Abschlussprüfung Teil 2 Elektroniker Für Betriebstechnik Sommer 2017
Okay, Leute, mal ehrlich. Die Abschlussprüfung Teil 2 Elektroniker für Betriebstechnik Sommer 2017… wir müssen reden. Ich weiß, ich weiß, das ist schon eine Weile her. Aber manche Traumata sitzen tief, tiefer als ein Kabelschacht im Dauerfrostboden. Und ich hab da so ein paar… sagen wir mal… *unpopuläre Meinungen* zu.
Also, zuerst mal: War das wirklich nötig, diese eine Aufgabe mit dem… wisst schon… dem… Ding? Ihr wisst genau, welches ich meine. Das, wo selbst der Ausbilder mit dem jahrelangen Bartwuchs nur noch ratlos die Schultern gezuckt hat. Ich sag ja nur: Hätte man da nicht einfach ein bisschen mehr Praxisbezug reinbringen können? Irgendwas mit einem funktionierenden Stromkreis, vielleicht? Oder eine Kaffeemaschine reparieren, die den Azubis das Leben schwer macht? Das wäre mal eine *echte* Prüfungssituation gewesen!
Und diese ewigen Formeln! Meine Güte. Ich hab mehr Formeln für diese Prüfung auswendig gelernt, als ich Telefonnummern meiner Familie kenne. Und ganz ehrlich? Im echten Leben fragt mich keiner, wie man den Blindwiderstand bei dreiphasigem Wechselstrom berechnet, wenn der Wind von Nordosten kommt. Da fragt mich eher, warum der FI-Schalter schon wieder rausgeflogen ist, weil jemand versucht hat, drei Föhne gleichzeitig zu benutzen.
Das leidige Thema Dokumentation
Lasst uns über die Dokumentation sprechen. Oh, heilige Makrele, die Dokumentation! Ich habe mehr Zeit mit dem ordnungsgemäßen Ausfüllen von Formularen verbracht, als ich tatsächlich mit dem Verkabeln von irgendwas verbracht habe. Und das ist schon eine Leistung für jemanden, der drei Jahre lang Kabel verlegt hat. War das wirklich der Sinn der Sache? Sollten wir nicht eher lernen, wie man einen Kurzschluss behebt, anstatt wie man einen Schaltplan *perfekt* zeichnet?
Der Mythos der normgerechten Ausführung
Und dann diese *Normen*. Natürlich sind Normen wichtig. Sicherheit geht vor. Aber manchmal hatte ich das Gefühl, wir lernen Normen auswendig, nur um sie dann nie wieder anzuwenden. Im echten Leben improvisiert man doch auch mal ein bisschen, oder? (Okay, nicht, wenn es um Hochspannung geht. Da sollte man sich *wirklich* an die Normen halten. Aber bei der Installation einer Lichterkette…?)
Ich will ja nicht sagen, dass die Abschlussprüfung Teil 2 Elektroniker für Betriebstechnik Sommer 2017 unnötig war. Natürlich nicht. Es ist wichtig, dass man sein Handwerk versteht. Aber vielleicht könnte man die Prüfung ein bisschen… praxisorientierter gestalten? Ein bisschen weniger Theorie, ein bisschen mehr "Wie behebe ich ein Problem, das in echt aufgetaucht ist?"
"Die Prüfung war schwer, aber ich habe viel gelernt." - Sagt jeder, der die Prüfung bestanden hat.
Ich sage: Die Prüfung war schwer, aber ich habe auch gelernt, wie man unter Druck kreativ wird. Und wie man Kaffee kocht, der stark genug ist, um die schlimmste Theorieprüfung zu überstehen. Und das ist ja auch was wert.
Also, an alle, die die Prüfung in den Jahren danach gemacht haben oder noch machen werden: Kopf hoch! Es wird besser. Oder zumindest anders. Und denkt dran: Selbst wenn ihr eine Aufgabe mal nicht lösen könnt, bedeutet das nicht, dass ihr keine guten Elektroniker seid. Es bedeutet nur, dass ihr vielleicht in Zukunft jemanden anruft, der sich mit dem *Blindwiderstand bei dreiphasigem Wechselstrom* auskennt, wenn der Wind von Nordosten kommt. Und das ist völlig in Ordnung.
Ich bin ja auch durchgekommen, irgendwie. Und jetzt repariere ich Kaffeemaschinen und tausche FI-Schalter aus. Und das ist auch… befriedigend. Meistens.
Ach ja, und falls irgendjemand von der IHK das liest: Ich hab euch trotzdem lieb. Irgendwie.
P.S.: War diese eine Aufgabe mit dem… Ding… eigentlich wirklich lösbar?
