Born A Crime Trevor Noah
Trevor Noah ist ein südafrikanischer Komiker, Fernsehmoderator, Schauspieler und politischer Kommentator, der international für seine Arbeit als Moderator der The Daily Show bekannt ist. Aber seine Lebensgeschichte, wie sie in seiner Autobiografie Born a Crime: Stories from a South African Childhood (dt. *Farbenblind: Kommen aus einer Welt voller Unterschiede*) erzählt wird, ist ebenso fesselnd wie seine Bühnenauftritte. Dieses Buch bietet einen einzigartigen Einblick in das Leben während und nach der Apartheid in Südafrika und ist besonders aufschlussreich für Expats, Neuankömmlinge und alle, die mehr über die komplexe Geschichte und Gesellschaft des Landes erfahren möchten.
Die Apartheid und ihre Folgen
Um Trevor Noahs Geschichte wirklich zu verstehen, ist es unerlässlich, sich mit der Apartheid auseinanderzusetzen. Die Apartheid war ein System der Rassentrennung und Diskriminierung, das von 1948 bis 1994 in Südafrika gesetzlich verankert war. Sie teilte die Bevölkerung in Rassen ein und wies ihnen unterschiedliche Rechte und Möglichkeiten zu. Schwarze Südafrikaner wurden systematisch unterdrückt, ihrer Bürgerrechte beraubt und in Armut und Marginalisierung getrieben.
Noah wurde 1984 geboren, während der Hochphase der Apartheid. Seine Existenz selbst war ein Verbrechen, wie der Titel des Buches andeutet. Seine Mutter, Patricia Nombuyiselo Noah, ist eine Xhosa-Frau, und sein Vater, Robert, ist Schweizerischer Herkunft. Nach den Gesetzen der Apartheid waren interrassische Beziehungen illegal. Dies bedeutete, dass Trevor und seine Eltern ständig in Gefahr lebten, entdeckt und bestraft zu werden.
Die Apartheidgesetze schränkten nicht nur Beziehungen zwischen Menschen verschiedener Rassen ein, sondern schränkten auch ihren Wohnort, ihre Arbeit und ihren Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung ein. Schwarze Südafrikaner waren gezwungen, in Townships zu leben, die oft von Armut und Gewalt geprägt waren. Ihnen wurden minderwertige Bildung und Gesundheitsversorgung verwehrt, und sie hatten nur begrenzte Möglichkeiten, ihr Leben zu verbessern. Auch nach dem offiziellen Ende der Apartheid im Jahr 1994 blieben die Auswirkungen der jahrzehntelangen Unterdrückung bestehen und prägen die südafrikanische Gesellschaft bis heute.
Die Bedeutung des Buches für Expats und Neuankömmlinge
Für Expats und Neuankömmlinge in Südafrika bietet Born a Crime mehr als nur eine fesselnde Lebensgeschichte. Es ist ein wertvolles Werkzeug, um die Nuancen der südafrikanischen Kultur und Gesellschaft zu verstehen. Das Buch beleuchtet:
- Die anhaltenden Auswirkungen der Apartheid: Obwohl die Apartheid offiziell beendet ist, prägen ihre Folgen weiterhin das Leben vieler Südafrikaner. Born a Crime zeigt, wie Rassismus und Ungleichheit weiterhin existieren und wie sie sich auf verschiedene Aspekte des Lebens auswirken.
- Die Bedeutung von Rasse und Identität: Rasse und Identität sind in Südafrika nach wie vor wichtige Themen. Das Buch veranschaulicht, wie Menschen aufgrund ihrer Rasse behandelt werden und wie sie ihre Identität in einer komplexen und sich verändernden Gesellschaft definieren.
- Die Widerstandsfähigkeit des südafrikanischen Volkes: Trotz der Herausforderungen, vor denen sie standen, haben die Südafrikaner eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit und Stärke bewiesen. Trevor Noahs Geschichte ist ein Beweis dafür, wie Menschen Hindernisse überwinden und erfolgreich sein können, auch unter widrigsten Umständen.
- Die Komplexität der südafrikanischen Kultur: Südafrika ist ein Land mit einer reichen und vielfältigen Kultur. Born a Crime gibt Einblicke in verschiedene Kulturen, Sprachen und Traditionen und hilft Lesern, die Vielfalt des Landes zu schätzen.
