All Die Schönen Pferde Film
All die schönen Pferde (All the Pretty Horses) ist ein US-amerikanischer Film aus dem Jahr 2000 unter der Regie von Billy Bob Thornton. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy, der 1992 veröffentlicht wurde und mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Der Film erzählt die Geschichte zweier junger Texaner, die in den späten 1940er Jahren nach Mexiko reisen, um ein neues Leben zu beginnen. Obwohl der Film mit hohen Erwartungen gestartet ist, war er kommerziell kein großer Erfolg und erhielt gemischte Kritiken. Dennoch bleibt er ein Werk von Interesse, insbesondere für Liebhaber von Western, Literaturverfilmungen und den Schauspielern Matt Damon und Penélope Cruz.
Handlung des Films
Die Geschichte beginnt im Jahr 1949 in San Angelo, Texas. John Grady Cole (Matt Damon) ist ein junger Mann, der mit dem Verlust seiner Ranch und dem Auseinanderbrechen seiner Familie konfrontiert ist. Sein Großvater, der ihn aufgezogen hat, stirbt, und seine Eltern verkaufen die Ranch. John Grady, enttäuscht und desillusioniert, beschließt, mit seinem besten Freund Lacey Rawlins (Henry Thomas) nach Mexiko zu reisen, in der Hoffnung, dort ein besseres Leben zu finden.
In Mexiko angekommen, stoßen sie auf Jimmy Blevins (Lucas Black), einen jüngeren Ausreißer, der behauptet, ein Revolverheld zu sein. Blevins ist ungeschickt und verursach ständig Ärger. Er verliert sein Pferd und eine Pistole, was später zu ernsthaften Problemen führt. Die drei Freunde finden Arbeit auf einer großen Hacienda, wo John Grady sein außergewöhnliches Talent im Umgang mit Pferden beweist. Er wird zum "horse breaker" (Pferdezureiter) und gewinnt das Vertrauen des Patrons der Hacienda, Don Héctor Rocha y Villareal (Rubén Blades).
Während seiner Zeit auf der Hacienda verliebt sich John Grady in Alejandra Villarreal (Penélope Cruz), die schöne Tochter von Don Héctor. Die beiden beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die jedoch durch die sozialen Konventionen und die Einmischung von Alejandras Großtante Alfonsa (Miriam Colon) bedroht wird. Alfonsa, eine intelligente und pragmatische Frau, warnt John Grady vor den möglichen Konsequenzen ihrer Beziehung und enthüllt subtil die dunklen Geheimnisse der Familie.
Die Situation eskaliert, als Blevins verhaftet wird, nachdem er versucht hat, sein Pferd und seine Pistole zurückzuerlangen. John Grady und Lacey versuchen, ihm zu helfen, geraten aber dadurch selbst in Schwierigkeiten. Blevins wird schließlich getötet, und John Grady und Lacey werden des Mordes beschuldigt, obwohl sie unschuldig sind. Sie werden ins Gefängnis gesteckt und erleiden dort brutale Misshandlungen. John Grady wird von einem Mithäftling namens Perez (Julio Oscar Mechoso) angegriffen und verletzt.
Don Héctor interveniert schließlich und sorgt für die Freilassung von John Grady und Lacey. Allerdings muss John Grady Alejandra verlassen, da Alfonsa sie zwingt, ihm zu versprechen, ihn nie wieder zu sehen. Alejandras Versprechen ist eine Bedingung für John Gradys Freilassung. John Grady versucht, Alejandra zu überzeugen, mit ihm zu fliehen, aber sie hält ihr Versprechen.
John Grady kehrt nach Texas zurück, tief enttäuscht und traumatisiert von den Ereignissen in Mexiko. Er versucht, sein Pferd zurückzubekommen, das von den mexikanischen Behörden beschlagnahmt wurde, und wird dabei erneut mit Gewalt und Korruption konfrontiert. Am Ende kehrt er ohne das Pferd und ohne Hoffnung auf ein besseres Leben in seine Heimat zurück.
Hintergrund und Produktion
Die Verfilmung von All the Pretty Horses war ein langwieriger Prozess. Ursprünglich sollte der Film von Mike Nichols inszeniert werden, der jedoch aufgrund kreativer Differenzen mit dem Studio aus dem Projekt ausstieg. Schließlich übernahm Billy Bob Thornton die Regie. Das Drehbuch wurde von Ted Tally geschrieben, der bereits für seine Adaption von The Silence of the Lambs einen Oscar gewonnen hatte.
