page hit counter

Angst Sich Krank Zu Melden


Angst Sich Krank Zu Melden

Sich krankzumelden kann in Deutschland, wie überall, unangenehm sein. Viele Arbeitnehmer verspüren Angst, sich krankzumelden, sei es aufgrund von Schuldgefühlen, Sorge um die Arbeitsbelastung der Kollegen oder der Furcht vor negativen Konsequenzen seitens des Arbeitgebers. Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel bringen und Ihnen die notwendigen Informationen und Ratschläge geben, um sich im Krankheitsfall korrekt und ohne unnötige Angst zu verhalten.

Gesetzliche Grundlagen: Ihre Rechte und Pflichten

Das deutsche Arbeitsrecht schützt Arbeitnehmer im Krankheitsfall. Die wichtigsten Gesetze hierzu sind das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) und das Sozialgesetzbuch (SGB).

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Gemäß § 3 EntgFG haben Sie als Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch Ihren Arbeitgeber, und zwar bis zu sechs Wochen. Voraussetzung ist, dass Sie keine Schuld an Ihrer Arbeitsunfähigkeit tragen. Das bedeutet, dass Sie die Krankheit nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt haben (z.B. durch exzessiven Alkoholkonsum, der zu einem Unfall führt). Die Höhe der Entgeltfortzahlung entspricht Ihrem regulären Lohn oder Gehalt.

Meldepflicht

Sie sind verpflichtet, Ihren Arbeitgeber unverzüglich über Ihre Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer zu informieren. Dies sollte idealerweise telefonisch geschehen, kann aber auch per E-Mail oder, in dringenden Fällen, durch eine andere Person erfolgen. "Unverzüglich" bedeutet, dass Sie sich so schnell wie möglich melden müssen, im besten Fall noch vor Arbeitsbeginn.

Vorlagepflicht einer ärztlichen Bescheinigung (Attest)

Die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung (Attest) ist in der Regel ab dem vierten Krankheitstag erforderlich. Ihr Arbeitgeber kann jedoch auch verlangen, dass Sie die Bescheinigung früher vorlegen, beispielsweise bereits ab dem ersten Krankheitstag. Diese Anforderung muss allerdings transparent und für alle Mitarbeiter einheitlich geregelt sein (z.B. durch eine Betriebsvereinbarung oder eine entsprechende Klausel im Arbeitsvertrag). Die ärztliche Bescheinigung muss Ihren Namen, den Zeitraum der Arbeitsunfähigkeit und idealerweise die Diagnose (verschlüsselt) enthalten. Sie müssen das Attest so schnell wie möglich Ihrem Arbeitgeber zukommen lassen.

Was passiert nach sechs Wochen?

Sollte Ihre Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen andauern, erhalten Sie Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Das Krankengeld beträgt in der Regel 70% Ihres Bruttoeinkommens, jedoch maximal 90% Ihres Nettoeinkommens. Sie müssen hierfür eine Folgebescheinigung von Ihrem Arzt vorlegen, die an Ihre Krankenkasse geht.

Umgang mit der Angst, sich krankzumelden

Die Angst, sich krankzumelden, ist weit verbreitet, aber oft unbegründet. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können:

  • Kennen Sie Ihre Rechte: Informieren Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten im Krankheitsfall. Das Wissen um Ihre Rechte kann Ihnen Sicherheit geben und Ihre Angst reduzieren.
  • Kommunizieren Sie offen mit Ihrem Arbeitgeber: Ein offenes und ehrliches Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber kann viele Missverständnisse ausräumen. Informieren Sie ihn rechtzeitig über Ihre Situation und erklären Sie, warum Sie nicht arbeiten können.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihre Gesundheit: Ihre Gesundheit hat oberste Priorität. Wenn Sie krank sind, brauchen Sie Ruhe und Erholung, um wieder gesund zu werden. Sich krank zur Arbeit zu schleppen, schadet Ihnen selbst und kann auch Ihre Kollegen anstecken.
  • Haben Sie keine Schuldgefühle: Jeder wird mal krank. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich krankzumelden, sondern ein Zeichen von Verantwortung gegenüber sich selbst und den Kollegen.
  • Denken Sie an Ihre Kollegen: Sich krank zur Arbeit zu schleppen, gefährdet die Gesundheit Ihrer Kollegen und kann zu weiteren Ausfällen führen.
  • Vermeiden Sie Spekulationen: Konzentrieren Sie sich auf die Fakten und vermeiden Sie es, sich in Spekulationen über die Reaktion Ihres Arbeitgebers zu verlieren.
  • Dokumentieren Sie alles: Halten Sie alle Kommunikationen mit Ihrem Arbeitgeber fest, insbesondere die Meldung Ihrer Arbeitsunfähigkeit und die Vorlage des Attests.

