Adjektiv Mit Endung Bar
Ich habe da so eine...Beziehung, sagen wir mal, zu bestimmten Wörtern. Eine komplizierte Beziehung. Und ratet mal, welche gerade im Visier sind: Adjektive mit der Endung -bar.
Das Problem mit "bar"
Klar, sie sind nützlich. Manchmal. Aber irgendwie finde ich sie oft...faul. Es ist, als hätte die deutsche Sprache gesagt: "Hey, ich könnte ein ganz neues Wort erfinden, um diese Eigenschaft zu beschreiben, aber... nö. Hängen wir einfach '-bar' dran."
Denk mal drüber nach...
Nehmen wir "essbar". Ist ja klar, was es bedeutet: "Kann man essen." Aber klingt es nicht irgendwie...unappetitlich? So, als würde man etwas essen, das gerade noch so okay ist, aber nicht wirklich lecker? Ich bevorzuge "genießbar" oder einfach "lecker".
Oder "trinkbar". Klingt für mich nach abgestandenem Wasser, das man nur trinkt, weil man verdurstet. Ein guter Wein ist doch nicht "trinkbar", er ist köstlich! Oder himmlisch! Oder einfach nur gut.
Und was ist mit "bezahlbar"? Klar, wichtig im Leben. Aber es klingt so negativ. So, als ob man sich gerade so etwas leisten kann, aber nicht wirklich glücklich damit ist. "Erschwinglich" finde ich da schon freundlicher.
Versteht mich nicht falsch. Ich hasse nicht alle -bar-Adjektive. "Wunderbar" ist zum Beispiel toll! Ein Klassiker. Und "unfassbar", wenn etwas wirklich krass ist, passt es auch super. Aber es gibt einfach zu viele, die sich so...mittelmäßig anfühlen.
Ein bisschen Humor muss sein
Ich stelle mir vor, wie eine Runde Germanistik-Studenten zusammensitzen und entscheiden, welche neuen Wörter die Welt braucht. "Okay, wir brauchen ein Wort für 'kann man sehen'." "Hmm...vielleicht 'blickdurchlässig'? Oder 'visuell manifestiert'?" "Nö. Zu kompliziert. 'Sehbar'!" Und alle sind zufrieden.
Ich weiß, ich weiß. Ich bin gemein. Und wahrscheinlich total daneben. Aber ich kann einfach nicht anders. Diese kleinen sprachlichen Macken fallen mir halt auf. Und ich muss sie einfach loswerden!
Einige meiner "Lieblinge"
Hier noch ein paar Beispiele, die mir besonders am Herzen liegen (im negativen Sinne, natürlich):
- "Machbar": Klingt nach einem Projekt, das man nur widerwillig angeht.
- "Lesbar": Als ob jemand mit Mühe entziffern kann, was man geschrieben hat.
- "Haltbar": Super für Joghurt, aber nicht für Freundschaften.
Ist es nur meine persönliche Obsession? Wahrscheinlich. Aber ich bin mir sicher, dass es da draußen noch andere gibt, die ähnlich denken. Oder zumindest jetzt, nachdem sie diesen Artikel gelesen haben. 😉
Mein Plädoyer
Also, liebe Sprachgemeinschaft, lasst uns ein bisschen kreativer sein! Lasst uns nach Alternativen suchen! Lasst uns die deutsche Sprache wieder ein bisschen aufregender machen! Wir müssen uns nicht immer auf das einfache, bequeme "-bar" verlassen.
Und wenn ihr mich fragt, was ich stattdessen vorschlage? Nun, das ist eine andere Geschichte. Aber vielleicht mache ich mal eine Liste mit meinen Lieblings-Adjektiven. Die sind garantiert nicht alle mit "-bar".
Bis dahin: Seid nachsichtig mit meiner kleinen Tirade. Und vielleicht...denkt mal darüber nach, bevor ihr das nächste Mal ein "-bar"-Adjektiv benutzt. Es könnte ja sein, dass es eine bessere Alternative gibt.
Und falls nicht? Na ja, dann ist es halt "unvermeidbar". Aber versucht's wenigstens!
