Ab Wieviel Kmh Löst Ein Blitzer Aus
Jeder kennt das mulmige Gefühl, wenn man an einem Blitzer vorbeifährt. War ich zu schnell? Hat es geblitzt? Und vor allem: Ab welcher Geschwindigkeit löst dieses mysteriöse Gerät eigentlich aus? Die Antwort ist einfacher (und manchmal auch überraschender), als man denkt.
Die Toleranzgrenze: Dein kleiner Geschwindigkeits-Puffer
Die gute Nachricht zuerst: Blitzer sind nicht darauf programmiert, jeden kleinen Geschwindigkeitsübertreter sofort zu bestrafen. Es gibt eine Art Toleranzgrenze, die in Deutschland üblich ist. Diese Toleranz dient dazu, Messungenauigkeiten auszugleichen und kleinere Fahrfehler zu berücksichtigen. Stell dir vor, du hast einen Kuchen gebacken, und er ist nicht ganz perfekt geworden. Die Toleranz ist wie die Glasur, die kleine Unebenheiten kaschiert.
Aber wie hoch ist diese Toleranz genau? In der Regel werden bei Geschwindigkeiten unter 100 km/h 3 km/h abgezogen. Bei Geschwindigkeiten über 100 km/h sind es 3 Prozent. Das bedeutet: Wenn du innerorts mit 55 km/h an einem Blitzer vorbeifährst, wird dir nicht sofort ein Strafzettel ins Haus flattern. Der Blitzer greift erst ab 53 km/h (nach Abzug der Toleranz) ein, was immer noch zu schnell wäre, aber eben nicht ganz so schlimm.
Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Angenommen, du fährst auf der Autobahn, wo 120 km/h erlaubt sind. Dein Tacho zeigt 125 km/h an. Die 3 Prozent Toleranz entsprechen 3,75 km/h. Gerundet sind das 4 km/h. Somit wird dir erst eine Geschwindigkeit von 121 km/h vorgeworfen – und das ist immer noch zu schnell!
Die Tücken des Tachos: Dein Freund und Helfer?
Wichtig zu wissen: Dein Tacho im Auto ist oft etwas großzügiger als die tatsächliche Geschwindigkeit. Das liegt daran, dass die Hersteller sicherstellen müssen, dass der Tacho niemals eine zu geringe Geschwindigkeit anzeigt. Stell dir vor, du fährst laut Tacho 50 km/h, bist aber in Wahrheit schneller. Das könnte gefährlich werden! Deswegen zeigen die meisten Tachos eher etwas mehr an als weniger. Das bedeutet aber auch, dass du dich nicht blind auf deinen Tacho verlassen solltest, wenn du wissen willst, ob du geblitzt wirst.
Mobile und stationäre Blitzer: Ein kleiner Unterschied
Es gibt zwei Hauptarten von Blitzern: mobile und stationäre. Stationäre Blitzer sind fest installiert und stehen oft an bekannten Gefahrenstellen. Mobile Blitzer hingegen werden von der Polizei an wechselnden Orten aufgestellt. Oft sind sie in unscheinbaren Autos oder Anhängern versteckt. Die Toleranzgrenze ist bei beiden Arten von Blitzern gleich. Der Unterschied liegt eher in der Überraschung.
Die psychologische Wirkung: Der Blitzer als Erziehungsmaßnahme
Egal ob mobil oder stationär, die meisten Blitzer haben vor allem eine psychologische Wirkung. Sie sollen die Autofahrer dazu bringen, langsamer und vorsichtiger zu fahren. Und das funktioniert oft auch ganz gut. Allein der Gedanke, dass hinter jeder Ecke ein Blitzer lauern könnte, sorgt dafür, dass viele Leute ihren Gasfuß zügeln. Stell dir vor, du bist auf Diät und siehst plötzlich ein Stück Schokoladenkuchen. Allein der Anblick sorgt schon dafür, dass du dich zusammenreißt!
„Lieber einmal geblitzt werden, als einen Unfall zu verursachen.“
Dieser Spruch bringt es auf den Punkt. Auch wenn es ärgerlich ist, geblitzt zu werden, sollte man sich immer vor Augen führen, dass die Geschwindigkeitskontrollen vor allem der Sicherheit dienen.
Was passiert, wenn es doch blitzt?
Wenn du doch geblitzt wurdest, heißt es erst einmal: Ruhe bewahren. Kurz darauf erhältst du einen Brief von der Bußgeldstelle. Darin wird dir vorgeworfen, zu schnell gefahren zu sein, und es werden dir die möglichen Konsequenzen aufgezeigt: ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder sogar ein Fahrverbot. Du hast dann die Möglichkeit, dich zu dem Vorwurf zu äußern oder Einspruch einzulegen. Ob sich ein Einspruch lohnt, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Manchmal kann es sich lohnen, einen Anwalt zu konsultieren.
Fazit: Wissen ist Macht (und schützt vor Blitzern)
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Blitzer erst auslöst, wenn du die zulässige Geschwindigkeit zuzüglich der Toleranz überschreitest. Die Toleranz beträgt in der Regel 3 km/h (unter 100 km/h) oder 3 Prozent (über 100 km/h). Kenne die Geschwindigkeitsbegrenzungen, achte auf deinen Tacho (aber verlasse dich nicht blind darauf) und fahre vorausschauend. Dann kannst du die meisten Blitzer getrost ignorieren – und dich stattdessen auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren. Zum Beispiel auf ein leckeres Stück Kuchen, ohne schlechtes Gewissen.
Und denk daran: Lieber etwas langsamer fahren und sicher ankommen, als schnell fahren und dafür teuer bezahlen! Gute Fahrt!
