Advanced Global Intercompany System
Okay, hört mal zu. Ich habe eine – vielleicht – unpopuläre Meinung. Es geht um dieses "Advanced Global Intercompany System" Ding. Klingt ja erstmal nach 'nem James Bond Gadget, oder? "Ich hätte gern einen Martini. Geschüttelt, nicht gerührt... und mit meinem Advanced Global Intercompany System bezahlt!"
Aber mal ehrlich, wer von uns hat wirklich 'ne Ahnung, was das genau bedeutet? Ich vermute mal, die meisten nicken einfach zustimmend und hoffen, niemand fragt nach.
Was zum Henker ist das eigentlich?
Ich habe versucht, es zu verstehen. Wirklich! Ich habe Fachartikel gelesen, YouTube-Tutorials geschaut… Ich habe sogar meinen Cousin, der irgendwas mit Computern macht, gelöchert. Ergebnis? Irgendwas mit Firmen, die zusammenarbeiten, weltweit, und alles muss superduper organisiert sein. Mit Computern. Und viel Papierkram, wahrscheinlich. Digitalem Papierkram, versteht sich. Umweltschutz und so.
Die Illusion der Einfachheit
Die Idee dahinter ist ja toll: Reibungslose Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Wie ein perfekt geöltes Getriebe. Aber in der Realität? Eher wie ein rostiger Traktor, der versucht, den Mount Everest hochzuklettern. Und ständig hustet.
Ich behaupte mal, die meisten von uns merken den Unterschied zwischen einem "nicht-advanced" und einem "advanced" System gar nicht. Hauptsache, die Rechnung kommt pünktlich und das Gehalt auch. Oder?
Meine unpopuläre Meinung (Achtung!):
Hier kommt's: Ich glaube, die Hälfte des Buzzwords ist reine Show. Marketing-Gerede. "Wir sind jetzt 'Advanced Global Intercompany'! Bezahlt uns mehr!"
Klar, es gibt bestimmt Unternehmen, die davon wirklich profitieren. Die globalen Player, die mit hunderten Tochterfirmen jonglieren. Aber für den Rest von uns? Ist es nicht oft einfach nur… komplizierter? Mehr Logins, mehr Passwörter, mehr Schulungen, die keiner versteht?
Ich sage ja nicht, dass wir zurück in die Steinzeit sollen. Aber vielleicht sollten wir uns fragen, ob all diese "advanced" Lösungen wirklich immer so viel besser sind, als das, was wir vorher hatten.
Das Gefühl, abgehängt zu sein
Ich kenne dieses Gefühl, wenn man in einem Meeting sitzt und alle nicken begeistert, während irgendjemand über die Vorteile des neuen AGIS (kurz für Advanced Global Intercompany System, weil wir ja keine Zeit zu verlieren haben!) schwärmt. Und man selbst denkt nur: "Kann mir mal jemand erklären, was das Ding überhaupt macht?"
Und dann kommt der Moment, in dem man eine Frage stellen müsste. Aber man traut sich nicht. Weil man nicht als der Depp vom Dienst dastehen will. Also nickt man auch, lächelt und hofft, dass das Thema schnell wieder vom Tisch ist.
Die Suche nach dem Sinn
Ich habe mich gefragt, ob es nicht auch einfacher geht. Ob es nicht Systeme gibt, die weniger kompliziert sind, aber trotzdem ihren Job machen. Systeme, die nicht nur für die Top-Manager verständlich sind, sondern auch für den Otto Normalverbraucher. Oder die Petra von der Buchhaltung. Die freut sich nämlich auch über funktionierende Technik. Und über pünktliches Gehalt. Hatte ich das schon erwähnt?
Vielleicht bin ich ja einfach nur altmodisch. Vielleicht verstehe ich die Genialität dieser Advanced Global Intercompany Systeme einfach nicht. Aber ich habe das Gefühl, dass wir uns manchmal zu sehr von Buzzwords blenden lassen. Dass wir vergessen, nach dem gesunden Menschenverstand zu fragen. Und nach Petra von der Buchhaltung.
Also, das nächste Mal, wenn jemand anfängt, über die Vorzüge des AGIS zu schwärmen, atmet tief durch. Fragt nach. Seid mutig. Und erinnert alle daran, dass es am Ende des Tages darum geht, dass die Arbeit erledigt wird. Und dass die Rechnungen bezahlt werden. Und dass Petra von der Buchhaltung ihren Job machen kann, ohne einen Nervenzusammenbruch zu erleiden.
Und vielleicht, ganz vielleicht, ist es dann gar nicht so schlimm, wenn das System nicht ganz so "advanced" ist. Sondern einfach nur… funktioniert.
