Agenda Setting Theory Definition
Stell dir vor, du stehst am Kiosk. Vor dir ein Berg von Zeitschriften und Zeitungen, jede schreit lauter als die andere: "Lies mich! Lies mich! Hier gibt’s die wichtigsten News!" Aber mal ehrlich, wer entscheidet eigentlich, welche Nachrichten da ganz oben liegen und welche eher versteckt am Boden? Dahinter steckt ein Konzept, das schlauer ist, als man denkt: die Agenda-Setting-Theorie.
Klingt erstmal nach trockenem Uni-Stoff, ist es aber gar nicht! Im Grunde geht es darum, dass die Medien uns nicht unbedingt sagen, was wir denken sollen, sondern vielmehr worüber wir denken sollen. Denk mal drüber nach: Welches Thema hat dich in den letzten Tagen am meisten beschäftigt? Wahrscheinlich etwas, das in den Nachrichten rauf und runter gespielt wurde, oder?
Wie das mit der Agenda so funktioniert
Die Agenda-Setting-Theorie besagt, dass die Medien durch ihre Themenauswahl und Gewichtung eine Art "Agenda" für uns festlegen. Was oft und prominent berichtet wird, halten wir automatisch für wichtiger. Ist doch logisch, oder? Wenn jeden Tag von der drohenden Zombie-Apokalypse berichtet wird, denken wir irgendwann, dass das echt ein Problem ist! (Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eher gering ist… hoffentlich).
Ein bisschen wie im Supermarkt
Stell dir den Nachrichtenkonsum wie einen Einkauf im Supermarkt vor. Die Produkte, die in Augenhöhe stehen und mit grellen Lichtern angeleuchtet werden, landen eher im Einkaufswagen als die, die ganz unten im Regal verstauben. Genauso ist es mit den Nachrichten: Was prominent platziert wird, bekommt unsere Aufmerksamkeit. Und was Aufmerksamkeit bekommt, wird als wichtig erachtet.
Das Ganze ist ein zweistufiger Prozess, sagen die Agenda-Setting-Experten. Zuerst setzen die Medien ihre eigene Agenda – also die Themen, die sie für relevant halten. Dann, in der zweiten Stufe, beeinflussen sie damit unsere öffentliche Agenda – also die Themen, über die wir uns unterhalten, diskutieren und uns Sorgen machen.
Der Mensch als Schwamm?
Heißt das, wir sind willenlose Marionetten der Medien? Nein, natürlich nicht! Wir sind ja keine Schwämme, die alles aufsaugen, was ihnen vorgesetzt wird. Aber die Medien haben definitiv einen Einfluss darauf, was in unserem Bewusstsein präsent ist. Wir wählen natürlich aus, was wir lesen, sehen und hören. Und wir bewerten die Informationen auch kritisch (zumindest hoffentlich!). Aber die Medien bestimmen eben, welche Themen überhaupt zur Auswahl stehen.
"The press may not be successful much of the time in telling people what to think, but it is stunningly successful in telling its readers what to think about." – Bernard Cohen (Einer der Urväter der Agenda-Setting-Theorie)
Cohen hat's auf den Punkt gebracht! Es geht nicht darum, was wir denken, sondern worüber.
Und was ist jetzt so witzig oder herzerwärmend daran?
Der witzige Teil ist, dass wir uns oft gar nicht bewusst sind, wie sehr wir von der Agenda-Setting beeinflusst werden. Wir denken, wir bilden uns unsere Meinung selbst, aber im Hintergrund ziehen die Medien an den Fäden. Das ist ein bisschen wie bei einer Zaubershow: Wir sehen nur den Kaninchen, das aus dem Hut gezogen wird, aber nicht die ganzen Vorbereitungen und Tricks im Vorfeld.
Der herzerwärmende Teil ist vielleicht etwas versteckter. Wenn Medien ihre Macht nutzen, um auf wirklich wichtige, aber wenig beachtete Themen aufmerksam zu machen, dann kann Agenda-Setting etwas Gutes bewirken. Wenn beispielsweise über Armut, Ungerechtigkeit oder Klimawandel berichtet wird, kann das dazu führen, dass sich Menschen engagieren und etwas verändern wollen. Dann wird aus der Beeinflussung eine positive Kraft.
Die digitale Agenda
In Zeiten von Social Media hat sich die Agenda-Setting-Theorie natürlich verändert. Heute sind nicht nur die klassischen Medien am Werk, sondern auch Influencer, Blogger und ganz normale Nutzer, die Inhalte erstellen und verbreiten. Die Agenda wird also von einer viel größeren und vielfältigeren Gruppe gesetzt. Das kann gut sein, weil es mehr Perspektiven gibt. Aber es kann auch schlecht sein, weil es schwieriger wird, zwischen Wahrheit und Fake News zu unterscheiden.
Also, das nächste Mal, wenn du die Nachrichten liest oder durch deinen Social-Media-Feed scrollst, denk mal kurz darüber nach: Wer hat eigentlich entschieden, dass genau diese Themen heute so wichtig sind? Und warum? Vielleicht entdeckst du ja den ein oder anderen Trick der Agenda-Setter. Und vielleicht wirst du sogar selbst zum Agenda-Setter – im positiven Sinne – indem du auf Themen aufmerksam machst, die dir wirklich am Herzen liegen.
