Böhse Onkelz Hier Sind Die Onkelz Album
Hand aufs Herz, Leute. Seid mal ehrlich zu euch selbst. Wir alle haben so unsere musikalischen Guilty Pleasures, oder? Bands, die wir heimlich im Auto hören, wenn keiner zuhört. Und ja, ich oute mich jetzt: Ich mag Hier Sind Die Onkelz. Genauer gesagt, das Album Hier Sind Die Onkelz von den Böhsen Onkelz.
Bevor jetzt alle losschreien: Ja, ich weiß. Die Onkelz. Polarisiert wie kaum eine andere Band. Entweder man liebt sie, oder man hasst sie. Dazwischen gibt es gefühlt nix. Und ja, ich weiß auch um die ganze Kontroverse. Aber lasst uns das mal kurz ausblenden, okay? Geht das?
Denn ganz ehrlich: Dieses Album knallt einfach. Von vorne bis hinten. 1988. Das war eine Zeit, in der Musik noch Eier hatte. Oder eben die Onkelz. Hier Sind Die Onkelz ist rotzig, laut und ungeschliffen. Kein bisschen politisch korrekt. Aber genau das macht es doch aus, oder?
Warum ich dieses Album heimlich mag
Okay, "heimlich" stimmt vielleicht nicht mehr ganz. Ich gestehe es ja jetzt öffentlich. Aber warum eigentlich? Ich glaube, es ist diese rohe Energie. Dieser Punk-Einschlag. Dieser "Scheiß drauf"-Attitude. Die Onkelz haben sich nie verbogen. Die haben einfach das gemacht, was sie wollten. Und das spürt man.
Songs wie "Freddy Krueger" sind einfach Kult. Wer kann da schon widerstehen? Okay, vielleicht die meisten. Aber ich nicht. Und "Das Signum des Verrats"? Episch. Einfach episch. Ein bisschen cheesy, vielleicht. Aber hey, welches Album aus den 80ern ist das nicht?
Die Texte: Mal daneben, mal genial
Okay, ich gebe zu, die Texte sind nicht immer Shakespeare. Manchmal sind sie sogar ziemlich daneben. Aber manchmal... manchmal blitzt da auch eine gewisse Genialität auf. Eine Ehrlichkeit, die man in der heutigen Musik oft vermisst. Und ja, ich weiß, dass Ehrlichkeit nicht alles entschuldigt. Aber es macht es interessanter.
Und dann ist da noch die Instrumentierung. Die Gitarrenriffs. Das Schlagzeug. Alles so herrlich unperfekt. Kein Autotune. Keine Hochglanzproduktion. Einfach nur pure, rohe Musik. Direkt in die Fresse. Verzeihung, aber anders kann man es nicht beschreiben.
Es ist wie ein Roadtrip mit alten Freunden. Laut, chaotisch und garantiert nicht langweilig. Manchmal peinlich, aber meistens einfach nur verdammt lustig. Und am Ende des Tages zählt doch das, oder?
Unpopular Opinion: Die Onkelz sind...
Okay, hier kommt meine Unpopular Opinion: Die Böhsen Onkelz sind unterschätzt. Ja, ich weiß, viele werden mir jetzt widersprechen. Aber ich glaube, sie haben mehr Einfluss auf die deutsche Musikszene gehabt, als viele zugeben wollen. Sie haben ihren eigenen Weg gemacht. Sie haben sich nicht an Konventionen gehalten. Sie haben ihre Fans gefunden und gehalten. Und das ist doch eine Leistung, oder?
Natürlich kann man ihre Musik kritisieren. Man kann ihre Texte ablehnen. Man kann ihre Vergangenheit verurteilen. Alles legitim. Aber man sollte ihnen zugestehen, dass sie etwas Besonderes geschaffen haben. Etwas, das viele Menschen berührt hat. Und das ist doch das, was Musik am Ende des Tages ausmacht, oder?
Vielleicht ist es auch einfach nur Nostalgie. Vielleicht erinnere ich mich an eine Zeit, in der Musik noch rebellischer war. An eine Zeit, in der man sich nicht so viele Gedanken darüber gemacht hat, was man sagen darf und was nicht. Eine Zeit, in der man einfach seinen Gefühlen freien Lauf gelassen hat. Und die Onkelz haben mir dabei geholfen.
"Wir sind nicht eure Freunde, wir sind nicht eure Brüder, wir sind die Böhsen Onkelz und wir scheißen auf euch nieder!"
Okay, das ist jetzt vielleicht etwas drastisch. Aber es fasst die Attitude der Band ganz gut zusammen. Und genau diese Attitude macht sie so einzigartig. So polarisierend. So... onkelhaft.
Also, das nächste Mal, wenn ihr im Auto sitzt und keiner zuhört: Legt doch einfach mal Hier Sind Die Onkelz ein. Vielleicht werdet ihr überrascht sein. Vielleicht werdet ihr es hassen. Aber vielleicht... vielleicht werdet ihr es auch heimlich mögen. So wie ich.
Und wenn nicht, auch egal. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Aber vielleicht habt ihr wenigstens ein bisschen geschmunzelt. Und das ist doch auch schon was wert, oder?
