Bandura Sozial Kognitive Theorie
Okay, Leute, mal ehrlich. Habt ihr euch jemals gefragt, warum eure kleine Nichte plötzlich versucht, euch mit "Na, du alte Socke!" zu begrüßen, nachdem sie euch das bei eurem Lieblings-Comedian hat sagen hören? Oder warum euer Kumpel plötzlich mit einem übertriebenen Gangsta-Rap-Slang um die Ecke kommt, nachdem er drei Staffeln einer bestimmten Serie gebinget hat? Ich sage euch, es ist nicht nur schlechter Einfluss. Es ist Bandura, der uns mal wieder einen Streich spielt!
Ich rede natürlich von Albert Bandura und seiner Sozial-Kognitiven Theorie. Ihr wisst schon, die Theorie, die besagt, dass wir fast alles lernen, indem wir andere beobachten. Klingt erstmal harmlos, oder? Aber lasst uns mal ein bisschen tiefer graben.
Beobachtungslernen: Mehr als nur Affen sehen, Affen tun
Bandura hat uns ja diesen berühmten Bobo-Doll-Versuch beschert. Kinder sehen Erwachsene, die eine Bobo-Puppe verdreschen. Was machen die Kinder danach? Richtig, sie verdreschen die Puppe auch. Und hier kommt meine "unpopuläre" Meinung: Wir sind alle Bobo-Puppen. Nur halt in Erwachsen.
Denkt mal drüber nach. Wie viele eurer Gewohnheiten, eurer Meinungen, eurer Vorlieben sind wirklich eure? Oder habt ihr sie nicht doch irgendwo aufgeschnappt? Vom Chef, der immer so selbstbewusst "Synergieeffekte" murmelt? Von der Influencerin, die ständig von "Self-Care" faselt, während sie die teuerste Avocado-Toast der Stadt verdrückt? Oder von euren Eltern, die euch seit eurer Kindheit erzählt haben, dass "man das halt so macht"?
Die Macht der Vorbilder (und die Gefahr der Influencer)
Bandura nennt das Ganze "Modelllernen". Wir suchen uns Vorbilder (bewusst oder unbewusst) und ahmen deren Verhalten nach. Früher waren das die Eltern, Lehrer, Helden aus Büchern. Heute sind es… naja, Influencer. Und da fängt der Spaß (oder eher der Frust) an.
Klar, es gibt tolle Influencer, die inspirieren und motivieren. Aber es gibt auch die, die uns ein völlig unrealistisches Bild vom Leben vorspielen. Und wir, die kleinen Bobo-Puppen, eifern ihnen nach. Kaufen die gleichen Klamotten, essen das gleiche Essen, versuchen, den gleichen Lifestyle zu leben. Und wundern uns dann, warum wir pleite, unglücklich und mit Hautunreinheiten übersät sind.
Ich sage ja nicht, dass Influencer per se böse sind. Aber wir sollten uns bewusst machen, dass sie eben auch nur Menschen sind. Mit Fehlern, Makeln und einem Haufen Photoshop im Gepäck. Wir müssen lernen, kritisch zu hinterfragen, was wir da eigentlich beobachten und nachahmen.
Selbstwirksamkeit: Ich kann das schaffen (oder auch nicht)
Ein weiterer wichtiger Begriff in Banduras Theorie ist die Selbstwirksamkeit. Das ist quasi der Glaube an die eigene Fähigkeit, bestimmte Ziele zu erreichen. Wer eine hohe Selbstwirksamkeit hat, traut sich mehr zu, ist motivierter und gibt nicht so schnell auf. Wer eine niedrige Selbstwirksamkeit hat, lässt sich schneller entmutigen und vermeidet Herausforderungen.
Und hier kommt wieder meine "unpopuläre" Meinung: Wir leben in einer Gesellschaft, die uns ständig einredet, wir seien nicht gut genug. Die Werbung flüstert uns ins Ohr, dass wir unbedingt dieses eine Produkt brauchen, um endlich glücklich zu sein. Die sozialen Medien zeigen uns perfekte Leben, die wir angeblich auch haben könnten, wenn wir uns nur ein bisschen mehr anstrengen würden. Und zack, sinkt die Selbstwirksamkeit in den Keller.
Ich glaube, es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Selbstwirksamkeit nicht vom Himmel fällt. Sie muss aufgebaut werden. Durch Erfolgserlebnisse, durch positive Rückmeldungen, durch die Beobachtung von anderen, die ihre Ziele erreichen. Und vor allem durch die Erkenntnis, dass Scheitern nicht das Ende der Welt ist, sondern eine Chance, daraus zu lernen.
Also, liebe Bobo-Puppen da draußen: Lasst uns Banduras Theorie nutzen, um bewusster zu leben. Lasst uns kritisch hinterfragen, wem wir nacheifern und welche Einflüsse uns prägen. Und lasst uns vor allem an uns selbst glauben. Denn wer weiß, vielleicht werden wir ja eines Tages selbst zum Vorbild für andere. Und dann liegt es an uns, ein gutes Vorbild zu sein. Keine Sorge, ich übe schon mal meinen "Synergieeffekt"-Spruch. 😉
