Arbeitslos Mit 61 Muss Ich Mich Noch Bewerben
61 und arbeitslos? Na, das ist ja mal ein Ding. Die Rente winkt doch schon! Oder? Aber muss man sich dann noch bewerben? Puh, eine Frage für Philosophen!
Ich sitze hier, der Kaffee dampft. Draußen zwitschern die Vögel. Bewerbungen zwitschern leider nicht. Die knistern eher unangenehm im Drucker.
Arbeitslos mit 61. Klingt wie der Titel eines traurigen Films. Aber hey, vielleicht ist es ja auch eine Komödie. Eine bitterböse, versteht sich.
Ich erinnere mich an die glorreichen Zeiten. Bewerbungsgespräche im Anzug. Das Hemd perfekt gebügelt. Die Antworten einstudiert. Und jetzt? Jetzt schaue ich in den Spiegel und frage mich: "Wen willst du denn damit noch beeindrucken?"
Klar, die Jobbörsen sind voll. Von Stellenanzeigen. Und von Versprechungen. "Junges, dynamisches Team!" "Flache Hierarchien!" Ich nicke. Jung bin ich definitiv nicht mehr. Dynamisch… naja, sagen wir, ich stehe morgens dynamisch auf. Wenn der Rücken mitspielt.
Das Anschreiben. Eine Kunstform?
Das Anschreiben. Der heilige Gral der Bewerbung. Drei Absätze, die über mein Schicksal entscheiden sollen. Ich grübele. Was soll ich schreiben? Dass ich seit Jahrzehnten im Berufsleben stehe? Dass ich schon mehr erlebt habe als die meisten Personaler jemals erleben werden? Oder dass ich einfach nur meine Ruhe haben will, bis die Rente kommt?
Vielleicht sollte ich es mal mit einem Gedicht versuchen. "Oh Job, du süße Qual, öffne mir dein Portal!" Vielleicht klappt's ja. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
Das Foto. Die Visitenkarte des 21. Jahrhunderts.
Das Foto. Ein weiteres Mysterium. Soll ich lächeln? Ernst schauen? Seriös wirken? Oder einfach ein Selfie mit meinem Kater hochladen? Der ist wenigstens fotogen.
Ich kram in alten Fotoalben. Das letzte Bewerbungsfoto ist… sagen wir mal, "optimistisch". Die Haare sind noch dunkel. Die Falten weniger. Ob das der Wahrheit entspricht? Eher nicht. Aber hey, Photoshop ist mein Freund.
"Ich habe nichts mehr zu verlieren." – Mein innerer Monolog
Die Wahrheit ist...
Die Wahrheit ist: Ich habe keine Lust mehr auf Bewerbungen. Ich will lieber im Garten sitzen. Ein Buch lesen. Oder einfach nur die Wolken beobachten. Aber das Finanzamt sieht das leider anders.
Also gut. Ich werde mich bewerben. Aber ich werde es mit Humor nehmen. Ich werde die Stellenanzeigen mit einem Augenzwinkern lesen. Und ich werde in den Bewerbungsgesprächen ehrlich sein. Sehr ehrlich.
Meine "Unpopuläre" Meinung
Hier kommt sie, meine unpopuläre Meinung: Mit 61 sollte man sich nicht mehr bewerben müssen. Man sollte die verdiente Rente genießen. Und all die Dinge tun, für die man im Berufsleben keine Zeit hatte. Reisen. Malen. Gitarre spielen. Oder einfach nur faul auf dem Sofa liegen.
Ich weiß, das ist naiv. Und unrealistisch. Aber träumen darf man ja wohl noch. Oder?
Ich stelle mir vor, wie ich in einem Bewerbungsgespräch sitze. Der Personaler fragt: "Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?" Ich antworte: "Am Strand. Mit einem Cocktail. Und ohne Bewerbungen."
Vielleicht bekomme ich den Job ja gerade deshalb. Weil ich ehrlich bin. Weil ich authentisch bin. Weil ich ich bin.
Oder auch nicht. Aber dann habe ich wenigstens eine gute Geschichte zu erzählen.
Und was nun?
Ich seufze. Die Kaffeetasse ist leer. Der Berg an Stellenanzeigen wächst. Es hilft nichts. Ich muss mich bewerben. Aber ich werde es mit einem Lächeln tun. Und mit der Gewissheit, dass das Leben noch viele Überraschungen bereithält. Auch mit 61.
Also, auf geht's. Stürzen wir uns ins Bewerbungsgetümmel. Wer weiß, vielleicht finde ich ja doch noch meinen Traumjob. Oder zumindest einen Job, der mir das Gefühl gibt, nicht ganz unnütz zu sein. Bis zur Rente.
Und wenn nicht? Dann schreibe ich ein Buch. Über meine Erfahrungen als arbeitsloser 61-Jähriger. Der Titel steht schon fest: "Alt, aber nicht doof!"
Oder vielleicht doch "Arbeitslos mit 61: Mein Leben zwischen Bewerbung und Bingo." Hmm, ich muss darüber nachdenken.
In der Zwischenzeit... drückt mir die Daumen! Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja bald auf der anderen Seite des Schreibtisches. Als Kollege. Oder als Rentner. Wer weiß das schon?
Disclaimer: Dieser Artikel ist humoristisch gemeint und soll niemanden beleidigen oder herabsetzen. Ich wünsche allen Arbeitsuchenden viel Erfolg bei der Jobsuche!
