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6 Schritte Des Pflegeprozesses Nach Fiechter Und Meier


6 Schritte Des Pflegeprozesses Nach Fiechter Und Meier

Der Pflegeprozess ist das methodische Vorgehen, das Pflegefachkräfte anwenden, um die Pflege von Patienten systematisch zu planen, durchzuführen und zu evaluieren. Es gibt verschiedene Modelle des Pflegeprozesses, von denen das Modell nach Fiechter und Meier in der deutschsprachigen Pflegeliteratur weit verbreitet ist. Dieses Modell zeichnet sich durch seine klare Struktur und seine Orientierung an den Bedürfnissen des Patienten aus. Es besteht aus sechs Schritten, die in einem zyklischen Prozess ablaufen und somit eine kontinuierliche Anpassung der Pflege ermöglichen. Die sorgfältige Anwendung dieser Schritte ist nicht nur für die Qualität der Pflege entscheidend, sondern auch für die Professionalität der Pflegefachkraft und das Wohlbefinden des Patienten.

Die sechs Schritte im Überblick

Das Modell nach Fiechter und Meier gliedert sich in folgende sechs Schritte:

  1. Pflegeassessment (Informationssammlung)
  2. Pflegediagnose
  3. Pflegeziele
  4. Pflegemassnahmen
  5. Pflegedurchführung
  6. Pflegeevaluation

Jeder dieser Schritte baut auf dem vorherigen auf und liefert die Grundlage für den nächsten. Die zyklische Natur des Prozesses ermöglicht eine ständige Überprüfung und Anpassung der Pflegeplanung, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse des Patienten optimal erfüllt werden.

1. Pflegeassessment: Die Grundlage für eine individuelle Pflege

Der erste und grundlegende Schritt ist das Pflegeassessment, auch bekannt als Informationssammlung. Hierbei geht es darum, ein umfassendes Bild des Patienten zu gewinnen. Es werden sowohl subjektive Informationen, die der Patient selbst äussert, als auch objektive Informationen, die durch Beobachtung und Messung gewonnen werden, erfasst. Diese Informationen beziehen sich auf physische, psychische, soziale und spirituelle Aspekte des Patienten. Wichtige Bereiche sind:

  • Anamnese: Die Krankengeschichte des Patienten, einschliesslich Vorerkrankungen, Allergien und Medikamenteneinnahme.
  • Aktueller Zustand: Körperliche Untersuchung (z.B. Vitalzeichen, Hautzustand, Beweglichkeit) und psychische Verfassung (z.B. Stimmung, Kognition).
  • Ressourcen: Was kann der Patient selbstständig leisten? Welche Unterstützung erhält er von Familie und Freunden?
  • Bedürfnisse: Welche Bedürfnisse hat der Patient geäussert? Wo benötigt er Hilfe?
  • Umfeld: Wie sieht das soziale Umfeld des Patienten aus? Welche Belastungen gibt es?

Die Informationssammlung erfolgt durch verschiedene Methoden wie Gespräche mit dem Patienten und seinen Angehörigen, Beobachtung des Patienten, körperliche Untersuchung und Auswertung von medizinischen Unterlagen. Ein strukturierter Ansatz, beispielsweise die Verwendung eines Pflegeassessments-Instruments, kann helfen, alle relevanten Informationen zu erfassen. Die Qualität des Pflegeassessments ist entscheidend für die gesamte Pflegeplanung. Je genauer und umfassender die Informationen sind, desto besser können die nachfolgenden Schritte durchgeführt werden.

2. Pflegediagnose: Probleme erkennen und benennen

Aufbauend auf dem Pflegeassessment folgt die Pflegediagnose. Hierbei werden die gesammelten Informationen analysiert und interpretiert, um die vorliegenden Pflegeprobleme, Ressourcen und Risiken des Patienten zu identifizieren und zu benennen. Im Gegensatz zur ärztlichen Diagnose, die sich auf die Krankheit konzentriert, beschreibt die Pflegediagnose die Reaktion des Patienten auf seine Erkrankung oder Lebenssituation. Sie beschreibt, was der Patient aufgrund seines Zustandes nicht mehr selbstständig leisten kann oder wo er Unterstützung benötigt.

Pflegediagnosen werden in der Regel nach einem standardisierten System formuliert, beispielsweise nach dem PES-Format (Problem, Ätiologie, Symptome):

Problem: Beschreibung des Problems (z.B. Schmerzen, Angst, Mobilitätseinschränkung).
Ätiologie: Ursache oder begünstigende Faktoren des Problems (z.B. Operation, Trauerfall, Arthrose).
Symptome: Anzeichen und Symptome, die das Problem belegen (z.B. Klagen über Schmerzen, Unruhe, eingeschränkter Bewegungsradius).

Beispiel:
Problem: Schmerzen
Ätiologie: aufgrund einer Hüftfraktur
Symptome: geäusserte Schmerzen beim Bewegen, Schonhaltung, veränderte Vitalzeichen (erhöhter Puls).

Die korrekte Formulierung von Pflegediagnosen ist essenziell, da sie die Grundlage für die Planung der Pflegemassnahmen bildet. Sie hilft, die Pflege auf die spezifischen Bedürfnisse des Patienten auszurichten.

