidlich.
Der Krankenwagen war schnell da, und ich wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht. Soweit so gut, dachte ich. Ich hatte eine europäische Krankenversicherung, also sollte alles glatt laufen. Aber dann begann das Warten.
Die ersten Stunden: Ungewissheit und bange Fragen
Nach der üblichen Aufnahme und einigen Untersuchungen wurde ich in ein Zimmer gebracht. Ich lag im Bett, verkabelt mit einem Tropf, und wartete. Und wartete. Die Schwestern waren freundlich, aber beschäftigt. Ich fragte nach, wann die Operation stattfinden würde, aber niemand konnte mir eine genaue Auskunft geben. "Es kann noch etwas dauern", war die häufigste Antwort. "Der Arzt wird Sie informieren."
Die ersten Stunden waren die schlimmsten. Die Ungewissheit nagte an mir. War es wirklich eine Blinddarmentzündung? Wie lange würde die Operation dauern? Würde alles gut gehen? Ich versuchte, mich abzulenken, indem ich auf meinem Handy herumspielte, aber das war schwer. Der Schmerz wurde stärker, und die Angst wuchs.
Ich beobachtete, was um mich herum geschah. Ein älterer Mann wurde ins Zimmer gebracht, der sichtlich verwirrt war. Eine junge Frau weinte am Telefon. Das Krankenhaus war ein Mikrokosmos des Lebens, mit all seinen Freuden und Leiden. Es war eine seltsame Erfahrung, so verletzlich und isoliert zu sein, und gleichzeitig Teil einer größeren Gemeinschaft von Menschen, die alle mit ihren eigenen Herausforderungen zu kämpfen hatten.
Die deutsche Effizienz – eine Illusion?
Ich hatte immer gehört, dass Deutschland für seine Effizienz bekannt ist. Aber in diesem Moment fühlte sich das alles weit entfernt an. Ich verstand, dass ein Krankenhausbetrieb komplex ist und Notfälle Vorrang haben müssen. Aber die mangelnde Kommunikation und die lange Wartezeit frustrierten mich. Ich hatte das Gefühl, im Dunkeln zu tappen.
Ich versuchte, mich mit den Schwestern anzufreunden. Sie waren eindeutig überlastet, aber sie taten ihr Bestes, um mir zu helfen. Ich lernte ein paar grundlegende deutsche Sätze, um mich besser verständigen zu können. "Ich habe Schmerzen" (Ich habe Schmerzen), "Wann ist die Operation?" (Wann ist die Operation?) und "Danke" (Danke) waren meine wichtigsten Vokabeln.
Eine der Schwestern, eine junge Frau mit einem freundlichen Lächeln, erklärte mir, dass es im Moment viele Notfälle gäbe und dass mein Fall zwar dringend, aber nicht lebensbedrohlich sei. Sie versicherte mir, dass ich so bald wie möglich operiert werden würde. Ihre Worte beruhigten mich ein wenig.
Stunde um Stunde: Akzeptanz und Geduld
Nach etwa drei Stunden begann ich, die Situation zu akzeptieren. Ich konnte nichts ändern. Ich musste geduldig sein und darauf vertrauen, dass die Ärzte und Schwestern wussten, was sie taten. Ich versuchte, mich zu entspannen und meine Gedanken zu beruhigen.
Ich erinnerte mich an einige Achtsamkeitsübungen, die ich gelernt hatte. Ich konzentrierte mich auf meinen Atem, spürte, wie die Luft in meine Lungen strömte und wieder heraus. Ich versuchte, den Schmerz zu ignorieren und mich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Es half ein wenig.
Ich las ein Buch, das ich dabei hatte. Eine leichte Lektüre über das Reisen, passenderweise. Es lenkte mich ab und entführte mich in eine andere Welt. Ich träumte von fernen Ländern und neuen Abenteuern. Das half mir, die Zeit zu überbrücken.
Irgendwann schlief ich ein. Ein unruhiger, oberflächlicher Schlaf, aber immerhin. Als ich aufwachte, war es bereits dunkel. Die Lichter im Zimmer waren gedimmt, und die Stille war fast greifbar.
Kurz darauf kam endlich der Arzt. Er erklärte mir, dass die Operation in etwa einer Stunde stattfinden würde. Er beantwortete meine Fragen geduldig und beruhigte mich. Ich fühlte mich erleichtert und dankbar.
Das Happy End (und was ich daraus gelernt habe)
Die Operation verlief gut. Ich erholte mich schnell und konnte das Krankenhaus nach ein paar Tagen wieder verlassen. Die Currywurst und die Spaziergänge an der Spree musste ich zwar verschieben, aber ich war froh, wieder gesund zu sein.
Was habe ich aus dieser Erfahrung gelernt? Erstens, dass selbst die beste Reiseplanung durch unvorhergesehene Ereignisse durchkreuzt werden kann. Zweitens, dass es wichtig ist, eine gute Krankenversicherung zu haben, besonders wenn man im Ausland unterwegs ist. Und drittens, dass Geduld und Akzeptanz in schwierigen Situationen Gold wert sind.
Mein Tipp für euch: Wenn ihr nach Deutschland reist, solltet ihr euch über das Gesundheitssystem informieren und euch eine gute Reisekrankenversicherung zulegen. Und wenn ihr im Krankenhaus landet, versucht, geduldig zu sein und mit dem Personal zu kommunizieren. Auch wenn es manchmal schwierig ist, können Freundlichkeit und Verständnis Wunder wirken.
Ich hoffe, diese Geschichte hat euch nicht abgeschreckt. Deutschland ist ein wunderschönes Land mit freundlichen Menschen und einer reichen Kultur. Lasst euch nicht von meiner Erfahrung entmutigen. Aber seid vorbereitet, falls etwas Unerwartetes passiert. Denn das Leben ist nun mal ein Abenteuer, mit all seinen Höhen und Tiefen.
Bis zum nächsten Mal, ihr Lieben! Bleibt gesund und reiselustig!
