Ausbildung Zur Fachkraft Für Lagerlogistik Gehalt
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf in Deutschland und bietet eine solide Grundlage für eine Karriere in der Logistikbranche. Viele internationale Arbeitnehmer und Neuankömmlinge in Deutschland interessieren sich für diese Ausbildung, da sie gute Jobaussichten und eine angemessene Vergütung verspricht. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über das Gehalt während und nach der Ausbildung.
Was macht eine Fachkraft für Lagerlogistik?
Bevor wir uns dem Gehalt widmen, ist es wichtig zu verstehen, welche Aufgaben eine Fachkraft für Lagerlogistik übernimmt. Zu den Hauptaufgaben gehören:
- Annahme und Kontrolle von Warenlieferungen
- Einlagerung von Gütern unter Berücksichtigung von Lagerbedingungen und -systemen
- Kommissionierung von Waren für den Versand
- Verpackung und Versand von Gütern
- Bestandsverwaltung und Durchführung von Inventuren
- Bedienung von Flurförderzeugen (Gabelstapler, Hubwagen etc.)
- Organisation logistischer Prozesse
- Erstellung von Versandpapieren
- Qualitätskontrolle
Die Ausbildung ist dual, das heißt, sie findet sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule statt. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre.
Ausbildungsgehalt: Was verdient man während der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt zur Fachkraft für Lagerlogistik ist gestaffelt und steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Die genaue Höhe des Gehalts ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B.:
- Der Größe des Ausbildungsbetriebs
- Der Region (Ostdeutschland vs. Westdeutschland)
- Ob der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist
- Der Branche des Betriebes (z.B. Handel, Industrie, Logistikdienstleister)
Tarifverträge spielen eine wichtige Rolle. Betriebe, die an einen Tarifvertrag gebunden sind, zahlen in der Regel höhere Ausbildungsgehälter als Betriebe ohne Tarifbindung.
Hier sind ungefähre Richtwerte für das Ausbildungsgehalt (Stand 2024):
- 1. Ausbildungsjahr: 850 - 1.050 Euro brutto pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: 950 - 1.150 Euro brutto pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: 1.050 - 1.250 Euro brutto pro Monat
Wichtig: Dies sind lediglich Durchschnittswerte. Es ist durchaus möglich, dass das tatsächliche Gehalt davon abweicht. Es empfiehlt sich, sich vorab über die Gehaltsstrukturen im jeweiligen Betrieb zu informieren.
Um eine genauere Vorstellung zu bekommen, kann man auch auf Online-Gehaltsportalen wie gehalt.de, kununu.com oder stepstone.de nachsehen. Dort werden oft Gehaltsangaben von aktuellen Auszubildenden und Fachkräften veröffentlicht.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Was kann man erwarten?
Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik stellt sich die Frage nach dem Einstiegsgehalt. Auch hier gibt es keine allgemeingültige Antwort, da das Gehalt von ähnlichen Faktoren wie beim Ausbildungsgehalt beeinflusst wird. Zusätzlich spielen die individuellen Qualifikationen und die Berufserfahrung eine Rolle.
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Fachkräfte für Lagerlogistik liegt in Deutschland bei ca. 2.200 - 2.800 Euro brutto pro Monat. In einigen Fällen kann das Gehalt auch höher sein, insbesondere wenn man bereits während der Ausbildung gute Leistungen erbracht hat, über Zusatzqualifikationen verfügt oder in einem großen Unternehmen arbeitet.
Regionale Unterschiede: Wie bereits erwähnt, gibt es deutliche regionale Unterschiede. In Bundesländern wie Bayern oder Baden-Württemberg sind die Gehälter tendenziell höher als in Ostdeutschland.
Branchenunterschiede: Auch die Branche spielt eine Rolle. In der Automobilindustrie oder in der chemischen Industrie werden in der Regel höhere Gehälter gezahlt als im Einzelhandel oder in kleineren Logistikunternehmen.
Tarifverträge: Auch nach der Ausbildung gilt, dass Unternehmen mit Tarifbindung tendenziell höhere Gehälter zahlen.
Gehaltsentwicklung im Laufe der Karriere
Das Gehalt einer Fachkraft für Lagerlogistik entwickelt sich im Laufe der Karriere weiter. Mit zunehmender Berufserfahrung, Weiterbildungen und der Übernahme von mehr Verantwortung kann das Gehalt deutlich steigen.
Möglichkeiten zur Gehaltssteigerung:
- Berufserfahrung: Mit jedem Jahr Berufserfahrung steigt in der Regel auch das Gehalt.
