Als Lehrer Im Ausland Arbeiten
Hallo ihr Lieben! Habt ihr jemals davon geträumt, euren Schreibtisch gegen eine Palmenhütte oder einen schneebedeckten Berg auszutauschen? Ich habe es getan, und zwar wortwörtlich! Vor ein paar Jahren habe ich meinen sicheren Job als Lehrer in Deutschland gekündigt und bin ins Ausland gegangen, um dort zu unterrichten. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens, und ich möchte euch heute erzählen, wie das war und euch vielleicht sogar dazu inspirieren, es selbst zu wagen.
Die Idee kam mir eines kalten Winterabends, als ich wieder mal bis spät in die Nacht Klassenarbeiten korrigierte. Ich blickte aus dem Fenster und sah nur grauen Himmel und Schneematsch. Da dachte ich: „Das kann doch nicht alles sein!“ Ich hatte schon immer eine große Reiselust, und der Gedanke, beides – meinen Beruf und meine Leidenschaft – zu verbinden, ließ mich nicht mehr los.
Die Vorbereitung: Mehr als nur Flugtickets buchen
Natürlich war die Umsetzung nicht so einfach, wie der Traum an diesem Winterabend. Es brauchte intensive Vorbereitung. Zuerst musste ich mir klar werden, wohin die Reise gehen sollte. Wollte ich in ein europäisches Land, in dem das Bildungssystem dem deutschen ähnelt, oder ein ganz anderes Abenteuer wagen? Ich entschied mich für Thailand. Die Kultur, die exotische Natur und die freundlichen Menschen hatten es mir schon immer angetan.
Als nächstes kam die Recherche nach passenden Jobs. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, als Lehrer im Ausland zu arbeiten. Man kann sich direkt bei internationalen Schulen bewerben, über Vermittlungsagenturen suchen oder sich für staatliche Programme anmelden. Ich habe mich für den direkten Weg entschieden und recherchierte auf den Webseiten verschiedener internationaler Schulen in Bangkok. Wichtig dabei ist, auf die Akkreditierung der Schule zu achten. Ist sie anerkannt und hat einen guten Ruf?
Eine weitere wichtige Frage war die der Qualifikation. Welche Abschlüsse und Zertifikate werden benötigt? In meinem Fall war ein Lehramtsstudium und Berufserfahrung als Lehrer ausreichend. Allerdings verlangen viele Schulen mittlerweile auch ein TEFL-Zertifikat (Teaching English as a Foreign Language), auch wenn man kein Englisch unterrichtet. Das zeigt, dass man sich mit den Methoden des Fremdsprachenunterrichts auskennt.
Die Bewerbung selbst war ähnlich wie in Deutschland, nur dass alles auf Englisch ablief. Ich erstellte einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, in dem ich meine Motivation für das Unterrichten im Ausland darlegte. Dann hieß es: Daumen drücken und auf eine Antwort warten.
Visum, Versicherung und der ganze Papierkram
Nachdem ich eine Zusage von einer internationalen Schule in Bangkok bekommen hatte, begann der Papierkrieg. Ein Visum zu beantragen, ist immer eine Herausforderung, aber mit guter Vorbereitung machbar. Die thailändische Botschaft in Berlin war meine Anlaufstelle, und ich musste verschiedene Dokumente einreichen, darunter meinen Arbeitsvertrag, meinen Reisepass und ein polizeiliches Führungszeugnis. Informiert euch am besten frühzeitig über die genauen Anforderungen und Fristen.
Auch eine Auslandskrankenversicherung ist absolut notwendig. In Deutschland bin ich gesetzlich versichert, aber die gilt natürlich nicht in Thailand. Es gibt spezielle Versicherungen für Auslandsaufenthalte, die medizinische Kosten, aber auch beispielsweise den Rücktransport im Notfall abdecken. Lieber einmal zu viel versichern als im Ernstfall auf hohen Kosten sitzen zu bleiben.
Ankunft in Bangkok: Ein Kulturschock der schönen Art
Der Flug nach Bangkok war lang und aufregend. Als ich am Flughafen ankam, wurde ich von einem Mitarbeiter der Schule abgeholt. Die Hitze und der Geruch von exotischen Gewürzen schlugen mir sofort entgegen. Bangkok ist eine laute, lebendige und faszinierende Stadt, die einen sofort in ihren Bann zieht.
