Angst Alleine Zuhause Zu Schlafen
Hallo ihr Lieben! Heute wird's mal ein bisschen persönlicher. Ich möchte mit euch über etwas sprechen, das viele Reisende betrifft, aber worüber man oft nicht so offen redet: Die Angst, alleine in einer fremden Umgebung zu schlafen. Ja, ich meine die Angst, die einem plötzlich in die Glieder fährt, wenn man sich in einem fremden Hotelzimmer, einer Airbnb-Wohnung oder gar in einem Zelt mitten im Nirgendwo befindet. Mir selbst ging es schon oft so.
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Solo-Reise nach Thailand. Bangkok, eine Stadt voller Leben, Farben und Düfte. Tagsüber war ich voller Adrenalin, habe Tempel besichtigt, Garküchen leergefuttert und mich von der Energie der Stadt mitreißen lassen. Aber sobald die Sonne unterging und ich in meinem kleinen Hotelzimmer saß, kam die Angst. Plötzlich hörte ich jedes Geräusch, jede Bewegung im Flur wurde zu einer potenziellen Bedrohung. Mein Herz raste, ich lag stundenlang wach und fragte mich, ob ich wirklich die Tür richtig verschlossen hatte. Der Gedanke, ganz alleine in diesem fremden Land zu sein, überwältigte mich.
Diese Erfahrung hat mich geprägt und ich habe seitdem viele Strategien entwickelt, um mit dieser Angst umzugehen. Ich möchte sie gerne mit euch teilen, denn vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, die nächste Solo-Reise ein bisschen entspannter anzugehen.
Warum haben wir Angst, alleine zu schlafen, wenn wir unterwegs sind?
Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, woher diese Angst überhaupt kommt. Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen können:
Die Ungewissheit
In einer fremden Umgebung fühlen wir uns unsicher. Wir kennen die Gepflogenheiten nicht, wissen nicht, wo wir Hilfe finden können und sind generell weniger vertraut mit unserer Umgebung. Diese Ungewissheit kann Angst auslösen.
Die Isolation
Allein zu reisen bedeutet, dass wir eben allein sind. Wir haben keine vertrauten Gesichter um uns herum, niemanden, der uns beruhigt oder beschützt. Dieses Gefühl der Isolation kann die Angst verstärken.
Verstärkte Aufmerksamkeit
Wenn wir alleine sind, sind wir automatisch aufmerksamer. Wir nehmen jedes Geräusch, jede Bewegung bewusster wahr. Das kann dazu führen, dass wir uns schneller bedroht fühlen.
Traumatische Erfahrungen
Natürlich können auch frühere traumatische Erfahrungen, wie Einbrüche oder Überfälle, die Angst verstärken. Auch wenn diese Erfahrungen nicht direkt mit dem Reisen zu tun haben, können sie in einer fremden Umgebung wieder hochkommen.
Meine persönlichen Strategien gegen die Angst
Nachdem ich die Angst in Bangkok so intensiv erlebt hatte, habe ich begonnen, Strategien zu entwickeln, die mir helfen, mich sicherer zu fühlen. Hier sind einige meiner bewährtesten Tipps:
Sicherheit geht vor
Das mag offensichtlich klingen, aber es ist das A und O: Sorgt für eure Sicherheit! Recherchiert im Vorfeld, welche Gegenden sicher sind und welche nicht. Wählt Unterkünfte, die gut bewertet sind und über Sicherheitsvorkehrungen wie einen Safe oder eine 24-Stunden-Rezeption verfügen. Überprüft bei der Ankunft die Türschlösser und Fenster. Wenn ihr euch unwohl fühlt, scheut euch nicht, die Unterkunft zu wechseln. Es ist euer Recht, euch sicher zu fühlen!
Schafft eine vertraute Umgebung
Auch wenn ihr in einem fremden Zimmer seid, könnt ihr versuchen, eine vertraute Umgebung zu schaffen. Packt ein paar persönliche Gegenstände ein, wie zum Beispiel ein Foto von euren Liebsten, euer Lieblingsbuch oder eine Duftkerze. Das kann euch helfen, euch wohler zu fühlen und die Angst zu reduzieren.