- Weiterbildungen: Es gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, die die Karrierechancen und das Gehalt verbessern können. Beispiele hierfür sind:
- Logistikmeister: Diese Weiterbildung qualifiziert für Führungsaufgaben im Lagerbereich und führt in der Regel zu einem deutlichen Gehaltssprung.
- Fachwirt für Logistiksysteme: Diese Weiterbildung vermittelt umfassendes Wissen über Logistikprozesse und -systeme und bereitet auf anspruchsvollere Aufgaben vor.
- Zusatzqualifikationen: Kurse und Seminare zu Themen wie Gefahrgut, Ladungssicherung oder Staplerschein können das Profil schärfen und die Gehaltsaussichten verbessern.
- Übernahme von Verantwortung: Wer bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen, z.B. als Teamleiter oder Schichtführer, hat gute Chancen auf ein höheres Gehalt.
- Wechsel des Arbeitgebers: Ein Wechsel des Arbeitgebers kann manchmal sinnvoll sein, um das Gehalt zu verbessern. Es empfiehlt sich, die Gehaltsstrukturen in verschiedenen Unternehmen zu vergleichen und sich bei Bewerbungen gut zu präsentieren.
Durchschnittliches Gehalt nach einigen Jahren Berufserfahrung: Nach 5-10 Jahren Berufserfahrung kann eine Fachkraft für Lagerlogistik mit einem Gehalt von 2.800 - 3.500 Euro brutto pro Monat rechnen. Mit einer Weiterbildung zum Logistikmeister oder Fachwirt für Logistiksysteme sind auch Gehälter über 4.000 Euro brutto pro Monat möglich.
Zusätzliche Leistungen und Benefits
Neben dem reinen Gehalt bieten viele Unternehmen auch zusätzliche Leistungen und Benefits an, die das Gesamtpaket attraktiver machen können. Dazu gehören beispielsweise:
- Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld: Viele Unternehmen zahlen zusätzlich zum monatlichen Gehalt auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld.
- Betriebliche Altersvorsorge: Eine betriebliche Altersvorsorge ist eine gute Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen.
- Vermögenswirksame Leistungen (VL): VL sind Sparbeiträge, die der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt zahlt.
- Kostenlose Verpflegung oder Essenszuschüsse: Einige Unternehmen bieten kostenlose Verpflegung oder Essenszuschüsse in der Kantine an.
- Mitarbeiterrabatte: Mitarbeiterrabatte können z.B. beim Kauf von Produkten des Unternehmens oder bei Partnerunternehmen gewährt werden.
- Flexible Arbeitszeiten: Flexible Arbeitszeiten können die Work-Life-Balance verbessern.
- Weiterbildungsmöglichkeiten: Unternehmen, die in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, sind oft attraktiver.
Bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs oder des Arbeitgebers sollte man auch diese zusätzlichen Leistungen und Benefits berücksichtigen.
Tipps für die Gehaltsverhandlung
Die Gehaltsverhandlung ist ein wichtiger Bestandteil des Bewerbungsprozesses. Hier sind einige Tipps, die bei der Gehaltsverhandlung hilfreich sein können:
- Informieren Sie sich: Recherchieren Sie vorab, welche Gehälter in der Branche und Region üblich sind. Nutzen Sie Online-Gehaltsportale und sprechen Sie mit Bekannten, die in ähnlichen Berufen arbeiten.
- Seien Sie selbstbewusst: Präsentieren Sie Ihre Stärken und Qualifikationen selbstbewusst und begründen Sie, warum Sie das geforderte Gehalt wert sind.
- Nennen Sie eine Gehaltsspanne: Nennen Sie bei der Gehaltsverhandlung eine Gehaltsspanne, anstatt eine konkrete Zahl. So haben Sie Spielraum für Verhandlungen.
- Bleiben Sie realistisch: Ihre Gehaltsvorstellungen sollten realistisch und an den Markt angepasst sein.
- Seien Sie kompromissbereit: Nicht immer ist es möglich, das Wunschgehalt zu erzielen. Seien Sie bereit, Kompromisse einzugehen, z.B. bei den zusätzlichen Leistungen und Benefits.
- Schriftliche Vereinbarung: Lassen Sie sich das vereinbarte Gehalt schriftlich bestätigen.
Fazit
Die Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik bietet eine gute Grundlage für eine Karriere in der Logistikbranche. Das Gehalt während der Ausbildung ist zwar nicht sehr hoch, aber es steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung ist angemessen und kann mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildung deutlich steigen. Es ist wichtig, sich vorab über die Gehaltsstrukturen in der jeweiligen Branche und Region zu informieren und bei der Gehaltsverhandlung selbstbewusst aufzutreten. Zusätzliche Leistungen und Benefits können das Gesamtpaket attraktiver machen.
