Absolute Und Relative Straftheorie
Stell dir vor, du bist Richter Richtig, der weiseste und coolste Richter weit und breit. Dein Job: Entscheiden, was mit Leuten passiert, die Mist gebaut haben. Aber wie entscheidest du das? Einfach aus dem Bauch heraus? Oder gibt's da 'ne Methode? Hier kommen die absoluten und relativen Straftheorien ins Spiel!
Die absolute Straftheorie: Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Die absolute Straftheorie ist wie der Racheengel unter den Theorien. Ihr Motto: "Es muss einfach *gerecht* sein!" Klingt erstmal gut, oder? Stell dir vor, Karl-Heinz klaut Omas geliebten Gartenzwerg Günther. Die absolute Theorie sagt: Karl-Heinz muss dafür büßen, weil er *Unrecht* getan hat. Die Strafe ist also eine Art Vergeltung, ein Ausgleich für das Verbrechen. Es geht nicht darum, Karl-Heinz zu bessern oder andere abzuschrecken. Nein, es geht nur darum, dass er für seine Tat *bezahlt*.
"Strafe ist Vergeltung! Punkt!" - So ungefähr würde es ein Anhänger der absoluten Theorie sagen.
Man könnte sagen, die absolute Theorie ist ein bisschen wie das alte Testament: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Wenn jemand Mist baut, dann bekommt er den Mist zurück, und zwar in Form einer Strafe. Stell dir vor, jemand malt ein Graffiti an deine Hauswand. Nach der absoluten Theorie müsstest du dann... auch ein Graffiti an seine Hauswand malen? Hmm, vielleicht nicht die beste Idee, aber du verstehst den Punkt!
Kritik? Aber klar doch!
Klingt hart, oder? Und das ist auch der Knackpunkt. Was passiert, wenn jemand aus Versehen einen Fehler macht? Soll der dann auch gleich bestraft werden? Und was, wenn die Strafe total übertrieben ist? Die absolute Theorie kann schnell zu ungerechten Ergebnissen führen, weil sie die Umstände des Verbrechens oft ignoriert. Es ist, als würde man sagen: "Du hast den Apfel geklaut! Ab ins Gefängnis!" Egal, ob du Hunger hattest oder nicht.
Die relative Straftheorie: Strafe als Erziehungsmittel!
Die relative Straftheorie ist da schon ein bisschen sanfter. Ihr Motto: "Wir wollen, dass sowas nicht nochmal passiert!" Es geht also nicht nur um die Vergangenheit, sondern vor allem um die Zukunft. Die Strafe soll nicht nur eine Vergeltung sein, sondern vor allem eine *Abschreckung*. Und zwar eine Abschreckung für den Täter selbst (Spezialprävention) und für alle anderen (Generalprävention).
Stell dir vor, Lisa klaut im Supermarkt eine Tafel Schokolade. Die relative Theorie würde sagen: "Lisa muss bestraft werden, damit sie *nicht wieder* klaut und damit auch *kein anderer* auf die Idee kommt, Schokolade zu klauen." Die Strafe ist also eine Art Warnung, ein erzieherischer Fingerzeig.
Spezialprävention vs. Generalprävention: Ein kleiner Exkurs!
Die Spezialprävention zielt darauf ab, den Täter selbst zu bessern. Man will, dass er einsieht, dass sein Verhalten falsch war und in Zukunft die Finger davon lässt. Das kann durch Gespräche, Therapien oder eben auch durch eine Strafe erreicht werden. Die Generalprävention hingegen zielt auf die gesamte Gesellschaft ab. Die Strafe soll andere davon abhalten, ähnliche Verbrechen zu begehen. Man könnte sagen, die Strafe ist eine Art "öffentliche Vorführung", die zeigen soll: "So etwas wird *nicht* toleriert!"
Die relative Theorie ist also ein bisschen wie eine strenge, aber liebevolle Mutter: "Das machst du nicht nochmal, mein Schatz! Sonst gibt's Ärger!"
Kritik? Auch hier gibt es was zu meckern!
Auch die relative Theorie hat ihre Schwächen. Was passiert, wenn eine Strafe *nicht* abschreckend wirkt? Soll man dann die Strafe immer weiter erhöhen, bis sie endlich wirkt? Und was, wenn jemand ein Verbrechen begeht, obwohl er eigentlich ein guter Mensch ist? Soll man ihn dann trotzdem hart bestrafen, nur um andere abzuschrecken? Außerdem: Lässt sich die abschreckende Wirkung von Strafen überhaupt *messen*? All das sind Fragen, die die relative Theorie aufwirft.
Und was nun, Richter Richtig?
Welche Theorie ist nun die richtige? Die Wahrheit ist: Keine von beiden ist perfekt. Oft ist es eine Mischung aus beiden, die zu einem gerechten Urteil führt. Richter Richtig würde wahrscheinlich sagen: "Ich schaue mir den Fall genau an, berücksichtige alle Umstände und entscheide dann, welche Strafe angemessen ist. Es geht darum, das Richtige zu tun, sowohl für den Täter als auch für die Gesellschaft!" Und das ist doch eigentlich eine ganz gute Einstellung, oder?
Also, das nächste Mal, wenn du über das Thema Strafe nachdenkst, erinnere dich an Karl-Heinz und den Gartenzwerg Günther, an Lisa und die Schokolade, und an die weisen Worte von Richter Richtig. Vielleicht bist du ja auch ein kleiner Richter Richtig in dir!
