9 Jähriger Kommt Jede Nacht Ins Elternbett
Kennt ihr das? Es ist mitten in der Nacht. Plötzlich spürt man ein kleines, warmes Etwas, das sich an einen kuschelt. Und dann realisiert man: Der 9-jährige Wanderpokal ist wieder im elterlichen Schlafzimmer gelandet. Jede. Einzelne. Nacht.
Ich gebe zu, ich bin da vielleicht etwas entspannter als andere Eltern. Ja, der 9-jährige sollte eigentlich in seinem eigenen Bett schlafen. Ja, das sagen alle Erziehungsratgeber. Aber hey, Kinder sind nur einmal klein. Und ganz ehrlich, so ein kleines, warmes Knäuel im Arm ist doch auch irgendwie… nett.
Die nächtlichen Invasionen: Eine Chronik
Anfangs war es ja noch sporadisch. Ein Alptraum, ein komisches Geräusch, ein plötzlicher Durst. Verständlich! Aber mit der Zeit wurde daraus ein festes Ritual. Pünktlich um 2 Uhr nachts – man konnte fast die Uhr danach stellen – öffnete sich leise die Tür. Ein kleiner Schatten huschte herein und zwängte sich zwischen Mama und Papa.
Die Ausreden wurden auch immer kreativer. "Ich hab geträumt, dass ein Monster unter meinem Bett wohnt!" (Obwohl das Monster seit drei Jahren nicht mehr erwähnt wurde.) Oder: "Ich hab so doll gefroren!" (Im Hochsommer bei 25 Grad im Kinderzimmer.) Manchmal sagte er auch einfach gar nichts. Er kam, sah und kuschelte.
Mein Geständnis: Ich find's heimlich gut!
Und jetzt kommt meine vielleicht etwas unpopuläre Meinung: Ich finde es heimlich gut! Ja, ich weiß, wir sollten ihn ermutigen, selbstständig zu sein. Wir sollten ihm beibringen, dass sein Bett sein sicherer Hafen ist. Bla bla bla. Aber mal ehrlich, wie lange haben wir diese Momente noch? Irgendwann kommt der Tag, da findet er uns peinlich und will lieber mit seinen Freunden abhängen.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als er ein Baby war. Da habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass er endlich durchschläft. Und jetzt? Jetzt vermisse ich manchmal sogar die nächtlichen Still-Sessions (okay, vielleicht nicht jede einzelne). Aber die Vorstellung, dass diese Zeit so schnell vorbei ist, macht mich schon ein bisschen traurig.
"Genieße die kleinen Momente. Irgendwann sind sie nur noch Erinnerungen." – Irgendein weiser Mensch (wahrscheinlich).
Also, was soll's? Solange er sich in unserem Bett wohlfühlt und wir auch noch Platz haben (manchmal wird es wirklich eng), lassen wir ihn einfach. Wir versuchen natürlich trotzdem, ihn ab und zu zurück in sein eigenes Bett zu lotsen. Mit sanften Worten, einer Gutenachtgeschichte oder dem Versprechen, dass das Monster wirklich weg ist. Meistens klappt es... für ein paar Stunden.
Die Strategie: Akzeptanz und Humor
Unsere Strategie ist mittlerweile eine Mischung aus Akzeptanz und Humor. Wenn er kommt, kuscheln wir ihn kurz, fragen, ob alles in Ordnung ist und versuchen, ihn dann wieder zurückzubringen. Manchmal gelingt es. Manchmal nicht. Aber wir haben aufgehört, uns darüber aufzuregen. Es ist, wie es ist. Und ganz ehrlich, es gibt schlimmere Dinge, als ein Kind, das sich nach Nähe sehnt.
Vielleicht ist es ja auch nur eine Phase. Vielleicht ist es ein Zeichen dafür, dass er sich bei uns sicher und geborgen fühlt. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Gewohnheit. Egal, was es ist, wir nehmen es, wie es kommt. Denn die Zeit vergeht so schnell. Und irgendwann werden wir uns vielleicht wünschen, er würde noch einmal in unser Bett gekrochen kommen.
Also, liebe Eltern, die ihr auch einen 9-jährigen (oder auch älteren) Bettwanderer habt: Seid gnädig mit euch selbst! Genießt die Kuscheleinheiten (sofern ihr nicht komplett übermüdet seid). Und denkt daran: Irgendwann ist diese Phase vorbei. Und dann vermisst ihr sie vielleicht sogar ein bisschen. Oder auch nicht. Aber bis dahin: Schlaft gut (so gut es eben geht)! Und haltet die Ohren offen, wenn sich die Tür um 2 Uhr nachts leise öffnet.
Und lieber Sohn: Keine Sorge, wir lieben dich trotzdem, auch wenn du uns manchmal den Schlaf raubst!
