Analyse Auf Der Terrasse Des Café Josty
Ach, das Café Josty! Allein der Name klingt schon nach einem Nachmittag voller Klatsch und Kuchen. Aber Moment mal, da gibt es ja dieses eine Bild... "Auf der Terrasse des Café Josty" von Lovis Corinth. Was, wenn ich dir sage, dass dieses Bild mehr ist als nur eine hübsche Ansichtskarte von Berlin um 1900? Es ist ein ganzes Universum, gefangen in Ölfarbe, und wir tauchen jetzt ein! Bereit?
Ein Sonntag, wie er im Buche steht (oder auf der Leinwand)
Stell dir vor, du bist in Berlin, es ist Sonntag, und die Sonne scheint (oder zumindest versucht sie es). Du schlenderst Unter den Linden entlang und beschließt, im Café Josty einzukehren. Was siehst du? Wahrscheinlich genau das, was Corinth gesehen hat: Eine bunte Mischung aus Leuten. Es gibt die eleganten Damen in ihren feinen Kleidern und die Herren mit ihren steifen Kragen. Aber Achtung! Schau genauer hin. Da sind auch die etwas... sagen wir mal, "auffälligeren" Gestalten.
Corinth war nämlich ein Meister darin, die Realität nicht einfach abzubilden, sondern sie zu interpretieren. Er hat nicht nur Leute gemalt, er hat Charaktere gezeichnet. Und das mit einem Pinselstrich, der manchmal fast schon frech ist!
Wer ist wer im Josty?
Versuchen wir mal, die Figuren auf dem Bild zu identifizieren. Da ist zum Beispiel die Dame im Vordergrund mit dem roten Hut. Sie scheint die Szene zu dominieren, oder? Ihr Blick ist scharf, fast herausfordernd. Ist sie eine berühmte Schauspielerin? Eine reiche Erbin? Oder einfach nur eine Berliner Göre, die weiß, was sie will? Wir werden es nie erfahren, aber genau das ist ja das Spannende!
Und dann die Herren am Tisch im Hintergrund. Da wird diskutiert, gestikuliert und wahrscheinlich auch ein bisschen intrigiert. Vielleicht geht es um Politik, vielleicht um Kunst, vielleicht aber auch nur darum, wer den besseren Kuchen gebacken hat. Man weiß es nicht! Aber man spürt die Energie, die in der Luft liegt. Es ist wie in einem guten Theaterstück, in dem jeder seine Rolle spielt.
Corinth selbst hat sich übrigens auch ins Bild gemogelt. Man vermutet, dass er die etwas unscheinbare Gestalt am linken Rand ist, die mit einem Skizzenbuch in der Hand sitzt. Beobachtend, festhaltend, für die Ewigkeit. Clever, oder?
Mehr als nur ein Kaffeehaus
Das Café Josty war aber nicht einfach nur ein Kaffeehaus. Es war ein Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und Dandys. Es war ein Ort, an dem Ideen geboren wurden, an dem Karrieren begannen und an dem so manche Affäre ihren Anfang nahm. Stell dir vor, all die Geschichten, die diese Wände (oder in diesem Fall: diese Leinwand) erzählen könnten!
Und genau das macht Corinths Bild so besonders. Es ist nicht nur ein Porträt des Café Josty, sondern auch ein Porträt einer ganzen Epoche. Es fängt das Lebensgefühl der Berliner Jahrhundertwende ein, die Spannung zwischen Tradition und Moderne, die Suche nach neuen Wegen und die Freude am Leben.
"Die Malerei ist die Kunst, die uns zwingt, uns selbst zu betrachten." - Lovis Corinth (wahrscheinlich, wenn man ihn nach zu viel Kaffee gefragt hätte)
Okay, das Zitat habe ich vielleicht erfunden. Aber die Aussage stimmt trotzdem! "Auf der Terrasse des Café Josty" zwingt uns, genauer hinzusehen. Es zwingt uns, uns zu fragen, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen. Und das alles, während wir ein imaginäres Stück Kuchen genießen!
Warum dieses Bild so knallt!
Also, warum sollten wir uns heute noch mit diesem alten Gemälde beschäftigen? Weil es uns etwas über uns selbst erzählt. Es zeigt uns, dass die menschliche Natur sich nicht so schnell ändert. Dass wir immer noch gerne in Cafés sitzen, uns mit Freunden treffen, tratschen und über das Leben philosophieren. Und dass wir immer noch gerne schöne Dinge betrachten, die uns zum Nachdenken anregen.
Und weil Corinth ein verdammt guter Maler war! Seine Pinselstriche sind so lebendig, so expressiv, dass man fast schon den Lärm der Straße und den Duft des Kaffees riechen kann. Er hat es geschafft, einen Moment der Zeit einzufangen und ihn in ein Kunstwerk zu verwandeln, das uns auch nach über hundert Jahren noch berührt.
Also, das nächste Mal, wenn du an einem Café vorbeigehst, denk an Corinth und das Café Josty. Und frag dich, welche Geschichte sich hinter den Gesichtern der Menschen verbirgt, die dort sitzen. Vielleicht ist ja auch eine zukünftige Meisterwerkvorlage dabei!
Und jetzt entschuldige mich, ich muss dringend einen Kaffee trinken und ein bisschen malen!
