Besteck Richtig Legen Messer Gabel
Herzlich willkommen in Deutschland! Ob du nur auf der Durchreise bist, planst hier länger zu leben oder einfach nur einen Kurztrip machst – eine Sache ist sicher: Du wirst essen! Und damit du dich am Tisch nicht wie ein absoluter Tourist fühlst, zeigen wir dir, wie man in Deutschland Besteck richtig legt und benutzt. Keine Sorge, es ist einfacher als du denkst und mit dieser kleinen Anleitung wirst du bald zum Besteck-Profi!
Grundlagen der Tischkultur: Besteck Richtig Legen
Die deutsche Tischkultur legt Wert auf Ordnung und Respekt vor dem Essen. Das fängt schon beim Arrangement des Bestecks an. Aber keine Panik, es gibt ein paar einfache Regeln, die du dir merken kannst:
Die Grundausstattung
Bevor wir ins Detail gehen, hier eine Liste der typischen Besteckteile, die du in den meisten Restaurants finden wirst:
- Messer: Für Fleisch, Fisch und andere Hauptgerichte.
- Gabel: Zum Aufnehmen von Speisen, meist zusammen mit dem Messer benutzt.
- Löffel: Für Suppen, Desserts oder Soßen.
- Kuchengabel: Kleiner als die normale Gabel, speziell für Kuchen und Torten.
- Dessertlöffel: Kleiner als der Suppenlöffel, für Desserts.
- Brotmesser: Ein kleines, oft gezacktes Messer, das auf dem Brotteller liegt.
Die Anordnung auf dem Tisch
Die Grundregel lautet: Das Besteck wird in der Reihenfolge benutzt, in der die Gänge serviert werden. Das äußerste Besteckstück wird also zuerst verwendet. Hier ist eine typische Anordnung:
- Rechts vom Teller: Messer (mit der Schneide zum Teller), Suppenlöffel (falls es eine Suppe als Vorspeise gibt).
- Links vom Teller: Gabel(n). Mehrere Gabeln deuten auf verschiedene Gänge hin, z.B. eine Salatgabel und eine Gabel für den Hauptgang.
- Über dem Teller: Dessertbesteck (Löffel oder Gabel) liegt oft horizontal. Der Löffel zeigt dabei meist nach rechts, die Gabel nach links. Manchmal wird das Dessertbesteck aber auch erst mit dem Dessert serviert.
- Brotmesser: Liegt auf einem kleinen Brotteller links oberhalb der Gabel.
Keine Panik, wenn du etwas falsch machst! Die meisten Leute werden dir das nicht übelnehmen, besonders wenn du ein Tourist bist. Und wenn du dir unsicher bist, schau einfach, was die anderen Gäste machen.
Besteck richtig benutzen: Schritt für Schritt
Nun, da du weißt, wie das Besteck liegt, schauen wir uns an, wie man es richtig benutzt:
Die Messer-Gabel-Technik
In Deutschland, wie auch in vielen anderen europäischen Ländern, wird die Messer-Gabel-Technik angewendet. Das bedeutet:
- Schneiden: Halte das Messer in der rechten Hand und die Gabel in der linken. Schneide das Essen in mundgerechte Stücke.
- Aufnehmen: Lass das Messer in der rechten Hand und führe das Essen mit der Gabel zum Mund. Die Gabel wird dabei mit den Zinken nach oben gehalten.
- Die Ausnahme: Wenn du sehr weiches Essen hast (z.B. Kartoffelpüree oder Reis), kannst du die Gabel auch wie einen Löffel benutzen, also mit den Zinken nach unten.
Ein wichtiger Unterschied zu einigen anderen Ländern (z.B. den USA): In Deutschland legt man das Messer nicht ab, nachdem man das Essen geschnitten hat und wechselt die Gabel in die rechte Hand. Das Messer bleibt die ganze Zeit in der rechten Hand.
Suppe essen
Beim Suppe essen gibt es auch ein paar kleine Regeln:
- Löffelhaltung: Halte den Löffel locker in der Hand.
- Von dir weg: Schöpfe die Suppe vom vorderen Rand des Tellers nach hinten weg.
- Geräuschlos: Schlürfe die Suppe möglichst geräuschlos.
- Voller Teller: Wenn du fertig bist, lege den Löffel in den Teller.
Pausieren und Beenden
Auch die Art, wie du dein Besteck ablegst, signalisiert dem Servicepersonal etwas:
- Pause: Wenn du eine Pause machen möchtest, lege Messer und Gabel gekreuzt auf den Teller. Die Gabel liegt dabei über dem Messer, die Spitzen zeigen zum Tellerinneren.
- Fertig: Wenn du fertig bist, lege Messer und Gabel parallel nebeneinander auf den Teller, entweder schräg rechts (etwa auf 4 Uhr) oder senkrecht nach unten.
Diese Signale sind wichtig für das Servicepersonal, damit sie wissen, wann sie deinen Teller abräumen können.
Zusätzliche Tipps und Tricks
Hier sind noch ein paar zusätzliche Tipps, die dir helfen werden, dich am deutschen Esstisch wohlzufühlen:
- Brot: Das Brot wird in der Regel mit der Hand gebrochen, nicht geschnitten. Du kannst es mit Butter oder anderen Aufstrichen bestreichen.
- Getränke: Stoße mit deinen Tischnachbarn an, indem du "Prost!" sagst und dich kurz zu ihnen wendest.
- Smalltalk: Am Tisch wird gerne über Essen, Reisen oder allgemeine Themen gesprochen. Vermeide kontroverse Themen wie Politik oder Religion.
- Trinkgeld: In Deutschland ist es üblich, Trinkgeld zu geben. Runde den Betrag einfach auf oder gib etwa 5-10% des Rechnungsbetrags extra.
- Sei aufmerksam: Beobachte, was die anderen Gäste machen, und passe dich an.
Regionale Unterschiede
Wie in jedem Land gibt es auch in Deutschland regionale Unterschiede in der Tischkultur. Im Allgemeinen sind die Regeln in Norddeutschland etwas formeller als im Süden. Aber keine Sorge, die hier beschriebenen Regeln gelten im Großen und Ganzen für das ganze Land.
"Guten Appetit!" - Das wünscht man sich in Deutschland vor dem Essen. Also, lass es dir schmecken!
Don'ts am deutschen Esstisch
Um Fettnäpfchen zu vermeiden, hier noch ein paar Dinge, die du am deutschen Esstisch besser nicht tun solltest:
- Nicht mit vollem Mund sprechen.
- Nicht auf andere Leute zeigen.
- Nicht mit dem Essen spielen.
- Nicht den Teller komplett leer putzen, es sei denn, du wirst explizit dazu aufgefordert. (In manchen Regionen gilt es als unhöflich, den Teller komplett leer zu essen, da dies impliziert, dass man nicht genug bekommen hat).
- Nicht zu früh mit dem Essen beginnen, bevor alle anderen am Tisch bedient wurden. Warte, bis alle ihr Essen haben und jemand "Guten Appetit!" gewünscht hat.
Fazit
Die deutsche Tischkultur mag auf den ersten Blick etwas kompliziert erscheinen, aber mit diesen Tipps und Tricks wirst du dich schnell zurechtfinden. Das Wichtigste ist, entspannt zu sein und das Essen zu genießen! Und denk daran: Die meisten Deutschen sind sehr gastfreundlich und werden es dir nicht übelnehmen, wenn du mal etwas falsch machst. Also, lass es dir schmecken und genieße deine Zeit in Deutschland!
