Aufs Knie Gefallen Was Tun
Ein Sturz auf das Knie kann schmerzhaft sein und verschiedene Ursachen haben, von einer einfachen Prellung bis hin zu ernsthaften Verletzungen. Für Neuankömmlinge in Deutschland, die mit dem Gesundheitssystem und den üblichen Vorgehensweisen noch nicht vertraut sind, ist es wichtig zu wissen, wie man nach einem solchen Vorfall am besten vorgeht. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, was zu tun ist, wenn Sie auf das Knie gefallen sind.
Erste Schritte direkt nach dem Sturz
Unmittelbar nach dem Sturz ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die Situation richtig einzuschätzen. Versuchen Sie, folgende Schritte zu befolgen:
1. Ruhe bewahren und Selbstuntersuchung
Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und atmen Sie tief durch. Bewegen Sie das Knie vorsichtig, um festzustellen, ob Sie es überhaupt bewegen können. Achten Sie auf folgende Symptome:
- Starke Schmerzen: Sind die Schmerzen unerträglich oder nehmen sie schnell zu?
- Instabilität: Fühlt sich das Kniegelenk locker oder instabil an?
- Schwellung: Schwillt das Knie schnell an?
- Deformität: Ist das Kniegelenk sichtbar verformt?
- Bewegungseinschränkung: Können Sie das Knie nicht mehr beugen oder strecken?
- Geräusche: Haben Sie ein Knacken oder Knirschen im Knie gehört oder gefühlt?
Wenn Sie eines dieser Symptome feststellen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notruf (112) wählen.
2. Die PECH-Regel anwenden
Wenn die Schmerzen erträglich sind und keine schwerwiegenden Symptome vorliegen, können Sie die sogenannte PECH-Regel anwenden. PECH steht für:
- Pause: Belasten Sie das Knie nicht weiter. Vermeiden Sie es, aufzustehen oder zu laufen.
- Eis: Kühlen Sie das Knie mit Eis oder einer Kühlkompresse. Legen Sie immer ein Tuch zwischen Eis und Haut, um Erfrierungen zu vermeiden. Kühlen Sie das Knie für 15-20 Minuten alle 2-3 Stunden.
- Compression: Wickeln Sie das Knie mit einer elastischen Binde ein. Achten Sie darauf, dass die Binde nicht zu fest sitzt, um die Durchblutung nicht zu behindern.
- Hochlagern: Lagern Sie das Knie hoch, idealerweise über Herzhöhe. Dies hilft, Schwellungen zu reduzieren.
Die PECH-Regel sollte in den ersten 24-48 Stunden nach dem Sturz angewendet werden.
3. Schmerzmittel
Bei Bedarf können Sie rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen, um die Schmerzen zu lindern. Beachten Sie die Dosierungsanleitung in der Packungsbeilage und konsultieren Sie bei Unklarheiten einen Apotheker oder Arzt. Achtung: Schmerzmittel bekämpfen nur die Symptome und heilen nicht die Ursache. Sie sollten daher nicht als alleinige Behandlung verwendet werden.
Wann zum Arzt?
Auch wenn die anfänglichen Schmerzen nachlassen, ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben und bei bestimmten Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn:
- Die Schmerzen nach einigen Tagen nicht besser werden oder sogar schlimmer werden.
- Das Knie weiterhin instabil ist oder sich "wegknickt".
- Sie das Knie nicht mehr vollständig beugen oder strecken können.
- Das Knie weiterhin stark geschwollen ist.
- Sie ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Bein oder Fuß verspüren.
- Sie sich unsicher sind, ob die Verletzung schwerwiegend ist.
Der Arzt kann die Ursache der Beschwerden diagnostizieren und die geeignete Behandlung einleiten.
Mögliche Verletzungen nach einem Sturz auf das Knie
Ein Sturz auf das Knie kann verschiedene Verletzungen verursachen. Einige der häufigsten Verletzungen sind:
- Prellung (Kontusion): Eine Prellung ist eine Quetschung des Gewebes. Sie verursacht Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse.
- Bänderdehnung oder -riss (Distorsion oder Ruptur): Die Bänder stabilisieren das Kniegelenk. Bei einem Sturz können sie überdehnt werden oder reißen. Besonders häufig sind Verletzungen des Innenbandes (mediales Kollateralband) und des vorderen Kreuzbandes (anterior cruciate ligament, ACL).
- Meniskusriss: Die Menisken sind Knorpelscheiben, die als Stoßdämpfer im Kniegelenk dienen. Sie können bei einem Sturz einreißen.
- Knochenbruch (Fraktur): Bei einem heftigen Sturz kann es zu einem Knochenbruch im Kniegelenk kommen, beispielsweise an der Kniescheibe (Patella), dem Schienbein (Tibia) oder dem Oberschenkelknochen (Femur).
- Kniescheibenluxation: Dabei springt die Kniescheibe aus ihrer Führung.
Diagnose und Behandlung beim Arzt
Der Arzt wird Sie zunächst nach dem Unfallhergang und Ihren Beschwerden fragen. Anschließend wird er das Knie untersuchen und verschiedene Tests durchführen, um die Stabilität des Gelenks zu überprüfen. Je nach Verdacht kann er weitere Untersuchungen anordnen, wie:
- Röntgenaufnahme: Um Knochenbrüche auszuschließen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Um Weichteilverletzungen wie Bänder- oder Meniskusrisse zu beurteilen.
Die Behandlung hängt von der Art und Schwere der Verletzung ab. Mögliche Behandlungen sind:
- Konservative Behandlung: Bei leichten Verletzungen wie Prellungen oder leichten Bänderdehnungen reicht oft eine konservative Behandlung aus. Diese umfasst:
- PECH-Regel
- Schmerzmittel
- Physiotherapie: Um die Beweglichkeit und Stabilität des Knies wiederherzustellen.
- Bandage oder Schiene: Um das Knie zu stabilisieren und zu entlasten.
- Operation: Bei schwerwiegenden Verletzungen wie einem Kreuzbandriss, einem Meniskusriss oder einem Knochenbruch kann eine Operation erforderlich sein. Die Art der Operation hängt von der spezifischen Verletzung ab.
Rehabilitation
Nach einer konservativen Behandlung oder einer Operation ist eine Rehabilitation wichtig, um die volle Funktionsfähigkeit des Knies wiederherzustellen. Die Rehabilitation umfasst in der Regel:
- Physiotherapie: Um die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Koordination zu schulen.
- Ergotherapie: Um die Alltagsaktivitäten wieder schmerzfrei ausführen zu können.
- Sporttherapie: Um die sportliche Belastbarkeit wieder aufzubauen.
Die Dauer der Rehabilitation hängt von der Art und Schwere der Verletzung ab. Es ist wichtig, die Anweisungen des Therapeuten genau zu befolgen, um eine vollständige Genesung zu gewährleisten.
Wichtige Informationen für Expats und Neuankömmlinge in Deutschland
Hier sind einige zusätzliche Informationen, die für Expats und Neuankömmlinge in Deutschland nützlich sein könnten:
- Krankenversicherung: In Deutschland ist eine Krankenversicherung obligatorisch. Sie benötigen entweder eine gesetzliche Krankenversicherung (Gesetzliche Krankenversicherung, GKV) oder eine private Krankenversicherung (Private Krankenversicherung, PKV). Stellen Sie sicher, dass Sie krankenversichert sind, bevor Sie einen Arzt aufsuchen.
- Arztwahl: Sie können Ihren Arzt in Deutschland frei wählen. Eine gute Möglichkeit, einen Arzt zu finden, ist die Suche über Online-Portale wie Jameda oder Doctolib.
- Sprachbarriere: Wenn Sie kein Deutsch sprechen, suchen Sie nach einem Arzt, der Englisch oder eine andere Sprache spricht, die Sie beherrschen. Viele Ärzte in Deutschland sprechen Englisch.
- Notrufnummern: Die allgemeine Notrufnummer in Deutschland ist 112. Sie können diese Nummer für Notfälle wie schwere Verletzungen oder Unfälle wählen.
- Apotheken: Apotheken (Apotheken) sind in Deutschland weit verbreitet. Sie können dort rezeptfreie Medikamente und medizinische Beratung erhalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein Sturz auf das Knie kann zu verschiedenen Verletzungen führen. Es ist wichtig, die Situation richtig einzuschätzen, die PECH-Regel anzuwenden und bei Bedarf einen Arzt aufzusuchen. Mit der richtigen Diagnose und Behandlung können Sie die volle Funktionsfähigkeit Ihres Knies wiederherstellen. Denken Sie daran, dass eine frühzeitige Behandlung und eine konsequente Rehabilitation entscheidend für eine erfolgreiche Genesung sind.
