Auf Eine Einladung Antworten
Hand aufs Herz: Wer von uns liebt sie wirklich, diese Pflicht, auf jede Einladung zu antworten? Ich gestehe, ich tu's nicht immer. Und nein, ich schäme mich auch nicht. (Okay, vielleicht ein bisschen.)
Die Einladungs-Antwort-Tyrannei
Es beginnt harmlos. Eine Geburtstagseinladung per WhatsApp. Kurz geantwortet, "Klar, bin dabei!" – Zack, erledigt. Aber dann kommt Tante Ernas diamantene Hochzeit. Die Einladung? Auf Büttenpapier, mit Goldrand. Und der Antwortzettel… ein Gedicht! Mit vorgefertigten Antwortmöglichkeiten, die alle irgendwie falsch sind.
Kreuzchen hier, Kreuzchen da. "Wir freuen uns auf Ihr baldiges Erscheinen!" Oh ja, Tante Erna, ich freu mich auch riesig auf Stunden voller Walzer und angestaubter Witze. (Spoiler: Tue ich nicht.)
Das Dilemma der Zusage
Sagen wir mal, ich habe zugesagt. Super! Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Besseres aufpoppt, astronomisch hoch. Plötzlich laden Freunde zu einem spontanen Grillabend ein. Oder Netflix veröffentlicht die neue Staffel meiner Lieblingsserie. Was nun?
Option A: Ich schleiche mich von Tante Ernas Feier. Riskant. Könnte zu bösem Blut führen. Und wer will schon Stress mit der Verwandtschaft?
Option B: Ich gehe zu Tante Erna und verpasse den Grillabend/die Serie. Frustrierend. Das Leben ist zu kurz für verpasste Grillabende und Cliffhanger!
Option C: Ich sage kurzfristig ab. Der Klassiker. Aber... das schlechte Gewissen nagt. Und die Ausreden werden auch immer unglaubwürdiger. "Der Hamster meiner Nachbarin hat sich den Fuß gebrochen, ich muss Babysitten!"
Die Absage: Eine Kunst für sich
Absagen ist noch schwieriger als zusagen. Man will ja niemanden verletzen. Besonders nicht, wenn die Einladung von jemandem kommt, dem man eigentlich nicht absagen *darf*. Chef, Schwiegermutter, die beste Freundin, die gerade eine schwere Zeit durchmacht. Uff!
Die beste Taktik? Ehrlichkeit. Aber bitte, mit viel Zucker überzogen. "Liebe/r [Name], ich würde so gerne kommen, aber... leider hat mein Arzt mir verboten, mich in der Nähe von Walzermusik aufzuhalten. Ernsthaft! (Okay, nicht ernsthaft, aber die Musik ist halt echt..."naja")."
Unpopuläre Meinung: Man sollte auch ohne explizite Antwort wissen, dass ich nicht komme, wenn ich mich nicht melde. Nennt mich faul, aber Zeit ist kostbar!
Die Sache mit der Online-Anmeldung
Ach ja, und dann gibt es noch die Online-Anmeldungen. Diese Umfragen, in denen man gefühlt seinen gesamten Lebenslauf preisgeben muss, nur um zu signalisieren, dass man vielleicht, eventuell, unter Umständen kommt.
"Haben Sie Allergien? Sind Sie Vegetarier? Bevorzugen Sie Rot- oder Weißwein? Welche Musikrichtung mögen Sie am liebsten? Welches Buch lesen Sie gerade?"
Leute, ich will doch nur wissen, ob es was zu essen gibt und ob ich mich mit jemandem unterhalten kann, ohne einzuschlafen! Muss das wirklich so kompliziert sein?
Der Minimalistische Ansatz
Vielleicht sollten wir alle etwas minimalistischer an die Sache rangehen. Einfach kurz schreiben: "Danke für die Einladung, freue mich drauf!" oder "Danke, bin leider verhindert." Punkt. Aus. Ende. Spart Zeit, Nerven und Büttenpapier.
Oder, noch radikaler: Wir ignorieren einfach alle Einladungen und treffen uns stattdessen spontan mit den Leuten, die uns wirklich wichtig sind. Bei einem Grillabend. Mit Netflix. Und ohne Walzer.
Ich weiß, ich weiß, das ist vielleicht etwas asozial. Aber hey, manchmal muss man einfach priorisieren. Und meine Priorität ist gerade, diesen Artikel zu beenden und... eine Einladung zu ignorieren. (Sorry, Tante Erna!)
Das Fazit (oder auch nicht)
Also, wie antwortet man nun richtig auf eine Einladung? Ich habe keine Ahnung. Ehrlichkeit? Höflichkeit? Ignoranz? Sucht euch was aus. Hauptsache, ihr habt dabei Spaß. Und vergesst nicht: Das Leben ist zu kurz für schlechte Ausreden.
