Better Call Saul Staffel 6 Folge 9
Hallo liebe Reisefreunde und Serienjunkies! Eure treue Reisebloggerin meldet sich zurück, frisch aus der emotionalen Achterbahnfahrt, die die neunte Folge der sechsten Staffel von "Better Call Saul" war. Vergesst die malerischen Strände und historischen Monumente für einen Moment, denn heute entführe ich euch in die düsteren, nervenaufreibenden Gassen von Albuquerque, New Mexico, wo wir Zeuge des *finalen Sturzes* von Jimmy McGill, alias Saul Goodman, wurden.
Ich weiß, ich weiß, eine Serienbesprechung passt vielleicht nicht ganz in einen Reiseblog, aber "Better Call Saul" ist mehr als nur eine Serie. Es ist eine Studie menschlicher Natur, eine Erkundung von Moral in einer unmoralischen Welt und, ja, auch eine faszinierende Darstellung der Wüste von New Mexico. Und wie jeder gute Reiseführer möchte ich euch die Orte zeigen, die euch im Gedächtnis bleiben, die *tiefsten* Eindrücke hinterlassen, auch wenn sie nicht immer die schönsten sind.
"Fun and Games": Ein Abschied für die Ewigkeit
Die Folge trägt den Titel "Fun and Games," was ironischer nicht sein könnte. Spaß? Spiele? Weit gefehlt! Diese Episode ist ein Wendepunkt, ein schmerzhafter Abschied von allem, was wir an Jimmy und Kim geliebt haben. Es ist, als würde man zusehen, wie ein wunderschönes, fragiles Gebäude langsam in sich zusammenfällt, Stein für Stein.
Kim Wexlers Entscheidung: Ein Stich ins Herz
Der erste, brutale Akt dieser Folge ist Kim Wexlers Entscheidung, Jimmy zu verlassen. Nach dem schrecklichen Vorfall mit Howard Hamlin, der nun für immer ihre Leben überschattet, erkennt Kim, dass ihre Beziehung zu Jimmy *destruktiv* ist, nicht nur für sie selbst, sondern auch für alle um sie herum. Sie gesteht Jimmy, dass sie ihn liebt, aber dass sie zusammen einfach keine Zukunft haben.
"Ich liebe dich, aber wir sind schlecht füreinander,"sagt sie, Worte, die wie Glasscherben durch die Seele schneiden.
Stellt euch vor, ihr steht an einem Aussichtspunkt, der einen atemberaubenden Blick auf ein weites Tal bietet. Ihr habt diesen Moment jahrelang herbeigesehnt, aber als ihr ihn endlich erreicht, stellt ihr fest, dass der Boden unter euren Füßen brüchig ist und jeden Moment einzubrechen droht. So fühlt es sich an, Kim Wexler in dieser Folge zuzusehen. Ihre Stärke und ihr Intellekt waren immer bewundernswert, aber jetzt sieht man, wie diese Qualitäten sie zu der schweren Entscheidung treiben, alles aufzugeben, was sie kennt.
Rhea Seehorn liefert eine herausragende Leistung ab. Ihre subtile Mimik, die winzigen Nuancen in ihrer Stimme, alles schreit nach Verzweiflung und Entschlossenheit. Man spürt förmlich, wie ihr Herz bricht, während sie diese schweren Worte ausspricht. Es ist eine schauspielerische Glanzleistung, die einem noch lange im Gedächtnis bleibt.
Saul Goodmans Geburt: Der Fall in die Dunkelheit
Nach Kims Abschied sehen wir, wie Jimmy sich endgültig in Saul Goodman verwandelt. Der Schmerz und die Verzweiflung treiben ihn dazu, sich noch tiefer in seine Fassade zu flüchten, in die schrille, oberflächliche Persönlichkeit, die wir aus "Breaking Bad" kennen. Er tauscht seine Wohnung gegen ein protziges Anwesen mit goldenen Toiletten und einem aufblasbaren Freiheitsstatue im Garten. Es ist ein Versuch, die Leere in seinem Inneren zu füllen, aber es ist ein hoffnungsloser Versuch.
Denkt an einen Reisenden, der sich verirrt hat und versucht, sich an den schillernden Lichtern einer lauten Stadt zu orientieren, anstatt den Sternen am Nachthimmel zu folgen. Jimmy/Saul versucht, seine innere Dunkelheit mit Äußerlichkeiten zu überdecken, aber es funktioniert nicht. Er ist ein Schiff ohne Anker, treibend auf einem Meer der Verzweiflung.
Die Wüste von New Mexico als Spiegel der Seele
Die Wüste von New Mexico ist mehr als nur eine Kulisse für "Better Call Saul." Sie ist ein Spiegel der Seele der Charaktere. Die Weite, die Kargheit, die Hitze – all das spiegelt die Isolation, die Härte und die moralische Wüste wider, in der sich Jimmy und Kim befinden.
Erinnert ihr euch an die staubigen Straßen, die Jimmy entlangfährt, die kargen Landschaften, die sich endlos vor ihm erstrecken? Sie sind eine Metapher für seinen Lebensweg, der ihn immer weiter weg von seinen Idealen und immer tiefer in die Kriminalität führt.
Selbst die sonnenverbrannten Farben der Wüste, die Rottöne und Brauntöne, verstärken das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und des Verfalls. Es ist eine visuelle Darstellung des moralischen Abgrunds, in dem sich die Charaktere befinden.
Ein Tipp für eure nächste Reise nach Albuquerque
Wenn ihr jemals nach Albuquerque reist, solltet ihr unbedingt einen Ausflug in die Wüste machen. Erlebt die Weite und die Schönheit der Landschaft, aber denkt auch an die dunkle Seite, die in "Better Call Saul" dargestellt wird. Es ist eine Erfahrung, die euch zum Nachdenken anregen wird.
Besucht auch unbedingt das Breaking Bad und Better Call Saul RV Tours. Auch wenn es kommerziell sein mag, so bietet es doch auch einen interessanten Einblick in die Drehorte und die Atmosphäre der Serie.
Fazit: Eine Episode, die lange nachhallt
"Fun and Games" ist eine Episode, die lange nachhallt. Sie ist ein schmerzhafter Abschied von der Hoffnung, ein Abstieg in die Dunkelheit und eine schauspielerische Meisterleistung. Es ist ein Muss für jeden Fan von "Better Call Saul" und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie eine Fernsehserie mehr sein kann als nur Unterhaltung.
Wenn ihr also das nächste Mal auf Reisen seid, nehmt euch einen Moment Zeit, um über die Geschichten nachzudenken, die euch bewegen, die euch zum Nachdenken anregen und die euch einen tieferen Einblick in die menschliche Natur geben. Denn manchmal sind es nicht die malerischen Strände oder die historischen Monumente, sondern die schwierigen Geschichten, die uns am meisten prägen.
Bleibt neugierig, bleibt abenteuerlustig und bis zum nächsten Mal!
