7 Säulen Der Resilienz Kinder
Stellt euch vor, ihr steht am Rande eines tiefblauen Sees in den Alpen. Die Sonne kitzelt eure Nase, die Luft ist frisch und klar, und vor euch liegt ein scheinbar endloser Wanderweg. Das Leben selbst, oder, sagen wir, eine Reise, kann sich manchmal genauso anfühlen – aufregend, wunderschön, aber auch herausfordernd und unberechenbar. Und genau wie für eine lange Wanderung braucht man auch für das Leben die richtige Ausrüstung. Für Kinder ist diese "Ausrüstung" Resilienz – die innere Stärke, Stürme zu überstehen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit. Wir sind viel umgezogen, mein Vater war beruflich sehr eingespannt. Neue Schulen, neue Freunde, immer wieder von vorne anfangen. Es war nicht immer leicht, aber rückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrungen, denn sie haben mich gelehrt, flexibel zu sein und mich schnell an neue Situationen anzupassen. Und genau das ist Resilienz. Ich habe das Gefühl, je mehr man reist, desto besser versteht man das. Man wird oft aus seiner Komfortzone geworfen und muss sich anpassen.
In diesem Artikel möchte ich euch von den "7 Säulen der Resilienz bei Kindern" erzählen – ein Konzept, das mir sehr am Herzen liegt und das ich selbst in der Erziehung meiner Nichte versuche, zu berücksichtigen. Es ist wie eine Art Kompass, der Kindern hilft, ihren eigenen Weg zu finden, Hindernisse zu überwinden und selbstbewusst durchs Leben zu navigieren. Stellt euch diese Säulen wie die tragenden Pfeiler einer Burg vor. Jede Säule ist wichtig und trägt dazu bei, dass die Burg, also das Kind, stabil und widerstandsfähig ist.
Die 7 Säulen der Resilienz: Eine Schatzkarte für starke Kinder
Diese Säulen sind keine starren Regeln, sondern vielmehr ein Leitfaden, eine Inspiration, wie man Kinder auf ihrem Weg begleiten kann. Jedes Kind ist anders, und was für das eine Kind funktioniert, muss nicht unbedingt für das andere gelten. Aber das Wissen um diese Säulen kann Eltern, Erziehern und anderen Bezugspersonen helfen, die richtigen Impulse zu geben und die individuellen Stärken der Kinder zu fördern.
1. Optimismus: Die rosarote Brille (mit Bedacht)
Optimismus bedeutet nicht, die Augen vor der Realität zu verschließen oder alles durch eine rosarote Brille zu sehen. Es geht vielmehr darum, eine positive Grundeinstellung zu entwickeln und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Es ist die Überzeugung, dass man Herausforderungen meistern kann und dass es auch nach schwierigen Zeiten wieder bergauf geht. Ich habe gelernt, dass selbst in den turbulentesten Reiseerlebnissen – wie beispielsweise einem verpassten Flug oder einem verloren gegangenen Gepäck – immer noch etwas Positives stecken kann. Vielleicht eine ungeplante Begegnung, eine neue Perspektive oder einfach nur eine gute Geschichte zum Erzählen.
Kinder können Optimismus lernen, indem man ihnen beibringt, ihre Aufmerksamkeit auf die positiven Aspekte einer Situation zu lenken und sich auf ihre Stärken zu konzentrieren. Lobt sie für ihre Bemühungen, nicht nur für ihre Erfolge, und ermutigt sie, auch aus Fehlern zu lernen.
2. Akzeptanz: Den Tanz mit dem Unvermeidlichen
Akzeptanz bedeutet, die Dinge anzunehmen, die man nicht ändern kann. Das Leben ist nun mal nicht immer fair, und es gibt Situationen, die wir einfach nicht beeinflussen können. Akzeptanz hilft Kindern, unnötigen Frust und Ärger zu vermeiden und ihre Energie auf das zu konzentrieren, was sie tatsächlich beeinflussen können. Ich denke da an all die unvorhergesehenen Dinge, die auf Reisen passieren können: das schlechte Wetter, die Verspätungen, die sprachlichen Barrieren. Akzeptanz ist der Schlüssel, um in solchen Momenten gelassen zu bleiben und das Beste daraus zu machen.
Um Kindern Akzeptanz zu vermitteln, ist es wichtig, ihnen zuzuhören, ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihnen zu helfen, ihre Perspektive zu erweitern. Man kann ihnen auch beibringen, sich auf das zu konzentrieren, wofür sie dankbar sind, auch wenn es gerade schwierig ist.
3. Lösungsorientierung: Die Detektive des Alltags
Lösungsorientierung bedeutet, sich nicht in Problemen zu verlieren, sondern nach Lösungen zu suchen. Es ist die Fähigkeit, kreativ zu denken, verschiedene Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und aktiv nach Wegen zu suchen, um Herausforderungen zu meistern. Wenn man auf Reisen vor einem Problem steht, wie z.B. einem geschlossenen Museum, ist es wichtig, kreativ zu werden und nach Alternativen zu suchen. Vielleicht gibt es ja in der Nähe einen schönen Park, einen interessanten Markt oder ein gemütliches Café, das man erkunden kann.