Typische Ängste und wie man sie überwindet

  • "Mein Arbeitgeber glaubt mir nicht, dass ich krank bin": Vertrauen Sie auf die Autorität Ihres Arztes. Eine ärztliche Bescheinigung ist ein offizielles Dokument, das Ihre Arbeitsunfähigkeit bestätigt.
  • "Ich werde meinen Arbeitsplatz verlieren": Eine Kündigung aufgrund von Krankheit ist in der Regel nur in Ausnahmefällen zulässig, beispielsweise bei einer lang andauernden oder wiederholten Arbeitsunfähigkeit, die die betrieblichen Interessen erheblich beeinträchtigt. Ihr Arbeitgeber muss hierfür jedoch strenge Voraussetzungen erfüllen und Ihnen eine negative Gesundheitsprognose nachweisen.
  • "Meine Kollegen müssen meine Arbeit mitmachen": Das ist richtig, aber dafür gibt es in den meisten Betrieben Regelungen. Oft gibt es Vertretungspläne oder die Möglichkeit, Aufgaben zu delegieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber oder Ihren Kollegen, um eine Lösung zu finden.
  • "Ich bin unersetzlich": Auch wenn Sie sich unersetzlich fühlen, ist kein Mensch unersetzlich. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, für eine Vertretung zu sorgen.

Was tun, wenn der Arbeitgeber Schwierigkeiten macht?

Sollte Ihr Arbeitgeber Ihre Rechte nicht respektieren oder Ihnen Schwierigkeiten bereiten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten:

  • Gespräch mit dem Betriebsrat: Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer in Ihrem Betrieb und kann Ihnen beratend zur Seite stehen und gegebenenfalls vermitteln.
  • Beratung bei einer Gewerkschaft: Wenn Sie Mitglied einer Gewerkschaft sind, können Sie sich dort rechtlich beraten lassen.
  • Rechtsberatung: Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann Ihnen Ihre Rechte erläutern und Sie bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche unterstützen.
  • Beschwerde beim Arbeitsgericht: Sie können eine Klage beim Arbeitsgericht einreichen, wenn Ihr Arbeitgeber Ihre Rechte verletzt.

Krankmeldung während der Probezeit

Auch während der Probezeit haben Sie grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Allerdings kann Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis während der Probezeit leichter kündigen. Eine Kündigung aufgrund von Krankheit ist jedoch auch in der Probezeit nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Es ist ratsam, sich in diesem Fall rechtlich beraten zu lassen.

Fazit

Sich krankzumelden ist Ihr gutes Recht. Kennen Sie Ihre Rechte und Pflichten, kommunizieren Sie offen mit Ihrem Arbeitgeber und konzentrieren Sie sich auf Ihre Gesundheit. Lassen Sie sich nicht von unbegründeten Ängsten leiten und scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie Schwierigkeiten haben. Ihre Gesundheit ist wichtiger als alles andere.

Es ist wichtig, zu verstehen, dass ehrliche Krankmeldungen akzeptiert werden sollten. Wenn Sie wirklich nicht in der Lage sind zu arbeiten, ist es verantwortungsbewusst, zu Hause zu bleiben und sich zu erholen. Ein Arbeitgeber, der dies nicht respektiert, ist möglicherweise nicht der richtige für Sie. Denken Sie daran: Gesundheit geht vor!

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Im Zweifelsfall sollten Sie sich von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten lassen.

Angst Sich Krank Zu Melden Sich krankmelden per E-Mail oder Telefon: Muster + Regeln
karrierebibel.de
Angst Sich Krank Zu Melden Angst vor Krankmeldung überwinden
herojob.de
Angst Sich Krank Zu Melden Das Einmaleins der Krankmeldung – so melden Sie sich richtig krank
www.fr.de
Angst Sich Krank Zu Melden krank melden oder krankmelden? • richtige Schreibweise · [mit Video]
studyflix.de
Angst Sich Krank Zu Melden Krankmeldung: Bis wann beim Arbeitgeber krankmelden?
arbeits-abc.de
Angst Sich Krank Zu Melden Krankmeldung - Was ist zu beachten? | Krankmeldung.org
www.krankmeldung.org
Angst Sich Krank Zu Melden Krank melden oder krankmelden? Was stimmt?
languagetool.org
Angst Sich Krank Zu Melden Sich krankmelden per E-Mail oder Telefon: Muster + Regeln
karrierebibel.de
Angst Sich Krank Zu Melden Deutsche Arbeitnehmer melden sich seltener krank | DAS INVESTMENT
www.dasinvestment.com
Angst Sich Krank Zu Melden Angst vorm Melden? So überwindest du sie nach und nach - YouTube
www.youtube.com
Angst Sich Krank Zu Melden Krankmeldung: 15 Fragen und Antworten | DAHAG
www.dahag.de
Angst Sich Krank Zu Melden Krankmelden: So geht es richtig
karrierebibel.de
Angst Sich Krank Zu Melden Krankenstand: Arbeitnehmer melden sich so selten krank wie nie | STERN.de
www.stern.de
Angst Sich Krank Zu Melden Führt die Angst vor der Arztpraxis zu weniger Krankschreibungen? | Dortmund
www.ruhrnachrichten.de
Angst Sich Krank Zu Melden Angst (Angststörung) – Heilpraxis
www.heilpraxisnet.de
Angst Sich Krank Zu Melden Mehr Arbeitnehmer melden sich krank - dhz.net
www.deutsche-handwerks-zeitung.de
Angst Sich Krank Zu Melden 6 von 10 Arbeitnehmern melden sich trotz Arbeitsfähigkeit krank – ZWP
www.zwp-online.info
Angst Sich Krank Zu Melden Krankmeldung ohne Arztbesuch: So gehen Sie am besten vor
www.t-online.de

ähnliche Beiträge: