Bartolomé De Las Casas
Okay, Leute, haltet euch fest, denn ich erzähle euch heute von einem Typen, der so etwas wie ein Superheld (aber ohne Cape und mit noch mehr Gewissen!) des 16. Jahrhunderts war: Bartolomé de Las Casas. Ja, der Name klingt vielleicht etwas sperrig, aber glaubt mir, die Geschichte ist es wert!
Der Mann, der Kolumbus die Stirn bot
Stellt euch vor: Es ist das goldene Zeitalter der Entdeckungen. Christoph Kolumbus hat gerade Amerika "entdeckt" (ich sage "entdeckt" in Anführungszeichen, weil da ja schon Leute wohnten, aber das ist eine andere Geschichte). Und natürlich sind die Spanier ganz heiß darauf, dieses neue Land zu erkunden und...naja, zu "nutzen". Und hier kommt Bartolomé de Las Casas ins Spiel.
Las Casas war zuerst selbst ein Conquistador! Ja, ihr lest richtig. Er war dabei, als die Spanier in der Karibik ankamen und dachte am Anfang wohl auch: "Juhu, Gold und Ruhm!" Aber dann...bam! Irgendwann ging ihm ein Licht auf. Er sah mit eigenen Augen, wie die indigene Bevölkerung behandelt wurde – versklavt, ausgebeutet, misshandelt. Und er sagte sich: "Moment mal, das ist doch total Banane! Das geht so nicht!"
Stellt euch vor, ihr seid bei einem Picknick und jemand fängt an, die Ameisen zu quälen. Ihr würdet doch auch was sagen, oder? Las Casas' "Ameisen" waren die indigenen Völker Amerikas, und er war bereit, für sie einzustehen.
Ein Prophet in seinem eigenen Land (naja, fast)
Also schmiss Las Casas seinen Helm in die Ecke und wurde Dominikaner-Mönch. Klingt erstmal nicht so aufregend, aber glaubt mir, das war nur der Anfang! Er begann, gegen die Gräueltaten der Spanier zu predigen. Er schrieb Bücher, er hielt Reden, er reiste nach Spanien, um den König und die Königin anzuflehen, etwas zu unternehmen.
Und er war dabei nicht gerade zimperlich! Er nannte die spanischen Eroberer "blutrünstige Tyrannen" und beschuldigte sie, das Land zu entvölkern. Autsch! Das kam natürlich nicht bei allen gut an. Viele Spanier fanden, er sei ein Verräter, ein Nestbeschmutzer, ein...naja, ihr wisst schon.
"Kurze Schilderung der Verwüstung der Westindischen Inseln"
Las Casas schrieb ein Buch mit dem Titel "Kurze Schilderung der Verwüstung der Westindischen Inseln". Das ist so ziemlich genau das, was draufsteht: Eine detaillierte Beschreibung all der schrecklichen Dinge, die die Spanier in Amerika taten. Das Buch war wie eine Bombe! Es wurde in ganz Europa gelesen und trug dazu bei, ein kritisches Bild von der spanischen Kolonialisierung zu zeichnen. Man könnte sagen, es war das erste große Enthüllungsbuch der Neuzeit!
Natürlich hat das die spanische Krone nicht gerade begeistert. Aber Las Casas war hartnäckig. Er gab nicht auf. Er argumentierte unermüdlich, dass die indigenen Völker Menschen mit Rechten seien und dass ihre Versklavung und Ausbeutung moralisch verwerflich sei. Er setzte sich für eine friedliche Missionierung ein, bei der die indigene Bevölkerung durch Überzeugung und nicht durch Gewalt zum Christentum bekehrt werden sollte.
Ein Happy End? Naja, so ungefähr...
Hat Las Casas all seine Ziele erreicht? Leider nicht. Die Sklaverei wurde nicht abgeschafft, und die indigene Bevölkerung litt weiterhin unter den Folgen der Kolonialisierung. Aber er hat etwas erreicht: Er hat die öffentliche Meinung beeinflusst. Er hat ein Bewusstsein für die Ungerechtigkeiten geschaffen. Und er hat dafür gesorgt, dass die spanische Krone zumindest einige Gesetze erließ, die die indigene Bevölkerung schützen sollten (obwohl diese Gesetze oft nicht durchgesetzt wurden).
Man kann Las Casas als einen der ersten Menschenrechtsaktivisten bezeichnen. Er war ein mutiger Mann, der bereit war, für seine Überzeugungen einzustehen, auch wenn das bedeutete, sich mit den Mächtigen anzulegen. Und das ist doch etwas, was wir alle bewundern können, oder?
„Alle Völker der Welt sind Menschen...alle haben Vernunft und Willen.“ - Bartolomé de Las Casas
Also, das nächste Mal, wenn ihr ein Geschichtsbuch lest, vergesst nicht den Namen Bartolomé de Las Casas. Er war vielleicht nicht perfekt, aber er war ein Kämpfer für die Gerechtigkeit und ein Vorreiter im Kampf für die Menschenrechte. Und das ist eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden. Amen!
