Bezeichnung Für Argon Krypton Neon Und So Weiter
Wenn Sie in Deutschland leben oder sich für Naturwissenschaften interessieren, stoßen Sie möglicherweise auf die Frage, wie bestimmte chemische Elemente, insbesondere Argon, Krypton, Neon und andere, zusammenfassend bezeichnet werden. Dieser Artikel erklärt die gängigen Bezeichnungen für diese Elemente auf Deutsch, um Ihnen ein besseres Verständnis der deutschen Fachsprache zu ermöglichen.
Edelgase: Die Hauptbezeichnung
Die häufigste und präziseste Bezeichnung für Argon (Ar), Krypton (Kr), Neon (Ne), Helium (He), Xenon (Xe) und Radon (Rn) ist Edelgase. Diese Bezeichnung spiegelt ihre chemische Eigenschaften wider. Edelgase sind bekannt für ihre außerordentliche Reaktionsarmut, d.h., sie gehen unter normalen Bedingungen kaum chemische Verbindungen ein. Dies rührt von ihrer voll besetzten äußersten Elektronenschale her, was sie besonders stabil macht.
Die Bezeichnung Edelgase ist im wissenschaftlichen Kontext, in der Industrie und im alltäglichen Sprachgebrauch weit verbreitet. Wenn Sie also über diese Elemente im Allgemeinen sprechen möchten, ist Edelgase die sicherste und korrekteste Wahl.
Warum "Edelgase"?
Der Begriff "edel" verweist auf die Wertigkeit und Stabilität dieser Gase. Ähnlich wie Edelmetalle (z.B. Gold und Platin) wenig dazu neigen, zu korrodieren oder sich mit anderen Substanzen zu verbinden, sind auch Edelgase chemisch inert.
Weitere Bezeichnungen und Synonyme
Obwohl Edelgase die gebräuchlichste Bezeichnung ist, gibt es auch andere Begriffe, die verwendet werden können, wenn auch weniger häufig oder in spezifischeren Kontexten.
Inerte Gase
Der Begriff inerte Gase ist ein Synonym für Edelgase. Inert bedeutet, dass die Stoffe reaktionsträge sind, also kaum mit anderen Stoffen reagieren. Obwohl die Bezeichnung inerte Gase früher häufiger verwendet wurde, ist sie heute etwas veraltet. Manchmal wird dieser Begriff verwendet, um auch Stickstoff einzuschließen, da dieser ebenfalls relativ reaktionsträge ist. Daher ist Edelgase die präzisere Bezeichnung, wenn Sie sich ausschließlich auf Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon und Radon beziehen möchten.
Seltene Gase
Die Bezeichnung seltene Gase ist historisch bedingt und spiegelt wider, dass diese Gase in der Erdatmosphäre nur in geringen Mengen vorkommen. Heutzutage wird dieser Begriff jedoch weniger verwendet, da die Gewinnung dieser Gase durch moderne industrielle Verfahren relativ einfach und kostengünstig geworden ist. Die Bezeichnung seltene Gase kann irreführend sein, da einige Edelgase, wie Argon, gar nicht so selten sind (Argon macht etwa 1% der Erdatmosphäre aus). Daher ist Edelgase die empfohlene Bezeichnung.
Verwendung im Kontext: Beispiele
Um die Verwendung der verschiedenen Bezeichnungen besser zu verstehen, hier einige Beispiele:
- "Neonröhren enthalten Edelgase, die unter elektrischer Spannung zum Leuchten angeregt werden."
- "Helium, ein Edelgas, wird oft für Luftballons verwendet, da es leichter als Luft ist."
- "Argon, als Edelgas, wird beim Schutzgasschweißen eingesetzt, um die Oxidation des Metalls zu verhindern."
- "Die Edelgase sind in der 8. Hauptgruppe des Periodensystems zu finden."
- "Die Erforschung der Eigenschaften von Edelgasen hat zu wichtigen technologischen Fortschritten geführt."
Die Bedeutung im Periodensystem
Es ist wichtig zu wissen, dass die Edelgase in der 8. Hauptgruppe (oder 18. Gruppe) des Periodensystems der Elemente stehen. Diese Gruppe wird oft auch als Gruppe der Edelgase bezeichnet. Ihre Position im Periodensystem erklärt ihre besonderen chemischen Eigenschaften. Die Atome der Edelgase haben eine voll besetzte äußerste Elektronenschale (Valenzelektronen), was sie besonders stabil und reaktionsträge macht. Helium ist eine Ausnahme: Es hat nur zwei Elektronen und somit eine voll besetzte erste Elektronenschale.
Eigenschaften der Edelgase
Die Edelgase haben eine Reihe von charakteristischen Eigenschaften, die sie von anderen Elementen unterscheiden:
- Reaktionsarmut: Wie bereits erwähnt, sind Edelgase extrem reaktionsträge. Sie bilden nur unter sehr speziellen Bedingungen chemische Verbindungen.
- Farblos und geruchlos: Bei Raumtemperatur sind Edelgase farblose und geruchlose Gase.
- Niedrige Siedepunkte: Edelgase haben sehr niedrige Siedepunkte. Helium hat den niedrigsten Siedepunkt aller bekannten Substanzen.
- Elektrische Leitfähigkeit: Unter bestimmten Bedingungen können Edelgase elektrischen Strom leiten, was sie in Leuchtstoffröhren und anderen Anwendungen nützlich macht.
Anwendungen der Edelgase
Aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften finden Edelgase in vielen verschiedenen Bereichen Anwendung:
- Neon: In Leuchtreklamen (Neonröhren). Je nach verwendetem Gasgemisch entstehen unterschiedliche Farben.
- Argon: Beim Schutzgasschweißen, in Glühlampen und als Füllgas in Isolierfenstern.
- Helium: Zum Kühlen von supraleitenden Magneten, als Traggas für Ballons und in der Atemluft für Taucher.
- Krypton: In Blitzlampen und einigen Arten von Leuchtstoffröhren.
- Xenon: In Hochdrucklampen (z.B. in Autoscheinwerfern) und in der Anästhesie.
- Radon: Findet in der Strahlentherapie Anwendung, ist aber aufgrund seiner Radioaktivität mit Vorsicht zu behandeln. Es kann auch in Wohnhäusern vorkommen und stellt ein Gesundheitsrisiko dar.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gängigste und präziseste Bezeichnung für Argon, Krypton, Neon und die anderen Elemente dieser Gruppe auf Deutsch Edelgase ist. Die Begriffe inerte Gase und seltene Gase sind ebenfalls gebräuchlich, aber weniger präzise oder veraltet. Wenn Sie über diese Elemente sprechen oder schreiben, ist Edelgase die empfohlene Wahl. Das Verständnis dieser Terminologie ist wichtig, um Fachliteratur zu verstehen und sich präzise über diese wichtigen chemischen Elemente zu äußern.