Trevor Noahs Kindheit und Jugend
Trevor Noahs Kindheit war alles andere als gewöhnlich. Aufgrund seiner gemischtrassigen Herkunft hatte er Schwierigkeiten, seinen Platz in der Welt zu finden. Er war weder vollständig weiß noch vollständig schwarz und fühlte sich oft zwischen den Kulturen gefangen. Er lebte meist bei seiner Mutter und seiner Großmutter in Soweto, einem Township in Johannesburg, während sein Vater, um die Gesetze zu umgehen, nur heimlich zu Besuch kommen konnte.
Seine Mutter, Patricia, war eine starke und unabhängige Frau, die ihm unbändigen Lebenswillen einimpfte und ihm ermöglichte, sich frei zu entfalten, so wie es ihr selbst nicht erlaubt gewesen war. Sie war es auch, die ihm verschiedene Sprachen beibrachte und ihm so ermöglichte, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft in Kontakt zu treten. Trevor spricht fließend Englisch, Afrikaans, Xhosa, Zulu, Sotho und Tswana. Diese Fähigkeit, Sprachen zu sprechen, half ihm, sich in verschiedenen sozialen Situationen zurechtzufinden und Freundschaften mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zu schließen.
Seine Jugend war von Armut und Gewalt geprägt. Er erlebte, wie seine Mutter von ihrem gewalttätigen Stiefvater misshandelt wurde, und sah die Auswirkungen der Apartheid auf seine Gemeinde. Trotz dieser Herausforderungen bewahrte er sich seinen Sinn für Humor und seine Fähigkeit, die Welt mit einem kritischen Blick zu betrachten. Er lernte schnell, wie man sich anpasst und überlebt, indem er sich in verschiedene soziale Gruppen integrierte und lernte, sich verbal zu verteidigen.
Sprache als Schlüssel zur Integration
Noah betont im Buch immer wieder die Bedeutung von Sprache. Seine Mehrsprachigkeit ermöglichte es ihm, sich in verschiedenen Gruppen zu bewegen und sich ein tiefes Verständnis für unterschiedliche Kulturen anzueignen. Es war ein Überlebenswerkzeug, das ihm half, Konflikte zu entschärfen und Beziehungen aufzubauen. Für Expats und Neuankömmlinge in Südafrika ist das Erlernen einer oder mehrerer der Landessprachen ein entscheidender Schritt zur Integration und zum Verständnis der lokalen Kultur.
Die Rolle der Religion
Religion spielte eine wichtige Rolle in Trevor Noahs Kindheit. Seine Mutter war eine gläubige Christin und nahm ihn regelmäßig in verschiedene Kirchen mit. Die Kirche diente als Gemeinschaftszentrum und bot Trost und Hoffnung in schwierigen Zeiten. Noah beschreibt humorvoll, wie er an verschiedenen religiösen Praktiken teilnahm, aber auch kritisch die Heuchelei und Absurdität einiger Glaubensvorstellungen hinterfragte. Die Einblicke in die religiösen Praktiken in Südafrika geben Expats einen Einblick in eine wichtige Facette des gesellschaftlichen Lebens.
Schlussfolgerung
Born a Crime ist ein wichtiges Buch für alle, die Südafrika besser verstehen möchten. Es ist eine bewegende, humorvolle und aufschlussreiche Geschichte über das Aufwachsen in einem Land, das von Rassismus und Ungleichheit geprägt ist. Für Expats und Neuankömmlinge bietet es wertvolle Einblicke in die Kultur, Geschichte und Gesellschaft Südafrikas. Es hilft, die Herausforderungen zu verstehen, vor denen die Menschen stehen, aber auch ihre Widerstandsfähigkeit und ihren Optimismus zu schätzen. Die Lektüre des Buches ist daher eine empfehlenswerte Vorbereitung für ein Leben und Arbeiten in Südafrika.
Die Geschichte von Trevor Noah ist nicht nur inspirierend, sondern auch eine Mahnung, die Vergangenheit nicht zu vergessen und sich weiterhin für eine gerechtere und gleichberechtigtere Gesellschaft einzusetzen. Es zeigt, dass man durch Bildung, Humor und die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, Brücken bauen und Vorurteile abbauen kann.
