Beispiel Lernen Am Modell
Stell dir vor, du stehst am Herd und sollst das legendäre Apfelstrudel-Rezept deiner Oma nachbacken. Das Rezept liegt vor dir, voll mit kryptischen Anweisungen wie "eine Prise Liebe" und "so lange rühren, bis die Konsistenz stimmt". Ähm, ja, danke Oma! Aber was, wenn Oma höchstpersönlich neben dir steht und dir genau zeigt, wie sie den Teig dehnt, wie sie die Äpfel schneidet, und wie sie dieses geheimnisvolle "Prise Liebe" in den Strudel zaubert? Plötzlich ist alles viel klarer, oder?
Genau das ist die Magie von Lernen am Modell – oder, wie die etwas sperrige, aber korrekte Bezeichnung lautet: "Beispiel Lernen am Modell". Es ist im Grunde nichts anderes als Abschauen, Nachmachen, Inspirieren lassen. Nur eben mit einem etwas wissenschaftlicheren Anstrich.
Warum ist das so cool?
Weil es super effektiv ist! Denk mal drüber nach: Wie hast du Fahrradfahren gelernt? Wahrscheinlich nicht durch das Lesen eines 500-Seiten-Handbuchs über die Dynamik von Zweirädern. Sondern indem du andere hast fahren sehen, dich irgendwann selbst auf den Sattel geschwungen hast (wahrscheinlich mit dem ein oder anderen schmerzhaften Sturz) und es einfach gemacht hast. Der coole Onkel, der dir gezeigt hat, wie man einen Wheelie macht, war dein Modell! Er hat dir unbewusst Lernen am Modell demonstriert.
Oder nimm das Kochen. Niemand wird als Meisterkoch geboren. Wir alle lernen, indem wir anderen über die Schulter schauen, Rezepte nachkochen (und dabei kläglich scheitern, bis wir es irgendwann raushaben), und uns von den Profis inspirieren lassen. Wer hat nicht schon mal versucht, ein Gericht von Jamie Oliver nachzukochen und sich dabei gefühlt, als würde man einen Atomreaktor bauen?
Wo begegnet uns das im Alltag? Überall!
Dein kleiner Neffe lernt "Bitte" und "Danke" zu sagen, weil er es bei dir hört. Deine Freundin entdeckt ihren neuen Lieblings-Lippenstift, weil sie ihn bei dir gesehen hat. Dein Kollege lernt, wie man effektive Präsentationen hält, indem er sich deine anschaut. Selbst Albert Einstein hat sich bestimmt von jemandem etwas abgeschaut! (Okay, vielleicht nicht beim Entwickeln der Relativitätstheorie, aber bestimmt beim Zubereiten seines Kaffees).
Aber Achtung: Es gibt auch Schattenseiten!
Lernen am Modell ist nicht immer nur rosarot. Wenn dein "Modell" schlechte Angewohnheiten hat, kann es passieren, dass du die ungewollt übernimmst. Stell dir vor, du arbeitest mit einem Kollegen zusammen, der ständig über alles und jeden lästert. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du irgendwann selbst anfängst, dich dem Gejammer anzuschließen. Das ist wie ein ansteckendes Gähnen, nur eben mit schlechten Gewohnheiten.
Deshalb ist es wichtig, sich seine "Modelle" sorgfältig auszusuchen. Umgib dich mit Menschen, die dich inspirieren, die positive Eigenschaften haben und von denen du etwas lernen kannst. Und wenn dein Chef ständig zu spät zu Meetings kommt, solltest du dir vielleicht ein anderes Vorbild suchen – oder ihm zumindest unauffällig eine Uhr schenken.
Im Grunde ist Lernen am Modell eine superkraft, die wir alle besitzen. Wir können sie nutzen, um uns selbst zu verbessern, neue Fähigkeiten zu erlernen und uns von den Besten inspirieren zu lassen. Also, schau dich um, such dir ein paar coole "Modelle" und leg los! Wer weiß, vielleicht bist du ja schon morgen der nächste Elon Musk – zumindest im Legosteine bauen.
Und denk dran: Auch wenn du mal scheiterst, ist das kein Problem. Selbst Oma hat ihren Apfelstrudel bestimmt nicht von Anfang an perfekt hinbekommen. Hauptsache, du bleibst dran und lässt dich nicht entmutigen!
Also, ran an die Modelle und viel Spaß beim Lernen!
