Besteck Richtig Legen Nach Dem Essen
Hallo liebe Reisefreunde! Wisst ihr, ich liebe es, neue Kulturen zu entdecken, und dazu gehört natürlich auch das Essen. Und beim Essen gibt es so viele kleine, aber feine Unterschiede, die eine Mahlzeit erst richtig authentisch machen. Eines dieser kleinen Details, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Art und Weise, wie man in Deutschland das Besteck nach dem Essen richtig hinlegt. Klingt banal? Vielleicht. Aber glaubt mir, es ist mehr als nur Etikette; es ist eine stille Sprache, die man lernen kann, um sich in der deutschen Esskultur wohler zu fühlen. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Besuche hier – ich war total unsicher und wollte ja nichts falsch machen! Also, lasst mich euch heute meine Erfahrungen und Erkenntnisse teilen, damit ihr euch beim nächsten Restaurantbesuch in Deutschland entspannt zurücklehnen und genießen könnt.
Die Grundlagen: Was die Bestecklage wirklich bedeutet
Lasst uns mit den Basics anfangen. In Deutschland (und in vielen anderen europäischen Ländern) gibt es bestimmte Besteckpositionen, die nach dem Essen verwendet werden, um dem Servicepersonal subtile Botschaften zu vermitteln. Es ist wie ein kleines Spiel, bei dem das Besteck die Worte spricht, die man vielleicht nicht direkt aussprechen möchte. Es gibt hauptsächlich drei gängige Positionen, die ihr kennen solltet:
Die "Ich bin noch nicht fertig"-Position
Stellt euch vor, ihr seid mitten in einem köstlichen Gericht, aber ihr braucht kurz eine Pause, um euch mit eurem Tischpartner zu unterhalten oder einfach nur kurz durchzuatmen. In diesem Fall legt ihr Messer und Gabel gekreuzt auf den Teller. Die Gabel liegt dabei meistens mit den Zinken nach unten über dem Messer. Das bedeutet: "Ich bin noch nicht fertig, bitte noch nicht abräumen!" Es ist eine einfache und höfliche Art, dem Kellner zu signalisieren, dass ihr eure Mahlzeit noch nicht beendet habt. Glaubt mir, es ist viel besser, das Besteck so zu positionieren, als ständig "Nein, noch nicht!" rufen zu müssen, wenn der Kellner sich nähert.
Die "Ich bin fertig"-Position
Das ist die wahrscheinlich wichtigste Position, die ihr beherrschen solltet. Wenn ihr mit dem Essen fertig seid, legt ihr Messer und Gabel parallel nebeneinander auf den Teller. Die Klingen des Messers und die Zinken der Gabel zeigen dabei in der Regel nach oben (also in Richtung 12 Uhr). Diese Position signalisiert dem Servicepersonal eindeutig: "Ich bin fertig, ihr könnt meinen Teller abräumen." Es ist eine klare und unmissverständliche Botschaft, die in den meisten Restaurants verstanden wird. Ich habe gelernt, dass diese Position besonders wichtig ist, wenn das Restaurant sehr voll ist und die Kellner viel zu tun haben. So können sie schneller erkennen, welche Tische abgeräumt werden können.
Die "Es war ausgezeichnet!"-Position (und ihre Variante)
Diese Position ist etwas seltener, aber sie ist dennoch gut zu kennen. Wenn euch das Essen besonders gut geschmeckt hat, könnt ihr Messer und Gabel ebenfalls parallel nebeneinander auf den Teller legen, aber diesmal zeigen die Klingen des Messers und die Zinken der Gabel nach rechts (also in Richtung 3 Uhr). Dies ist eine subtile Art, dem Koch ein Kompliment auszusprechen. Eine andere, weniger formelle Variante ist, das Besteck in einer ähnlichen Position zu legen, aber mit einer leichten Neigung zur Seite. Es ist wie ein kleines "Bravo!", das man ohne Worte übermittelt. Ich persönlich nutze diese Position eher selten, aber ich finde es eine nette Geste, wenn man wirklich begeistert war.
Fehler, die man vermeiden sollte (und wie ich sie selbst gemacht habe!)
Natürlich habe ich am Anfang auch Fehler gemacht. Ich erinnere mich an ein Mal, als ich versehentlich das Besteck gekreuzt liegen ließ, obwohl ich schon fertig war. Der Kellner kam immer wieder vorbei, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei und ob ich noch etwas bräuchte. Peinlich! Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. Hier sind ein paar typische Fehler, die ihr vermeiden solltet:
- Das Besteck nicht auf den Teller legen: Legt das Besteck niemals auf den Tisch, wenn ihr fertig seid. Das gilt als unhöflich und unsauber. Der Teller ist der dafür vorgesehene Platz.
- Das Besteck halb auf den Teller, halb auf den Tisch legen: Das ist auch keine gute Idee. Es sieht unordentlich aus und kann dazu führen, dass das Besteck herunterfällt.
- Das Besteck fallen lassen: Ups! Kann passieren, aber versucht es zu vermeiden. Wenn es doch passiert, entschuldigt euch kurz und bittet den Kellner um neues Besteck.
- Die falsche Position wählen: Achtet darauf, dass ihr die richtige Position für eure Botschaft wählt. Sonst kann es zu Missverständnissen kommen, wie in meiner oben erwähnten Geschichte.
Zusätzliche Tipps und Tricks
Hier sind noch ein paar zusätzliche Tipps, die euch helfen werden, euch in der deutschen Esskultur noch wohler zu fühlen:
- Beobachtet die Einheimischen: Schaut euch um und beobachtet, wie die anderen Gäste ihr Besteck positionieren. So könnt ihr euch schnell ein Gefühl für die Gepflogenheiten vor Ort entwickeln.
- Seid nicht zu streng mit euch selbst: Niemand erwartet von euch, dass ihr alles perfekt macht. Wenn ihr unsicher seid, fragt einfach den Kellner. Die meisten sind sehr hilfsbereit und erklären euch gerne die Regeln.
- Genießt das Essen! Am wichtigsten ist es, dass ihr euch wohlfühlt und das Essen genießt. Die Bestecklage ist nur ein kleiner Teil des Gesamterlebnisses.
- Übung macht den Meister: Übt zu Hause! Legt einfach mal das Besteck nach dem Essen in verschiedenen Positionen hin, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Die regionale Vielfalt
Wie bei vielen kulturellen Dingen gibt es auch bei der Bestecklage regionale Unterschiede. In einigen Regionen Deutschlands wird die "Es war ausgezeichnet!"-Position häufiger verwendet als in anderen. Es ist also immer gut, sich ein wenig umzusehen und sich anzupassen. Aber im Großen und Ganzen könnt ihr euch an den oben genannten Regeln orientieren. Wichtig ist vor allem, dass ihr höflich und respektvoll seid.
Fazit: Mehr als nur Etikette
Die Bestecklage nach dem Essen ist mehr als nur Etikette. Es ist eine stille Sprache, die uns hilft, uns in einer fremden Kultur zu verständigen und Respekt zu zeigen. Und es ist eine kleine, aber feine Möglichkeit, das kulinarische Erlebnis noch angenehmer zu gestalten. Ich hoffe, meine Tipps und Erfahrungen haben euch geholfen, euch sicherer und wohler in der deutschen Esskultur zu fühlen. Also, genießt eure nächste Mahlzeit in Deutschland und vergesst nicht, das Besteck richtig hinzulegen! Bon appétit, oder wie wir hier sagen: Guten Appetit!
