A Raisin In The Sun Characters
Lorraine Hansberrys Theaterstück A Raisin in the Sun, erstmals 1959 aufgeführt, ist ein kraftvolles und bewegendes Porträt einer afroamerikanischen Familie, den Youngers, die in den 1950er Jahren in Chicago leben und mit Armut, Rassismus und dem Streben nach dem amerikanischen Traum konfrontiert sind. Die Charaktere des Stücks sind komplex, vielschichtig und repräsentieren verschiedene Perspektiven und Hoffnungen. Dieses Stück ist nicht nur ein historisches Dokument, sondern behandelt auch universelle Themen, die bis heute relevant sind. Für Expatriates, Neuankömmlinge oder jeden, der sich mit der amerikanischen Kultur auseinandersetzt, bietet das Verständnis der Charaktere in A Raisin in the Sun wertvolle Einblicke in die afroamerikanische Erfahrung und die Dynamik von Familie, Identität und sozialem Wandel.
Die Younger Familie: Ein Überblick
Die Younger Familie besteht aus Lena (Mama), Walter Lee, Ruth und Beneatha, sowie Walters Sohn Travis. Sie alle leben beengt in einer kleinen Wohnung in Chicagos South Side. Der Tod von Lena Youngers Ehemann hinterlässt eine Lebensversicherung von 10.000 Dollar, die die Familie vor die Frage stellt, wie dieses Geld am besten für ihre Zukunft genutzt werden kann. Die unterschiedlichen Visionen und Wünsche der Familienmitglieder führen zu Spannungen und Konflikten, aber auch zu Momenten der Solidarität und Liebe.
Lena Younger (Mama)
Lena, oft Mama genannt, ist das Matriarchat der Familie. Sie ist eine starke, religiöse und bodenständige Frau, die tiefe Wurzeln in der landwirtschaftlichen Vergangenheit ihrer Familie hat. Ihr grösster Wunsch ist es, ein Haus mit einem Garten für ihre Familie zu kaufen, damit diese ein besseres Leben führen und der Enge der Wohnung entfliehen kann. Sie verkörpert die Werte von Arbeit, Sparsamkeit und Glauben und kämpft darum, diese Werte an ihre Kinder weiterzugeben. Ihre Vision ist primär darauf ausgerichtet, die Familie zusammenzuhalten und ihnen ein sicheres und stabiles Zuhause zu bieten. Lena ist pragmatisch und weiss, dass Bildung und finanzielle Stabilität entscheidend für den Erfolg ihrer Kinder sind, aber sie legt auch Wert auf spirituelle und moralische Werte.
Mama’s Entscheidung, einen Teil des Geldes für den Hauskauf zu verwenden, symbolisiert ihren Wunsch nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung für ihre Familie. Es ist ein Akt des Widerstands gegen die restriktiven sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen, denen Afroamerikaner in den 1950er Jahren ausgesetzt waren.
Walter Lee Younger
Walter Lee, Lenas Sohn, ist ein junger Mann, der von dem Wunsch getrieben wird, aus seiner Situation herauszukommen und ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden. Er arbeitet als Chauffeur und fühlt sich in seinem Job unterdrückt und unbefriedigt. Er träumt davon, ein eigenes Geschäft zu gründen, idealerweise in der Alkoholbranche, und sieht in dem Lebensversicherungsgeld die Chance, seinen Traum zu verwirklichen. Walter fühlt sich von seiner Familie, insbesondere von Mama und Ruth, missverstanden und in seinen Ambitionen behindert. Seine Vorstellungen von Erfolg sind stark von materialistischen Werten geprägt und er glaubt, dass Geld der Schlüssel zu Glück und Anerkennung ist. Walters Handlungen und Entscheidungen sind oft impulsiv und rücksichtslos, was zu Konflikten mit seiner Familie führt. Er repräsentiert die Generation, die sich nach grösserem wirtschaftlichen Erfolg sehnt und bereit ist, Risiken einzugehen, um ihre Ziele zu erreichen.
Die Interaktion zwischen Walter und seiner Schwester Beneatha verdeutlicht die Generationenkonflikte innerhalb der Familie. Walter kritisiert Beneathas intellektuelle Ambitionen und ihr Interesse an afrikanischer Kultur, während Beneatha Walters materialistische Denkweise und seine Fixierung auf Geld ablehnt.
Ruth Younger
Ruth, Walters Frau, ist eine erschöpfte und belastete Frau, die sich um das Wohlergehen ihrer Familie sorgt. Sie arbeitet als Haushälterin und trägt massgeblich zum Familieneinkommen bei. Ruth ist schwanger und erwägt eine Abtreibung, da sie sich die finanzielle Belastung eines weiteren Kindes nicht leisten kann. Sie sehnt sich nach einem besseren Leben für ihre Familie und unterstützt Mamas Entscheidung, ein Haus zu kaufen. Ruth ist oft der Vermittler zwischen Walter und Mama, und sie versucht, die Familie zusammenzuhalten und die Spannungen zu entschärfen. Ihre Rolle als Ehefrau und Mutter ist geprägt von Aufopferung und dem Wunsch, ihren Lieben ein stabiles und liebevolles Zuhause zu bieten.
Beneatha Younger
Beneatha ist Walters Schwester und eine junge, intelligente und unabhängige Frau, die studiert, um Ärztin zu werden. Sie ist auf der Suche nach ihrer Identität und experimentiert mit verschiedenen Interessen, darunter afrikanische Kultur und die Auseinandersetzung mit ihrer afroamerikanischen Herkunft. Beneatha ist kritisch gegenüber der Assimilierung an weisse Werte und sucht nach einem authentischen Ausdruck ihrer Identität. Sie ist hin- und hergerissen zwischen zwei Verehrern: George Murchison, einem wohlhabenden, assimilierten Afroamerikaner, und Joseph Asagai, einem nigerianischen Studenten, der sie in ihre afrikanischen Wurzeln einführt. Beneatha verkörpert die aufkommende Black Identity Bewegung und den Wunsch junger Afroamerikaner, ihre kulturelle Identität zu feiern und sich gegen die Unterdrückung durch die weisse Mehrheitsgesellschaft zu wehren. Sie repräsentiert die moderne, intellektuelle Frau, die ihre eigenen Ziele verfolgt und sich nicht den traditionellen Geschlechterrollen unterordnen will.
Travis Younger
Travis, Walters und Ruths Sohn, ist ein unschuldiger und lebhafter Junge, der die Hoffnung und Zukunft der Familie repräsentiert. Er muss sich die Enge der Wohnung mit seinen Eltern, seiner Grossmutter und seiner Tante teilen. Travis’ Wunsch nach einem besseren Leben ist ein Motivator für die anderen Familienmitglieder, die sich bemühen, ihm eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Seine Unschuld und sein kindlicher Optimismus stehen im Kontrast zu den harten Realitäten, mit denen die Familie konfrontiert ist.
Weitere wichtige Charaktere
George Murchison
George Murchison ist ein wohlhabender, assimilierter Afroamerikaner, der Beneatha umwirbt. Er repräsentiert die bürgerliche Schicht der afroamerikanischen Gesellschaft, die sich erfolgreich in die weisse Kultur integriert hat. Beneatha kritisiert George für seine Konformität und seinen Mangel an Interesse an afrikanischer Kultur. Er verkörpert eine Perspektive, die Beneatha ablehnt, da sie darin eine Aufgabe der eigenen Identität sieht.
Joseph Asagai
Joseph Asagai ist ein nigerianischer Student, der Beneatha in ihre afrikanischen Wurzeln einführt. Er ist ein Intellektueller und ein Verfechter des afrikanischen Nationalismus. Asagai ermutigt Beneatha, ihre afrikanische Identität anzunehmen und sich gegen die Assimilierung an weisse Werte zu wehren. Er bietet Beneatha eine andere Perspektive auf ihre Identität und ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit. Er lädt sie ein mit ihm nach Nigeria zu gehen, und dort als Ärztin zu arbeiten. Er ist der Katalysator für Beneathas persönliche Entwicklung und ihr Verständnis ihrer kulturellen Identität.
Karl Lindner
Karl Lindner ist ein Vertreter der Clybourne Park Improvement Association, einer weissen Wohngegend, in die die Youngers ziehen wollen. Lindner bietet den Youngers Geld an, um sie davon zu überzeugen, nicht in die Nachbarschaft zu ziehen, da die weissen Bewohner befürchten, dass ihr Einzug die Wohnqualität beeinträchtigen könnte. Lindner verkörpert den offenen Rassismus und die Diskriminierung, mit denen Afroamerikaner in den 1950er Jahren konfrontiert waren. Seine Figur verdeutlicht die Hindernisse, die Afroamerikanern im Weg standen, wenn sie versuchten, ihren wirtschaftlichen und sozialen Status zu verbessern.
Themen und Bedeutung
A Raisin in the Sun behandelt eine Vielzahl von Themen, darunter:
- Der Amerikanische Traum: Die verschiedenen Charaktere haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was der Amerikanische Traum bedeutet, und wie er erreicht werden kann.
- Rassismus und Diskriminierung: Das Stück zeigt die alltäglichen Formen von Rassismus und Diskriminierung, mit denen Afroamerikaner in den 1950er Jahren konfrontiert waren.
- Familie und Zusammenhalt: Trotz der Spannungen und Konflikte innerhalb der Familie Younger halten die Familienmitglieder zusammen und unterstützen sich gegenseitig.
- Identität und Selbstfindung: Beneathas Suche nach ihrer Identität und ihr Engagement für afrikanische Kultur sind zentrale Themen des Stücks.
- Geld und Materialismus: Das Stück untersucht die Rolle von Geld und Materialismus in der Gesellschaft und die Auswirkungen auf die Beziehungen und Werte der Menschen.
A Raisin in the Sun ist ein zeitloses Stück, das bis heute relevant ist. Es bietet Einblicke in die afroamerikanische Erfahrung und die Herausforderungen, mit denen Afroamerikaner beim Streben nach Gleichberechtigung und sozialer Gerechtigkeit konfrontiert sind. Für Expatriates und Neuankömmlinge in den USA kann das Verständnis der Charaktere und Themen des Stücks dazu beitragen, ein tieferes Verständnis für die amerikanische Kultur und die Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zu entwickeln. Das Stück regt zur Reflexion über die eigenen Werte und Vorstellungen von Erfolg an und zeigt, wie wichtig es ist, für seine Träume zu kämpfen und sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen.
Durch die detaillierte Analyse der Charaktere wird deutlich, dass A Raisin in the Sun weit mehr ist als nur ein Drama über eine Familie, die um Geld streitet. Es ist ein kraftvolles Plädoyer für Würde, Respekt und die Bedeutung von Familie und Gemeinschaft im Angesicht von Widrigkeiten.