Kinder können Lösungsorientierung lernen, indem man ihnen Fragen stellt, die sie zum Nachdenken anregen, und sie ermutigt, selbstständig nach Lösungen zu suchen. Man kann ihnen auch verschiedene Strategien beibringen, wie z.B. das Brainstorming oder das Erstellen von Listen mit Vor- und Nachteilen.
4. Eigenverantwortung: Der Kapitän des eigenen Schiffes
Eigenverantwortung bedeutet, die Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und die Konsequenzen zu tragen. Es ist die Erkenntnis, dass man selbst für sein Leben verantwortlich ist und dass man selbst die Macht hat, etwas zu verändern. Ich habe gelernt, dass Eigenverantwortung auf Reisen besonders wichtig ist. Man muss sich selbst um seine Sachen kümmern, seine Reisepläne organisieren und auf sich selbst achten. Das stärkt das Selbstvertrauen und die Selbstständigkeit.
Kinder können Eigenverantwortung lernen, indem man ihnen altersgerechte Aufgaben überträgt und ihnen die Möglichkeit gibt, selbst Entscheidungen zu treffen. Es ist auch wichtig, ihnen zu zeigen, dass Fehler erlaubt sind und dass man daraus lernen kann.
5. Netzwerkorientierung: Die Kraft der Gemeinschaft
Netzwerkorientierung bedeutet, soziale Beziehungen zu pflegen und sich auf andere Menschen verlassen zu können. Es ist die Erkenntnis, dass man nicht alles alleine schaffen muss und dass es gut ist, sich Hilfe zu suchen, wenn man sie braucht. Auf Reisen habe ich oft die Erfahrung gemacht, wie wichtig es ist, Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Reisenden auszutauschen. Man kann sich gegenseitig Tipps geben, sich unterstützen und gemeinsam neue Orte entdecken.
Kinder können Netzwerkorientierung lernen, indem man sie ermutigt, Freundschaften zu schließen und sich in der Gemeinschaft zu engagieren. Es ist auch wichtig, ihnen zu zeigen, dass es in Ordnung ist, um Hilfe zu bitten und dass man nicht alles alleine schaffen muss.
6. Zukunftsorientierung: Der Blick in die Ferne
Zukunftsorientierung bedeutet, sich Ziele zu setzen und Pläne für die Zukunft zu schmieden. Es ist die Fähigkeit, sich vorzustellen, wie man sein Leben gestalten möchte, und aktiv darauf hinzuarbeiten. Wenn ich eine Reise plane, mache ich mir immer Gedanken darüber, was ich sehen und erleben möchte. Ich informiere mich über die verschiedenen Orte, die ich besuchen möchte, und plane meine Reiseroute. Das gibt mir ein Gefühl von Vorfreude und Motivation.
Kinder können Zukunftsorientierung lernen, indem man sie ermutigt, ihre Träume zu verfolgen und sich Ziele zu setzen. Es ist auch wichtig, ihnen zu zeigen, dass man seine Ziele erreichen kann, wenn man hart arbeitet und an sich glaubt.
7. Selbstwahrnehmung: Der Spiegel der Seele
Selbstwahrnehmung bedeutet, sich selbst gut zu kennen, seine Stärken und Schwächen zu akzeptieren und seine eigenen Bedürfnisse zu respektieren. Es ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und Gedanken zu verstehen und sich selbst treu zu bleiben. Auf Reisen ist Selbstwahrnehmung besonders wichtig, um seine eigenen Grenzen zu erkennen und auf seine Bedürfnisse zu achten. Wenn ich merke, dass ich erschöpft bin, nehme ich mir eine Auszeit und entspanne mich. Wenn ich Heimweh habe, rufe ich meine Familie an und erzähle ihnen von meinen Erlebnissen.
Kinder können Selbstwahrnehmung lernen, indem man ihnen hilft, ihre Gefühle zu benennen und zu verstehen. Es ist auch wichtig, ihnen zu zeigen, dass es in Ordnung ist, Gefühle zu zeigen und dass man nicht immer stark sein muss.
Resilienz ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Es ist ein Weg, den Kinder ihr ganzes Leben lang gehen werden. Indem wir sie mit den 7 Säulen der Resilienz ausstatten, geben wir ihnen die Werkzeuge, die sie brauchen, um diesen Weg erfolgreich zu meistern. Es ist, als würden wir ihnen einen Kompass und eine Karte in die Hand geben, damit sie sich in der Welt zurechtfinden und ihren eigenen Weg finden können. Und wie bei jeder Reise gilt: Der Weg ist das Ziel.
Ich hoffe, dieser kleine Einblick in die Welt der Resilienz hat euch gefallen. Lasst uns gemeinsam dazu beitragen, dass unsere Kinder zu starken, selbstbewussten und resilienten Persönlichkeiten heranwachsen. Denn die Zukunft gehört ihnen!