Der Kulturschock war natürlich nicht zu übersehen. Alles ist anders: die Sprache, das Essen, die Religion, die Verhaltensweisen. Aber genau das macht das Leben im Ausland ja so spannend. Ich versuchte, mich so schnell wie möglich anzupassen, lernte ein paar grundlegende Thai-Sätze, probierte mich durch die Streetfood-Stände und besuchte buddhistische Tempel.
Meine neue Schule war modern und gut ausgestattet. Die Kollegen waren international und sehr hilfsbereit. Die Schüler waren motiviert und neugierig, aber natürlich auch manchmal anstrengend. Ich unterrichtete Deutsch als Fremdsprache, was eine ganz neue Herausforderung für mich war. Ich musste meine Unterrichtsmethoden an die Bedürfnisse meiner Schüler anpassen und kreativ sein, um sie für die deutsche Sprache und Kultur zu begeistern.
Herausforderungen und Glücksmomente
Das Leben als Lehrer im Ausland ist nicht immer einfach. Es gibt auch schwierige Momente. Heimweh, Sprachbarrieren, kulturelle Missverständnisse, Bürokratie – all das kann einem zu schaffen machen. Aber die Glücksmomente überwiegen bei Weitem. Wenn man sieht, wie die Schüler Fortschritte machen, wenn man neue Kulturen kennenlernt, wenn man Freundschaften mit Menschen aus aller Welt schließt, dann weiß man, dass sich die Mühe gelohnt hat.
Ich erinnere mich an eine Situation, als einer meiner Schüler, der anfangs kaum ein Wort Deutsch sprach, plötzlich einen ganzen Aufsatz auf Deutsch schrieb. Ich war so stolz auf ihn! Oder an den Ausflug mit meinen Schülern zu einem Elefantencamp, wo wir die Tiere fütterten und mit ihnen badeten. Solche Erlebnisse sind unbezahlbar.
Thailand und darüber hinaus: Das Abenteuer geht weiter
Ich habe insgesamt drei Jahre in Bangkok gelebt und unterrichtet. Es war eine unglaublich intensive und bereichernde Zeit. Ich habe nicht nur viel über die thailändische Kultur gelernt, sondern auch über mich selbst. Ich bin selbstbewusster, offener und toleranter geworden.
Nach Thailand zog es mich weiter nach Vietnam, wo ich ebenfalls an einer internationalen Schule gearbeitet habe. Auch dort habe ich wundervolle Erfahrungen gemacht und viele neue Freunde gefunden. Das Leben als Lehrer im Ausland ist ein Abenteuer, das einen verändert und prägt.
„Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.“ – Augustinus Aurelius
Meine Tipps für angehende Auslandslehrer
Wenn ihr auch davon träumt, als Lehrer im Ausland zu arbeiten, dann kann ich euch nur ermutigen, es zu wagen. Hier sind ein paar Tipps, die euch bei der Vorbereitung helfen können:
- Recherchiert gründlich: Informiert euch über die verschiedenen Möglichkeiten, die es gibt, und wählt ein Land und eine Schule, die zu euren Bedürfnissen und Vorstellungen passen.
- Sprecht mit anderen Auslandslehrern: Fragt nach ihren Erfahrungen und holt euch Tipps.
- Lernt die Sprache: Auch wenn ihr nicht die Landessprache unterrichten müsst, ist es hilfreich, ein paar grundlegende Sätze zu können.
- Seid offen für Neues: Lasst euch auf die neue Kultur ein und seid bereit, eure Gewohnheiten und Vorstellungen zu hinterfragen.
- Seid geduldig: Die Eingewöhnung kann dauern. Gebt euch Zeit und seid nicht zu streng mit euch selbst.
Das Leben als Lehrer im Ausland ist eine einzigartige Chance, die euch nicht nur beruflich, sondern auch persönlich weiterbringt. Ihr werdet neue Kulturen kennenlernen, Freundschaften mit Menschen aus aller Welt schließen und Erfahrungen sammeln, die ihr nie vergessen werdet. Also, worauf wartet ihr noch? Packt eure Koffer und startet euer Abenteuer!
Ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen und euch vielleicht sogar ein bisschen inspiriert. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr mir gerne einen Kommentar hinterlassen. Ich freue mich darauf, von euch zu hören!