Rituale helfen
Etabliert kleine Rituale, die euch beruhigen. Das kann ein entspannendes Bad sein, eine Tasse Tee oder ein paar Yoga-Übungen. Durch die Wiederholung dieser Rituale signalisiert ihr eurem Körper und Geist, dass alles in Ordnung ist.
Geräusche als Ablenkung
Wenn euch die Stille Angst macht, schaltet ein leises Geräusch ein. Das kann beruhigende Musik sein, ein Hörbuch oder einfach nur das Rauschen eines Ventilators. Das lenkt euch von potenziellen Geräuschen ab und beruhigt die Nerven.
Atemübungen
Wenn die Angst überhandnimmt, können Atemübungen helfen. Konzentriert euch auf euren Atem und atmet tief ein und aus. Das beruhigt das Nervensystem und hilft euch, die Angst zu kontrollieren.
Kommunikation ist wichtig
Lasst eure Familie oder Freunde wissen, wo ihr euch befindet und wie eure Pläne aussehen. Vereinbart regelmäßige Check-ins, damit sie wissen, dass es euch gut geht. Das gibt euch und euren Liebsten ein Gefühl der Sicherheit.
Vertraut eurem Bauchgefühl
Wenn ihr euch an einem Ort oder in einer Situation unwohl fühlt, vertraut eurem Bauchgefühl und geht. Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen, als ein Risiko einzugehen.
Professionelle Hilfe
Wenn die Angst euer Leben beeinträchtigt, scheut euch nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Therapeut kann euch helfen, die Ursachen eurer Angst zu ergründen und Strategien zu entwickeln, um damit umzugehen.
Zusätzliche Tipps für unterwegs
Neben diesen allgemeinen Strategien gibt es noch ein paar spezifische Tipps, die mir auf meinen Reisen geholfen haben:
- Nutzt die Community: In vielen Hostels und Hotels gibt es Gemeinschaftsräume, in denen man leicht mit anderen Reisenden in Kontakt kommen kann. Ein kurzes Gespräch kann Wunder wirken und die Angst vertreiben.
- Schließt euch einer Tour an: Eine geführte Tour ist eine tolle Möglichkeit, die Umgebung kennenzulernen und neue Leute zu treffen.
- Lernt die Sprache: Ein paar grundlegende Kenntnisse der Landessprache können euch helfen, euch sicherer zu fühlen und mit den Einheimischen zu kommunizieren.
- Tragt ein Pfefferspray bei euch: (Achtung: Informiert euch vorher über die Gesetze des jeweiligen Landes!) Ein Pfefferspray kann euch im Notfall ein Gefühl der Sicherheit geben.
- Vermeidet es, nachts alleine unterwegs zu sein: Wenn möglich, meidet es, nachts alleine durch unsichere Gegenden zu laufen. Nehmt lieber ein Taxi oder Uber.
Es ist okay, Angst zu haben
Ich möchte euch noch etwas Wichtiges mit auf den Weg geben: Es ist okay, Angst zu haben. Angst ist ein menschliches Gefühl und es ist nichts, wofür man sich schämen muss. Wichtig ist, dass ihr euch eurer Angst bewusst seid und Strategien entwickelt, um damit umzugehen. Mit der Zeit und mit jeder gemeisterten Situation werdet ihr selbstbewusster und die Angst wird weniger.
Ich hoffe, meine Tipps helfen euch dabei, eure nächste Solo-Reise ein bisschen entspannter anzugehen. Und denkt daran: Ihr seid nicht allein! Viele Reisende haben mit der gleichen Angst zu kämpfen. Sprecht darüber, teilt eure Erfahrungen und unterstützt euch gegenseitig. Denn gemeinsam sind wir stark!
Gute Reise und bleibt sicher!
