Anzeige Wegen Körperverletzung Obwohl Ich Nichts Gemacht Habe
Okay, stellt euch vor: Ihr chillt gemütlich auf der Couch, guckt eure Lieblingsserie, vielleicht knabbert ihr an 'ner Chipstüte. Das Leben ist gut. Und dann… Peng! Eine Anzeige wegen Körperverletzung flattert ins Haus. Euer erster Gedanke: "Hä? Hab ich jemandem im Schlaf was getan? Bin ich zum wandelnden Somnambule-Prügler geworden?"
Der Fall des unschuldigen Sofasitzers
Genau das ist Herbert passiert. Herbert, Rentner, passionierter Hobbygärtner und bekannt für seine legendären Kartoffelsalate. Herbert, der keiner Fliege was zuleide tun könnte – außer vielleicht mit zu viel Dill im Kartoffelsalat. Und plötzlich soll Herbert jemanden verletzt haben? Unfassbar!
Die Anzeige kam von Frau Müller, Herberts Nachbarin. Frau Müller, sagen wir mal, ist… präsent. Sie hat eine Stimme, die Glas zerspringen lässt, und ein Herz, das wahrscheinlich aus Gold ist, aber unter einer dicken Schicht Eigenwilligkeit versteckt liegt. Die Begründung für die Anzeige: Herbert sei verantwortlich für ihren gebrochenen Arm. Wie? Das war die große Frage.
Die wahnwitzige Theorie der fliegenden Gartenzwerge
Die Erklärung war so absurd, dass Herbert fast seinen Tee aus der Nase gespritzt hätte. Frau Müller behauptete, Herbert habe durch unachtsames Hantieren mit seinen Gartenzwergen – ja, Herbert hat eine beeindruckende Zwergensammlung – einen Zwerg so unglücklich platziert, dass dieser vom Dach ihres Schuppens gefallen und ihr auf den Arm gekracht sei. Beim Rasenmähen. Am Dienstag. Um 14:30 Uhr. Die Details waren erstaunlich präzise, wenn auch völlig aus der Luft gegriffen.
"Ich schwöre es, Herr Kommissar! Dieser Gartenzwerg, er war dunkelrot mit einer kleinen blauen Mütze! Und er kam direkt von Herberts Grundstück!"
Herbert konnte es nicht fassen. Er hatte zwar rote Zwerge, und auch welche mit blauen Mützen, aber keiner von denen hatte jemals Flugambitionen gezeigt. Seine Zwerge waren eher von der gemütlichen Sorte, die den Tag am liebsten mit Angeln am Gartenteich verbrachten (zumindest im übertragenen Sinne, die Angeln waren natürlich nur Deko).
Was nun? Herbert suchte sich einen Anwalt. Einen guten Anwalt. Einen Anwalt, der auch mal über absurde Fälle lachen konnte. Und der hatte eine Idee. Eine grandiose Idee.
Die Zwergen-Alibi-Aktion
Der Anwalt, Dr. Sommerfeld, ein Mann mit einem trockenen Humor und einem noch trockeneren Martini-Geschmack, schlug vor, eine Art "Zwergen-Alibi-Aktion" zu starten. Alle Zwerge, alle 37 Stück, wurden fotografiert, vermessen und auf eventuelle Beschädigungen untersucht, die auf einen Sturz aus großer Höhe hindeuten könnten. Jede einzelne Macke, jede Schramme wurde akribisch dokumentiert.
Das Ergebnis: Keiner der Zwerge wies auch nur den geringsten Hinweis auf einen Flugunfall auf. Sie waren alle unschuldig. Und sie hatten alle ein Alibi: Sie standen brav in Herberts Garten. Die Polizei, die anfangs etwas ungläubig war, musste angesichts der Beweislage klein beigeben.
Die Anzeige wurde fallengelassen. Frau Müller musste sich eine neue Erklärung für ihren gebrochenen Arm einfallen lassen. (Gerüchte besagen, dass sie behauptete, ein außerirdischer Rasenmäher habe sie angegriffen, aber das ist eine andere Geschichte.)
Und was lernen wir daraus?
Erstens: Auch wenn man nichts getan hat, kann man in absurde Situationen geraten. Zweitens: Gartenzwerge sind treue Zeugen. Und drittens: Ein guter Anwalt mit Humor kann Gold wert sein. Und vielleicht, nur vielleicht, sollte man seinen Nachbarn immer einen Kartoffelsalat mehr anbieten. Vielleicht hätte das alles verhindert.
Herbert jedenfalls hat aus der Sache gelernt. Er hat jetzt einen kleinen Zaun um seine Zwergensammlung gebaut. Nicht, weil er Angst hat, dass sie fliegen, sondern weil er verhindern will, dass Frau Müller in Zukunft noch auf dumme Ideen kommt. Und er hat Frau Müller einen extra großen Kartoffelsalat vorbeigebracht. Mit extra viel Dill. Man weiß ja nie.
Ach ja, und die Moral von der Geschicht? Bevor du jemanden wegen Körperverletzung anzeigst, vergewissere dich, dass die Beweise nicht so klein und rot sind und eine blaue Mütze tragen. Und überprüfe zur Sicherheit den Himmel auf fliegende Rasenmäher. Man weiß ja nie…
Und Herbert? Der sitzt jetzt wieder gemütlich auf seiner Couch, guckt seine Lieblingsserie und knabbert an 'ner Chipstüte. Das Leben ist wieder gut. Zumindest, bis der nächste Gartenzwerg abhebt.
