Ab Wann Hat Ein Kind Mitspracherecht Beim Umgangsrecht
Na, hallo liebe Eltern, Patchwork-Familien und alle, die's noch werden wollen! Habt ihr euch auch schon mal gefragt: Ab wann darf Mini-Me eigentlich bei der Frage mitreden, wo's am Wochenende hingeht oder wie die Ferien geplant werden? Tja, das ist ein Thema, da rauchen so manche Eltern-Hirne, und das ist auch gut so! Denn es geht um was Wichtiges: Die Stimme eurer Kinder!
Die magische Altersgrenze... gibt's die überhaupt?
Okay, fangen wir mal mit dem Offensichtlichen an: Gibt es DIESEN EINEN Geburtstag, ab dem plötzlich das Kind zum König erklärt wird und Papa und Mama nur noch abnicken dürfen? Die Antwort ist – Trommelwirbel – NEIN! Stell dir vor, dein siebenjähriger Filius erklärt, er zieht jetzt dauerhaft in den Zoo, weil die Erdmännchen so knuffig sind. Wäre das optimal? Wohl eher nicht! Das Umgangsrecht ist kein Wunschkonzert, auch wenn wir uns manchmal wünschen, es wäre einfacher!
Aber, und jetzt kommt das große ABER, das Alter spielt natürlich schon eine Rolle. Juristisch gesehen ist es so, dass das Gericht Kinder anhört. Und zwar nicht erst, wenn sie 18 sind und sowieso machen, was sie wollen. Generell kann man sagen:
Ab 14 Jahren: Da wird's ernst!
Ab 14 Jahren wird das Kind in der Regel immer vom Gericht angehört, wenn es um das Umgangsrecht geht. Das bedeutet aber nicht, dass das Gericht blindlings alles abnickt, was Junior sich wünscht. Aber die Meinung des Teenagers wird ernst genommen und fließt in die Entscheidung mit ein. Stell dir vor, dein pubertierender Sohn erklärt mit theatralischer Geste, er würde lieber mit seinem Kumpel zocken, als dich zu besuchen. Das Gericht wird das berücksichtigen, aber auch gucken: Ist das wirklich der freie Wille des Sohnes, oder versucht er nur, dich zu ärgern (weil Pubertät)?
Ab 12 Jahren: Da wird's interessant!
Schon ab 12 Jahren kann das Gericht ein Kind anhören. Es muss aber nicht. Das Gericht entscheidet, ob es für die Entscheidungsfindung sinnvoll ist. Vielleicht möchte die Richterin wissen, ob die Zwölfjährige wirklich lieber bei Mama wohnt, weil Papas Kochkünste verdächtig an Schuhsohle erinnern (kleine Übertreibung erlaubt, oder?).
Jünger als 12? Auch da tut sich was!
Auch wenn dein Kind noch keine 12 ist, heißt das nicht, dass seine Meinung egal ist! Ganz im Gegenteil! Gerichte sind dazu angehalten, das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu stellen. Und dazu gehört auch, herauszufinden, was das Kind möchte und braucht. Das Gericht kann z.B. einen Gutachter beauftragen, der sich mit dem Kind unterhält. Oder das Jugendamt wird eingeschaltet, um die Situation zu beurteilen. Stell dir vor, die kleine Lisa (6) malt immer nur traurige Bilder, wenn sie vom Papa erzählt. Das ist natürlich ein Warnsignal, das ernst genommen wird!
Was bedeutet das jetzt für dich und deine Familie?
Ganz einfach: Rede mit deinen Kindern! Höre ihnen zu! Auch wenn sie noch klein sind. Frage sie, wie sie die Besuchszeiten finden, ob sie sich wohlfühlen, ob sie Wünsche oder Ängste haben. Eine offene Kommunikation ist das A und O, damit sich alle in der Familie wohlfühlen. Und wenn du das Gefühl hast, dass dein Kind unter der Situation leidet oder seine Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden, scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt Beratungsstellen, Familienanwälte und Mediatoren, die euch unterstützen können.
Merke: Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle! Egal, wie alt es ist!
Und zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Versuch, die Entscheidungen zum Umgangsrecht nicht zu einem Schlachtfeld zwischen dir und dem anderen Elternteil zu machen. Denn am Ende leiden die Kinder am meisten unter einem Rosenkrieg. Konzentriert euch auf das, was für eure Kinder am besten ist, und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden. Auch wenn's manchmal schwerfällt. Denkt daran, ihr seid Eltern, und Eltern halten zusammen – zumindest, wenn es um ihre Kinder geht!
Also, Kopf hoch, Ohren auf und viel Erfolg bei der Gestaltung eurer individuellen Familien-Konstellation! Und denkt daran: Auch wenn's mal kompliziert wird, am Ende zählt die Liebe zu euren Kindern!
