Ark Shootergame Has Crashed And Will Close
Ach, Ark: Survival Evolved. Dieses Spiel, bei dem man sich fragt, ob man mehr Zeit mit Spielen oder mit dem Neubau der Basis nach einem Server-Neustart verbringt. Oder, noch wahrscheinlicher, mit dem Beheben eines Absturzes.
Kennt ihr das? Man reitet auf seinem geliebten T-Rex, hat gerade einen fetten Alpha Raptor erledigt und ist auf dem Weg zurück zur Basis, um die Beute zu verstauen. Die Sonne scheint (im Spiel, versteht sich, draußen regnet es natürlich), die Vögel zwitschern (oder eher, die Dimorphodons kreischen)... und dann: BÄM!
"Ark Shootergame Has Crashed And Will Close".
Dieser kleine Dialog, der so vertraut ist wie der eigene Nachname. Er ist wie ein ungebetener Gast, der immer dann auftaucht, wenn man ihn am wenigsten braucht. Er ist der Grund, warum ich manchmal glaube, dass Ark eigentlich ein Survival-Horror-Spiel ist. Nur, dass der Horror nicht von Dinosauriern, sondern von Programmfehlern kommt.
Und wisst ihr, was ich wirklich denke? (Achtung, jetzt kommt eine potentiell unpopuläre Meinung): Manchmal... manchmal bin ich gar nicht so traurig, wenn Ark abstürzt.
Warum? Lasst mich das erklären:
Erstens: Es ist eine willkommene Ausrede, um aufzuhören. Geben wir es zu, Ark ist süchtig machend. Man sagt sich immer wieder: "Nur noch kurz diese Ressource farmen", "Nur noch eben diesen Dino zähmen", "Nur noch...". Und plötzlich sind vier Stunden vergangen und man hat weder gegessen, noch getrunken, noch das Tageslicht gesehen. Ein Absturz ist wie ein liebevoller Tritt in den Hintern, der einen zurück in die Realität befördert.
Zweitens: Es ist eine Chance, etwas Sinnvolles zu tun. Endlich die Spülmaschine ausräumen. Die Steuererklärung machen. Die Katze kämmen. Dinge, die man sonst aus Angst, etwas im Spiel zu verpassen, vernachlässigt hätte. Der Absturz ist quasi ein Produktivitäts-Booster, der sich als frustrierender Fehler tarnt.
Drittens: Es ist eine Gelegenheit, sich über den Absturz zu beschweren. Und seien wir ehrlich, das macht doch Spaß! Mit anderen Spielern auf Discord darüber jammern, dass man wieder mal alles verloren hat. Sich gegenseitig Geschichten von epischen Abstürzen erzählen. Es ist wie eine Selbsthilfegruppe für Ark-Geschädigte. Gemeinsames Leid verbindet, nicht wahr?
Natürlich, es gibt auch die dunkle Seite:
Der Verlust von wertvoller Ausrüstung. Das Verlieren des Fortschritts bei einem langwierigen Zähmungsprozess. Der Frust, wenn man kurz vor dem Sieg gegen einen Boss steht und dann... *puff*. Das alles ist natürlich ärgerlich. Absolut. Ich verstehe das. Wirklich.
Aber selbst dann, mitten im tiefsten Frust, kann ich mir ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Denn ich weiß: Ich bin nicht allein. Millionen andere Spieler da draußen leiden gerade mit mir. Und morgen... morgen starten wir alle wieder neu.
Und vielleicht, nur vielleicht, stürzt Ark dann erst übermorgen ab. Oder vielleicht... gleich wieder. Wer weiß das schon? Das ist ja das Schöne (und gleichzeitig das Schreckliche) an Ark.
Also, nächstes Mal, wenn ihr diese gefürchteten Worte seht: "Ark Shootergame Has Crashed And Will Close", atmet tief durch. Betrachtet es als eine Gelegenheit. Eine Chance, aus dem Teufelskreis der Dino-Sucht auszubrechen. Und vielleicht, ganz vielleicht, könnt ihr sogar ein bisschen darüber lachen. Zumindest, bis ihr das Spiel wieder startet.
Denn, lasst uns ehrlich sein, wir werden es wieder starten. Immer und immer wieder. Egal wie oft es abstürzt.
Denn tief in unserem Herzen sind wir alle ein bisschen masochistisch. Oder einfach nur süchtig nach Dinos. Entscheidet selbst.
Und jetzt entschuldigt mich, ich muss meine Ankylosaurus suchen. Die ist irgendwo zwischen dem letzten Absturz und dem Neustart verschwunden. Und wahrscheinlich von einem Troodon gefressen worden. Ach, Ark...