3. Pflegeziele: Was soll erreicht werden?

Im dritten Schritt werden die Pflegeziele festgelegt. Diese beschreiben, was durch die Pflege erreicht werden soll. Sie sind an den Pflegediagnosen orientiert und sollen realistisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert (SMART) sein. Pflegeziele können sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie z.B. Schmerzlinderung, Verbesserung der Mobilität, Reduktion von Angst, Förderung der Selbstständigkeit oder Prävention von Komplikationen.

Es wird zwischen Nahzielen (kurzfristig erreichbare Ziele) und Fernzielen (langfristige Ziele) unterschieden. Nahziele dienen dazu, den Patienten schnellstmöglich zu entlasten und seine Situation zu verbessern, während Fernziele auf eine langfristige Verbesserung des Gesundheitszustandes oder der Lebensqualität abzielen.

Beispiel:
Pflegediagnose: Schmerzen aufgrund einer Hüftfraktur.
Nahziel: Der Patient gibt innerhalb von 24 Stunden eine Schmerzreduktion von mindestens 2 Punkten auf einer Schmerzskala von 0-10 an.
Fernziel: Der Patient kann innerhalb von 4 Wochen schmerzfrei unter Belastung 50 Meter gehen.

Die Formulierung klarer und messbarer Pflegeziele ermöglicht es, den Erfolg der Pflege zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

4. Pflegemassnahmen: Wie werden die Ziele erreicht?

Nach der Festlegung der Pflegeziele werden im vierten Schritt die Pflegemassnahmen geplant. Hierbei wird konkret festgelegt, welche Massnahmen durchgeführt werden sollen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Auswahl der Pflegemassnahmen basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, pflegerischer Erfahrung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Sie können sich auf verschiedene Bereiche beziehen, wie z.B. Medikamentenverabreichung, Wundversorgung, Mobilisation, Beratung und Schulung des Patienten und seiner Angehörigen.

Bei der Planung der Pflegemassnahmen ist es wichtig, die Ressourcen des Patienten zu berücksichtigen und ihn aktiv in den Pflegeprozess einzubeziehen. Die Massnahmen sollten so geplant werden, dass sie für den Patienten angenehm und akzeptabel sind. Es ist auch wichtig, die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen (z.B. Ärzte, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten) zu koordinieren, um eine umfassende und ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten.

Beispiel:
Pflegeziel: Der Patient gibt innerhalb von 24 Stunden eine Schmerzreduktion von mindestens 2 Punkten auf einer Schmerzskala von 0-10 an.
Pflegemassnahmen:

  • Verabreichung von Schmerzmedikamenten nach ärztlicher Anordnung.
  • Anleitung des Patienten zu Entspannungstechniken.
  • Lagerung des Patienten in einer schmerzlindernden Position.
  • Regelmässige Schmerzerfassung und Dokumentation.

5. Pflegedurchführung: Umsetzung der geplanten Massnahmen

Im fünften Schritt erfolgt die Pflegedurchführung. Hierbei werden die geplanten Pflegemassnahmen in die Praxis umgesetzt. Die Pflegefachkraft ist dafür verantwortlich, die Massnahmen fachgerecht, patientenorientiert und unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Patienten durchzuführen. Während der Durchführung ist es wichtig, den Patienten zu beobachten, seine Reaktion auf die Massnahmen zu beurteilen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Es ist auch wichtig, die Durchführung der Massnahmen und die Beobachtungen zu dokumentieren.

Die Pflegedurchführung erfordert neben Fachwissen auch Empathie, Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, eine vertrauensvolle Beziehung zum Patienten aufzubauen. Der Patient soll sich während der Pflege wohl und sicher fühlen.

6. Pflegeevaluation: Überprüfung des Erfolgs

Der letzte Schritt des Pflegeprozesses ist die Pflegeevaluation. Hierbei wird überprüft, ob die gesteckten Pflegeziele erreicht wurden und ob die Pflegemassnahmen wirksam waren. Die Evaluation basiert auf den Beobachtungen und Messungen während der Pflegedurchführung sowie auf der Rückmeldung des Patienten. Wenn die Ziele nicht erreicht wurden, müssen die Ursachen dafür analysiert werden. Möglicherweise müssen die Pflegediagnosen, Pflegeziele oder Pflegemassnahmen angepasst werden.

Die Pflegeevaluation ist ein kontinuierlicher Prozess, der während der gesamten Pflege stattfindet. Sie ermöglicht es, die Pflege fortlaufend zu verbessern und an die sich verändernden Bedürfnisse des Patienten anzupassen. Die Ergebnisse der Evaluation werden dokumentiert und dienen als Grundlage für die weitere Pflegeplanung.

Der Pflegeprozess nach Fiechter und Meier ist ein dynamischer und flexibler Prozess, der sich an den individuellen Bedürfnissen des Patienten orientiert. Die sorgfältige Anwendung der sechs Schritte trägt dazu bei, die Qualität der Pflege zu verbessern, die Zufriedenheit des Patienten zu erhöhen und die Professionalität der Pflegefachkräfte zu stärken.

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