All Of Me Gitarrenakkorde
Okay, Leute, lasst uns ehrlich sein. Wir alle kennen ihn. Den Song, der auf jeder Hochzeit, jedem Lagerfeuer und jedem offenen Mikro gespielt wird. Ja, ich spreche von All Of Me. Und ja, ich spreche auch von den verdammten Gitarrenakkorden.
Jeder, der jemals eine Gitarre in die Hand genommen hat, hat sich an All Of Me versucht. Es ist sozusagen der Einstieg in die Welt der romantischen Balladen. Die Initialzündung für jedes Gitarristen-Ego.
Das Problem mit All Of Me
Aber hier kommt meine (zugegebenermaßen unpopuläre) Meinung: Sind die All Of Me Gitarrenakkorde nicht ein bisschen…überstrapaziert?
Ich meine, ja, sie sind eingängig. Ja, sie sind relativ einfach zu lernen. Aber sind wir nicht alle ein bisschen müde davon, sie ständig zu hören? Es ist wie mit Wonderwall von Oasis. Irgendwann ist der Zauber einfach weg.
Und ja, ich weiß. John Legend hat ein unglaubliches Lied geschrieben. Seine Stimme ist butterweich und die Melodie geht direkt ins Herz. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich innerlich zusammenzucke, wenn ich die ersten Takte von All Of Me auf einer Akustikgitarre höre.
Die Akkordfolge: Ein Déjà-vu-Erlebnis
Die Akkordfolge (ich schreib sie jetzt nicht auf, ihr kennt sie sowieso!) ist ja an sich nicht schlecht. Aber sie ist so… vorhersehbar. So… standardmäßig Ballade. Irgendwie klingt jedes zweite Lied, das ein bisschen nach Herzschmerz und Sonnenuntergang riecht, genau so.
Ist das nicht ein bisschen enttäuschend? Wir haben so viele fantastische Songs da draußen, so viele kreative Akkordfolgen, und dann spielen wir immer wieder dasselbe abgenudelte Ding.
Ich will ja niemanden angreifen, der All Of Me liebt und gerne spielt. Aber ich plädiere für ein bisschen mehr musikalische Vielfalt. Ein bisschen mehr Mut, neue Akkorde auszuprobieren. Ein bisschen weniger "ich kann All Of Me, also bin ich ein Gitarren-Gott".
Alternativen für den gelangweilten Romantiker
Wenn du also auf der Suche nach einem neuen Liebessong bist, den du auf der Gitarre spielen kannst, hier ein paar Vorschläge (die vielleicht ein bisschen weniger ausgelutscht sind):
- Hallelujah von Leonard Cohen: Ja, es ist auch ein Klassiker, aber zumindest mit ein bisschen mehr Tiefgang.
- Perfect von Ed Sheeran: Okay, vielleicht auch nicht so neu, aber immerhin ein bisschen moderner.
- Irgendetwas von Jason Mraz: Seine Songs sind immer voller guter Laune und kreativer Akkordfolgen.
Oder wie wäre es, einfach mal selbst etwas zu schreiben? Nimm deine Gitarre, spiel ein bisschen herum, und lass dich von deinen eigenen Emotionen leiten. Wer weiß, vielleicht schreibst du ja den nächsten großen Hit (der hoffentlich nicht so oft gecovert wird wie All Of Me!).
Ich weiß, ich weiß, ich klinge wie ein alter Griesgram, der sich über die Jugend beschwert. Aber ich liebe Musik einfach sehr. Und ich finde, wir sollten uns alle ein bisschen mehr Mühe geben, neue und aufregende Klänge zu entdecken.
Also, das nächste Mal, wenn du eine Gitarre siehst und der Impuls aufkommt, All Of Me zu spielen, halte kurz inne. Denk darüber nach. Vielleicht gibt es ja eine andere, weniger ausgelutschte Option.
Und falls nicht… tja, dann spiel halt All Of Me. Aber beschwere dich nicht, wenn ich innerlich mit den Augen rolle.
Ich meine, ich liebe ja auch Katzenvideos. Aber irgendwann reicht es halt auch mit den Katzenvideos. Versteht ihr?
In diesem Sinne: Happy strumming (aber bitte nicht immer nur All Of Me)!