Die Dreharbeiten fanden in New Mexico und Mexiko statt. Die Landschaft spielt eine wichtige Rolle im Film, da sie die Schönheit und die Härte des Lebens im amerikanischen Südwesten und in Mexiko widerspiegelt. Die Musik wurde von Daniel Lanois komponiert und trägt zur melancholischen und atmosphärischen Stimmung des Films bei.
Es gab Berichte über Konflikte zwischen Thornton und dem Studio, Miramax, über die Länge des Films. Thornton hatte ursprünglich eine längere Version des Films gedreht, die jedoch von Miramax auf rund zwei Stunden gekürzt wurde. Diese Kürzung wurde von vielen Kritikern als ein Grund für die Schwächen des Films angeführt, da sie die Entwicklung der Charaktere und die Komplexität der Handlung beeinträchtigt haben soll.
Kritik und Rezeption
All die schönen Pferde erhielt gemischte Kritiken. Einige Kritiker lobten die schauspielerischen Leistungen, insbesondere die von Matt Damon und Penélope Cruz, sowie die beeindruckende Kinematographie und die stimmungsvolle Musik. Andere bemängelten die fehlende Tiefe der Charaktere und die verworrene Handlung, die durch die Kürzungen des Studios entstanden sein soll.
Viele Kritiker äußerten, dass der Film nicht dem komplexen und lyrischen Charakter des Romans gerecht wird. McCarthy's Werk ist bekannt für seine poetische Sprache, seine tiefgründigen Reflexionen über das Leben und den Tod sowie seine Darstellung der brutalen Realität des Wilden Westens. Der Film, so die Kritik, reduziere diese Komplexität auf eine einfache Liebesgeschichte und vernachlässige die philosophischen und existentiellen Themen des Romans.
Der Film war auch ein kommerzieller Misserfolg. Mit einem Budget von rund 57 Millionen Dollar spielte er weltweit nur etwa 18 Millionen Dollar ein.
Bedeutung und Vermächtnis
Trotz seines kommerziellen und kritischen Misserfolgs hat All die schönen Pferde einen gewissen Stellenwert in der Filmgeschichte. Er ist eine Adaption eines hoch angesehenen Romans von Cormac McCarthy, einem der bedeutendsten amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Der Film wirft auch ein Schlaglicht auf die Themen Verlust, Entfremdung und die Suche nach Identität in einer sich verändernden Welt.
Der Film mag nicht die perfekte Umsetzung des Romans sein, aber er fängt dennoch einige der zentralen Themen und Stimmungen von McCarthy's Werk ein. Er ist eine visuell beeindruckende und atmosphärische Darstellung des amerikanischen Südwestens und Mexikos und bietet interessante schauspielerische Leistungen. Für Fans von Western, Literaturverfilmungen und den beteiligten Schauspielern ist er allemal sehenswert.
Zusammenfassend lässt sich sagen: All die schönen Pferde ist ein Film, der polarisiert. Er mag nicht alle Erwartungen erfüllen, aber er bietet dennoch eine interessante Auseinandersetzung mit den Themen des Romans und ist ein visuell ansprechendes Werk.
Wo kann man den Film sehen?
Die Verfügbarkeit von All die schönen Pferde zum Streamen oder Kaufen variiert je nach Region. Es empfiehlt sich, die üblichen Streaming-Plattformen wie Amazon Prime Video, Netflix oder iTunes zu überprüfen. Auch der Kauf einer DVD oder Blu-ray ist eine Option.
Interessante Fakten
- Cormac McCarthy war bekannt dafür, sich nicht in die Verfilmungen seiner Werke einzumischen.
- Billy Bob Thornton arbeitete zuvor mit Lucas Black in dem Film Sling Blade zusammen.
- Die Dreharbeiten fanden unter schwierigen Bedingungen in der mexikanischen Wüste statt.
Abschließend, auch wenn der Film All die schönen Pferde nicht ohne Mängel ist, bietet er doch einen Einblick in die Welt von Cormac McCarthy und die Themen, die seine Werke so kraftvoll machen. Für diejenigen, die sich für Western, Literaturverfilmungen oder die Arbeit der beteiligten Schauspieler interessieren, ist er definitiv einen Blick wert.
