Auf Dem Rechten Auge Blind Bedeutung
Habt ihr schon mal von dem Ausdruck "Auf dem rechten Auge blind" gehört? Klingt erstmal komisch, oder? Als ob jemand mit 'ner Augenklappe rumläuft und sich denkt: "Ach, das seh ich mal großzügig!" Aber keine Sorge, hier geht's nicht um Piraten, sondern um eine ziemlich menschliche Eigenschaft: Etwas bewusst übersehen, was eigentlich offensichtlich ist.
Woher kommt dieser seltsame Blick?
Die Redewendung hat einen interessanten Ursprung. Sie geht zurück auf den preußischen König Friedrich den Großen, auch bekannt als "Alter Fritz". Der war, so die Geschichte, tatsächlich auf dem rechten Auge sehschwach. Anekdoten besagen, dass er diese Schwäche aber nutzte, um Dinge zu ignorieren, die ihm nicht passten oder die er einfach nicht sehen wollte. So konnte er unliebsame Angelegenheiten elegant ausblenden und sich auf das Wesentliche konzentrieren – zumindest, was er für wesentlich hielt.
Ein König mit Weitsicht… oder doch nicht?
Ob Friedrich das wirklich absichtlich so gemacht hat, ist natürlich schwer zu sagen. Aber die Metapher hat sich gehalten. Sie beschreibt eine Art von selektiver Wahrnehmung, bei der wir uns entscheiden, bestimmte Aspekte einer Situation nicht zur Kenntnis zu nehmen. Das kann ganz unbewusst passieren, aber auch sehr bewusst, um Konflikte zu vermeiden oder eine bestimmte Vorstellung aufrechtzuerhalten.
Wenn die Liebe blind macht… auf dem rechten Auge
Denkt mal darüber nach: Habt ihr das nicht auch schon mal erlebt? Vielleicht in einer Beziehung? Man ist so verliebt, dass man die roten Flaggen komplett übersieht. Er ist zwar ein bisschen chaotisch, aber dafür hat er ja so einen unwiderstehlichen Charme! Sie ist vielleicht etwas eifersüchtig, aber das zeigt ja nur, wie sehr sie einen liebt! Klingt bekannt? Dann seid ihr vielleicht gerade auf dem rechten Auge blind unterwegs.
Liebe ist oft die Ursache dafür, dass wir Dinge übersehen wollen. Wir wollen das Bild, das wir von unserem Partner haben, nicht zerstören.
Oder vielleicht in der Familie? Onkel Herbert erzählt mal wieder einen zweifelhaften Witz, aber man will ja die Stimmung nicht verderben und lacht einfach mit. Tante Ernas ständige Nörgelei? Ach, die meint es ja nicht böse! Auch hier blendet man aus, um den Frieden zu wahren. Das ist ja auch erstmal nicht schlimm, solange es nicht zu einer Dauerlösung wird und man sich selbst etwas vormacht.
Vom Arbeitsplatz bis zum Fußballstadion: Überall blinde Augen
Auch im Job kann man auf dem rechten Auge blind sein. Der Kollege, der ständig zu spät kommt und die Arbeit nicht erledigt? Ach, der hat's ja auch nicht leicht! Der Chef, der immer nur die eigenen Erfolge hervorhebt? Naja, so sind Chefs eben! Man blendet aus, um den Arbeitsfrieden zu wahren oder weil man Angst vor Konsequenzen hat. Dabei schadet man sich langfristig oft selbst.
Und was ist mit dem Fußball? Der Schiedsrichter übersieht ein klares Foulspiel? Na, der ist bestimmt Fan der gegnerischen Mannschaft! Wir sind alle schnell dabei, die Realität so zu verbiegen, dass sie zu unserer Sicht der Dinge passt. Das ist menschlich, aber eben auch nicht immer hilfreich.
Ist "blind sein" immer schlecht?
Natürlich nicht! Manchmal ist es sogar notwendig, ein bisschen auf dem rechten Auge blind zu sein. Wenn man sich ständig über jede Kleinigkeit aufregt, wird man ja verrückt. Ein bisschen Gelassenheit und Toleranz schaden nie. Es kommt eben auf das richtige Maß an.
Der Trick ist, sich bewusst zu machen, wann man etwas ausblendet und warum. Ist es, um sich selbst zu schützen? Um Konflikte zu vermeiden? Oder um eine bestimmte Vorstellung aufrechtzuerhalten? Wenn man sich diese Fragen ehrlich beantwortet, kann man entscheiden, ob es sinnvoll ist, auf dem rechten Auge blind zu sein oder ob man die Realität lieber mit beiden Augen sehen sollte.
Die Kunst des bewussten Hinsehens
Also, das nächste Mal, wenn ihr euch dabei erwischt, wie ihr etwas überseht, fragt euch: Bin ich gerade auf dem rechten Auge blind? Und wenn ja, warum? Vielleicht ist es Zeit, die Augen ein bisschen weiter zu öffnen und die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Auch wenn es manchmal unangenehm ist.
Denn letztendlich ist es besser, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, auch wenn man dabei ab und zu mal über ein Stolpersteinchen stolpert. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man dabei ja sogar etwas Schönes, das man vorher übersehen hat, weil man so sehr damit beschäftigt war, auf dem rechten Auge blind zu sein.
Also, haltet die Augen offen und bleibt neugierig! Und denkt daran: Manchmal ist es gut, ein bisschen zu sehen, aber noch besser ist es, alles zu sehen! (oder zumindest fast alles... ein bisschen selektive Wahrnehmung schadet ja nicht! 😉)
