Bekomme Ich Bafög Wenn Ich Mit Meinem Freund Zusammen Wohne
Ach, das BAföG, dieser heilige Gral der Studentenfinanzierung! Und dann noch die Frage aller Fragen, wenn die Liebe ins Spiel kommt: "Bekomme ich BAföG, wenn ich mit meinem Freund/meiner Freundin zusammenwohne?" Keine Panik, liebe Leser, wir tauchen ein in den Dschungel der Paragraphen und bringen Licht ins Dunkel, und das Ganze ohne graue Haare zu bekommen!
Das große ABER: Nicht jede WG ist gleich!
Stellt euch vor, ihr seid frisch verliebt, die Schmetterlinge tanzen Tango und die Wohnung ist klein, aber fein. Ihr beschließt, Nägel mit Köpfen zu machen und zusammenzuziehen. Romantisch! Aber das BAföG-Amt schaut da genauer hin. Denn: Es kommt darauf an, was ihr da eigentlich zusammenwohnt.
WG-Leben vom Feinsten?
Seid ihr "nur" Mitbewohner in einer stinknormalen WG? Jeder hat sein eigenes Zimmer, ihr teilt euch Küche und Bad und jeder kocht sein eigenes Süppchen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass euer Beziehungsstatus relativ egal ist. Das BAföG-Amt interessiert sich primär für euer eigenes Einkommen und Vermögen, sowie das eurer Eltern. Eure Mitbewohner, egal ob bester Freund oder heimliche Liebe, spielen da erstmal keine Rolle. Puh, Glück gehabt!
Die "Verheiratet light"-Variante: Eine Verantwortungs- und Wirtschaftsgemeinschaft?
Jetzt wird's kniffliger. Lebt ihr in einer sogenannten Verantwortungs- und Wirtschaftsgemeinschaft? Das klingt kompliziert, ist es aber gar nicht so sehr. Das BAföG-Amt unterstellt das, wenn ihr:
- Länger als ein Jahr zusammenwohnt.
- Gemeinsam wirtschaftet (also zum Beispiel einen gemeinsamen Kühlschrank füllt und gemeinsam Essen kocht).
- Einander im Notfall unterstützt (wenn der eine krank ist, kümmert sich der andere).
Kurz gesagt: Ihr führt ein Leben wie ein altes Ehepaar, nur ohne Trauschein. In diesem Fall kann es sein, dass das Einkommen eures Partners/eurer Partnerin angerechnet wird. Das bedeutet, dass euer BAföG gekürzt oder sogar ganz gestrichen werden könnte. Autsch!
ABER: Keine Panik! Das ist kein Todesurteil für euer BAföG. Das Amt schaut sich genau an, wie viel euer Partner/eure Partnerin verdient. Es gibt Freibeträge, die berücksichtigt werden. Und: Es wird nur das anrechenbare Einkommen berücksichtigt, nicht das komplette Bruttogehalt.
Wie vermeide ich den BAföG-GAU?
Okay, ihr wollt also auf Nummer sicher gehen? Hier ein paar Tipps, um den BAföG-GAU zu vermeiden:
- Offen und ehrlich sein: Verheimlicht bloß nichts! Das BAföG-Amt findet es sowieso raus (die haben ihre Methoden!). Lieber von Anfang an alles offenlegen und erklären.
- WG-Charakter betonen: Wenn ihr euch wirklich als WG versteht, dann lebt das auch! Getrennte Konten, getrennte Einkäufe, getrennte Urlaube (naja, vielleicht nicht unbedingt das...).
- Professionelle Beratung suchen: Die Studentenwerke bieten kostenlose BAföG-Beratung an. Nutzt diese! Die kennen die Gesetze und können euch individuell beraten.
- Nicht heiraten (noch nicht!): Klingt drastisch, aber eine Ehe ändert die Situation natürlich komplett. Dann wird das Einkommen des Ehepartners definitiv angerechnet. Aber hey, die Liebe kann ja warten, oder?
Beispiel: Nehmen wir an, Lisa und Max sind Studenten und wohnen seit anderthalb Jahren zusammen. Sie teilen sich die Miete und kochen meistens gemeinsam. Max jobbt nebenbei und verdient 1000 Euro im Monat. Das BAföG-Amt schaut sich nun an, ob Max' Einkommen Lisas BAföG beeinflusst. Da sie schon länger als ein Jahr zusammenwohnen und gemeinsam wirtschaften, wird Max' Einkommen geprüft. Aber: Es gibt Freibeträge! Wenn Max' Einkommen unter dem Freibetrag liegt, passiert gar nichts. Liegt es darüber, wird nur der Betrag, der den Freibetrag übersteigt, angerechnet. Und selbst dann wird Lisas BAföG nicht unbedingt komplett gestrichen, sondern nur gekürzt.
Fazit: Liebe ist kompliziert, BAföG auch, aber beides ist machbar!
Zusammenfassend lässt sich sagen: Ja, es ist kompliziert. Aber es ist kein Grund, die Liebe auf Eis zu legen oder panisch zu werden. Mit Ehrlichkeit, guter Planung und eventuell professioneller Hilfe könnt ihr auch mit Freund/Freundin und BAföG glücklich werden. Und denkt immer daran: Liebe und BAföG sind wie Pech und Schwefel – manchmal knallt es, aber meistens findet man einen Weg! Viel Glück!
