Blaue Lagune Ganzer Film Deutsch
Okay, Freunde, lasst uns ehrlich sein. Wir alle kennen ihn. Den Film. Der, der in unserer Jugend auf Repeat lief, während wir heimlich davon träumten, auf einer einsamen Insel gestrandet zu sein. Ja, ich spreche vom „Blaue Lagune“, auf Deutsch.
Und hier kommt’s: Ich glaube, er ist…überschätzt. Donnert mich jetzt nicht mit faulen Tomaten ab! Hört mir erstmal zu.
Klar, die Landschaft ist atemberaubend. Türkisblaues Wasser, unberührte Strände, üppige Vegetation. Wer würde da nicht Urlaub machen wollen? Sogar mein überarbeiteter Schreibtischhocker würde gerne mal die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Aber ist das wirklich alles, was den Film ausmacht?
Die Storyline? Naja…
Zwei Kinder stranden auf einer einsamen Insel. Sie lernen, zu überleben. Sie entdecken die Liebe. Soweit, so bekannt. Aber mal ehrlich, wie glaubwürdig ist das Ganze denn bitte? Haben die Kinder wirklich alles alleine gelernt? Kein Lagerfeuer aus Versehen abgefackelt? Keine lebensbedrohliche Begegnung mit einer giftigen Spinne? Ich bezweifle es.
Und dann diese plötzliche Romanze! Okay, Hormone spielen eine Rolle, ich verstehe. Aber vom Sandburgenbauen zum leidenschaftlichen Kuss am Strand? Das ging mir doch ein bisschen zu schnell. Ich erinnere mich an meine eigenen pubertären Versuche, mit dem Nachbarsjungen zu flirten. Die endeten meistens mit peinlichem Schweigen und einem verschütteten Eis. Weit entfernt von romantischer Lagunen-Atmosphäre.
Die Romantik der 80er…oder auch nicht
Ich weiß, ich weiß. Es ist ein Film aus den 80ern. Die waren nun mal anders. Die Frisuren waren buschiger, die Musik war schmalziger und die Liebesgeschichten waren… naiv. Aber selbst für 80er-Verhältnisse wirkt „Blaue Lagune“ manchmal etwas zu sehr in eine rosarote Wolke gehüllt.
Denkt doch mal drüber nach. Was, wenn die beiden sich einfach nicht leiden konnten? Was, wenn sie sich die ganze Zeit nur gestritten hätten? Was, wenn sie herausgefunden hätten, dass sie unterschiedliche Vorstellungen vom Inselleben hatten? Das wäre doch mal ein interessanter Film gewesen! Eine Art „Survivor“, aber mit Teenie-Hormonen und Palmen.
„Aber es ist doch ein Klassiker!“ höre ich euch rufen. „Eine Geschichte über die Unschuld der Jugend und die Kraft der Natur!“
Ja, schon. Aber für mich überwiegt der Kitsch. Ich finde, er ist einfach ein bisschen zu seicht. Versteht mich nicht falsch, ich mag seichte Filme. Aber selbst bei einer romantischen Komödie erwarte ich ein bisschen mehr Tiefgang als nur schöne Bilder und ein paar unschuldige Blicke.
Vielleicht bin ich einfach zu zynisch. Vielleicht habe ich zu viele Dokus über Überlebensstrategien in der Wildnis gesehen. Vielleicht bin ich einfach nur neidisch, weil ich nie die Chance hatte, mit einem attraktiven Filmpartner auf einer einsamen Insel rumzuknutschen. Wer weiß?
Aber eins ist sicher: Wenn ich heute die „Blaue Lagune“ sehe, erwische ich mich dabei, wie ich mehr über die logistischen Herausforderungen des Insellebens nachdenke als über die romantische Spannung zwischen den Hauptfiguren. Wo haben sie bitte die ganze Zeit Shampoo herbekommen? Und wie haben sie verhindert, dass die Moskitos sie bei lebendigem Leibe auffressen?
Also, verzeiht mir meine Häresie. Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung wahrscheinlich ziemlich alleine dastehe. Aber ich musste es einfach mal loswerden. Der „Blaue Lagune“, auf Deutsch oder Englisch, ist für mich eher ein guilty pleasure als ein unantastbarer Klassiker. Ich schaue ihn mir trotzdem immer wieder an, aber eben mit einem Augenzwinkern. Und mit einer extra großen Portion Popcorn.
Was meint ihr? Bin ich total verrückt? Oder gibt es da draußen noch jemanden, der den Film auch nicht ganz so perfekt findet, wie alle anderen?
