Analyse Pragmatischer Texte Beispiel
Okay, Leute, mal ehrlich: Wer hat Bock, einen pragmatischen Text zu analysieren? Hand hoch! Niemand? Dachte ich mir.
Das Trauma: Deutschunterricht reloaded
Ich weiß noch genau, wie das war. Deutschlehrerin Müller (Grüße gehen raus!) kündigte an: "Nächste Woche: Textanalyse!" Der pure Horror brach aus. Ein Stöhnen ging durch die Klasse. Als ob wir nicht schon genug Probleme hätten. Liebeskummer, Pickel, die Frage, ob man wirklich diese Schlaghose tragen sollte…
Und dann kam auch noch Frau Müller mit so einem Text um die Ecke. Irgendeine Rede von irgendeinem Politiker. Oder noch schlimmer: Eine Bedienungsanleitung für einen Toaster. Ernsthaft? Wer braucht das? Und dann sollten wir auch noch herausfinden, was der Autor uns damit sagen wollte! Als ob der das selbst noch wüsste!
Die Suche nach der Botschaft
Wir haben dann gelernt, dass es da um sowas wie "Appell" und "Argumentation" und "Intention" ging. Klingt alles super wichtig, aber ganz ehrlich: Hat irgendjemand von euch je im echten Leben gedacht: "Moment mal, diese WhatsApp-Nachricht von meiner Mutter, das ist ja ein klarer Appell an mein schlechtes Gewissen!"? Ich nicht.
Und das ist mein erster "unpopulärer Meinung"-Moment: Pragmatische Texte analysieren, das ist oft total überbewertet. Es ist, als würde man versuchen, mit einem Mikroskop ein Staubkorn zu sezieren. Man findet vielleicht irgendwas Interessantes, aber am Ende hat man nur Kopfschmerzen.
Die Fallen der Interpretation
Das Problem ist doch: Jeder Text ist offen für Interpretation. Und jeder von uns interpretiert anders. Hängt von unserer Laune ab, vom Mittagessen, von der Frage, ob wir gestern gut geschlafen haben. Und dann kommt da ein Germanistikstudent mit seinen fünf Semestern Textanalyse-Erfahrung und erklärt uns, was der Autor *wirklich* sagen wollte. Als ob er in dessen Kopf drin war!
Ich meine, klar, es gibt bestimmte rhetorische Mittel. Ironie, Sarkasmus, Metaphern. Aber auch die können daneben gehen. Manchmal ist ein Witz einfach nur ein Witz. Und manchmal meint der Autor einfach nur, was er sagt. Unglaublich, oder?
Das ewige "Man müsste..."
Und dann kommen diese Sätze: "Man müsste den Text im historischen Kontext betrachten." Ja, müsste man. Aber wer hat schon Zeit, sich stundenlang durch irgendwelche Geschichtsbücher zu wühlen, nur um zu verstehen, warum irgendein Typ vor 100 Jahren irgendwas gesagt hat?
Oder: "Man müsste die Intention des Autors berücksichtigen." Ja, müsste man. Aber wie soll man das denn machen? Eine Séance veranstalten und den guten Mann befragen?
Mein zweiter "unpopulärer Meinung"-Moment: Diese ganzen "Man müsste..."-Forderungen machen die Sache nur komplizierter. Manchmal ist es besser, den Text einfach so zu nehmen, wie er ist. Und wenn man ihn nicht versteht: Pech gehabt. Gibt Schlimmeres.
Die Alternative: Bauchgefühl
Ich plädiere für mehr Bauchgefühl! Lest den Text. Was fühlt ihr? Was denkt ihr? Findet ihr den Typen sympathisch? Glaubt ihr ihm? Das ist doch viel wichtiger als jede noch so ausgefeilte Analyse!
Okay, ich gebe zu: Im Job muss man manchmal professionell sein und irgendwelche Berichte analysieren. Aber auch da kann man sich von seinem Bauchgefühl leiten lassen. Wenn etwas komisch riecht, dann riecht es wahrscheinlich auch komisch.
Und mein dritter und letzter "unpopulärer Meinung"-Moment: Lasst uns die pragmatische Textanalyse nicht zu ernst nehmen! Es ist nur ein Spiel. Ein Spiel mit Worten. Und Spiele sollen Spaß machen. Wenn sie keinen Spaß machen, dann lasst sie doch einfach sein!
Und denkt immer daran: Selbst Immanuel Kant hatte mal einen schlechten Tag.
Also, atmet tief durch, nehmt euren Toaster und toastet euch ein leckeres Brot. Und vergesst die Textanalyse für einen Moment. Das Leben ist zu kurz, um sich über sowas aufzuregen.
