Braune Algen Im Aquarium Was Tun
Ach, ihr Lieben! Kennt ihr das Gefühl, wenn man von einer wundervollen Reise zurückkehrt, voller neuer Eindrücke und dem Wunsch, ein kleines Stückchen dieser Schönheit mit nach Hause zu nehmen? So ging es mir nach meinem Trip in die azurblauen Tiefen des Indischen Ozeans. Inspiriert von den farbenprächtigen Korallenriffe, beschloss ich, mir ein eigenes kleines Aquarium anzulegen – ein Fenster in die Unterwasserwelt, direkt in meinem Wohnzimmer.
Anfangs lief alles wie am Schnürchen. Bunte Fische tummelten sich fröhlich im Becken, die Pflanzen gediehen prächtig und ich verbrachte Stunden damit, einfach nur dazusitzen und zu beobachten. Doch dann, eines Morgens, der Schock: Braune, schleimige Beläge überzogen plötzlich Steine, Pflanzen und die Scheiben. Panik! Was war passiert? Mein kleines Unterwasserparadies war von einer braunen Algenplage befallen!
Ich fühlte mich hilflos, wie ein Tourist, der sich in einer fremden Stadt verirrt hat und die Sprache nicht versteht. Aber keine Sorge, liebe Mitreisende! Ich habe mich auf die Suche nach einer Lösung begeben, habe recherchiert, experimentiert und – das kann ich euch versichern – den Kampf gegen die braunen Algen gewonnen! Und weil ich euch das Drama und die Verzweiflung ersparen möchte, teile ich heute meine Erfahrungen und Tipps mit euch, damit auch ihr eure Aquarien algenfrei und strahlend schön halten könnt.
Was sind Braunalgen überhaupt?
Bevor wir uns in die Bekämpfung stürzen, ist es wichtig zu verstehen, was wir da eigentlich bekämpfen. Braunalgen, wissenschaftlich auch Diatomeen genannt, sind einzellige Kieselalgen. Sie lieben kieselsäurehaltiges Wasser und treten besonders häufig in neu eingerichteten Aquarien auf. Keine Panik also, wenn ihr gerade erst mit dem Aquaristik-Hobby begonnen habt! Es ist völlig normal, dass sich in der Einlaufphase des Beckens Braunalgen bilden.
Warum gerade braune Algen? Nun, in einem neuen Aquarium ist das biologische Gleichgewicht noch nicht stabil. Es gibt oft einen Überschuss an Kieselsäure im Wasser, der den Braunalgen als Nahrung dient. Außerdem spielt das Licht eine wichtige Rolle. Braunalgen kommen auch mit weniger Licht aus als viele andere Algenarten, weshalb sie sich in den ersten Wochen oft durchsetzen können.
Woher kommen die Braunalgen?
Die Ursachen für eine Braunalgenplage können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Gründe:
- Hoher Kieselsäuregehalt im Leitungswasser: Gerade in Gegenden mit kalkhaltigem Gestein kann das Leitungswasser viel Kieselsäure enthalten.
- Neues Aquarium: Wie bereits erwähnt, ist ein neues Aquarium besonders anfällig, da das biologische Gleichgewicht noch nicht eingespielt ist.
- Zu wenig Licht: Obwohl Braunalgen weniger Licht benötigen als andere Algen, kann ein Mangel an Licht trotzdem ihr Wachstum fördern, da andere Pflanzen nicht ausreichend konkurrieren können.
- Überfütterung: Durch zu viel Futter gelangen organische Abfälle ins Aquarium, die das Algenwachstum begünstigen.
- Mangelnde Wasserwechsel: Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um Schadstoffe aus dem Aquarium zu entfernen und das biologische Gleichgewicht zu erhalten.
- Abgestorbene Pflanzenreste: Auch abgestorbene Pflanzenreste können die Algenbildung fördern.
Was tun gegen Braunalgen? Meine persönlichen Tipps & Tricks
Nachdem ich die Ursache meiner Braunalgenplage erkannt hatte (es war eine Kombination aus neuem Aquarium und einem etwas zu sorglosen Umgang mit dem Futter), machte ich mich an die Arbeit. Und hier sind meine bewährten Strategien, die mir geholfen haben, die braunen Plagegeister loszuwerden:
1. Wasserwechsel – Das A und O der Algenbekämpfung
Regelmäßige, großzügige Wasserwechsel sind der Schlüssel zum Erfolg. Ich habe in den ersten Wochen jeden zweiten Tag 50% des Wassers gewechselt. Das hilft, den Kieselsäuregehalt zu senken und das biologische Gleichgewicht zu stabilisieren. Achtet darauf, dass die Temperatur des neuen Wassers der Temperatur im Aquarium entspricht!
Wichtig: Verwendet ein geeignetes Aufbereitungsmittel, um das Leitungswasser fischgerecht zu machen. Es entfernt Chlor und andere Schadstoffe, die für eure Aquarienbewohner schädlich sein können.
2. Kieselsäure entfernen – Spezialfilter für Härtefälle
Wenn euer Leitungswasser einen hohen Kieselsäuregehalt aufweist, kann ein Kieselsäureentferner helfen. Es gibt spezielle Filtermedien, die Kieselsäure aus dem Wasser filtern. Diese Filter platziert ihr einfach in eurem Filter oder verwendet sie als separaten Filterbehälter.
Ich habe mir einen kleinen Innenfilter mit Kieselsäureentferner zugelegt und ihn für ein paar Tage ins Aquarium gehängt. Das hat Wunder gewirkt!
3. Licht optimieren – Die richtige Beleuchtung für ein gesundes Aquarium
Obwohl Braunalgen mit wenig Licht auskommen, brauchen eure Pflanzen natürlich ausreichend Licht zum Wachsen. Achtet auf die richtige Lichtstärke und Beleuchtungsdauer. Die meisten Aquarien benötigen 8-10 Stunden Licht pro Tag.
Ich habe meine Beleuchtung etwas verstärkt und darauf geachtet, dass alle Pflanzen ausreichend Licht bekommen. Das hat dazu beigetragen, dass die anderen Algenarten, die mehr Licht benötigen, besser wachsen konnten und die Braunalgen verdrängt haben.
4. Algenfresser – Die natürliche Unterstützung
Algenfresser sind eine tolle Unterstützung bei der Algenbekämpfung. Es gibt verschiedene Fisch- und Schneckenarten, die sich gerne über Braunalgen hermachen. Zu meinen persönlichen Favoriten gehören:
- Ohrgitterharnischwelse (Otocinclus): Kleine, friedliche Welse, die sich hervorragend für kleinere Aquarien eignen. Sie sind wahre Fressmaschinen, wenn es um Algen geht!
- Napfschnecken: Diese Schnecken raspeln Algen von Scheiben und Einrichtungsgegenständen.
- Geweihschnecken: Sehr effektive Algenfresser, die sich jedoch nur schwer vermehren lassen.
Achtung: Informiert euch vor dem Kauf von Algenfressern, ob sie zu euren anderen Fischen passen und ob euer Aquarium groß genug für sie ist.
5. Futtermenge reduzieren – Weniger ist mehr!
Überfütterung ist eine der Hauptursachen für Algenwachstum. Füttert eure Fische nur so viel, wie sie in wenigen Minuten fressen können. Vermeidet es, Futterreste im Aquarium liegen zu lassen. Ich habe meine Futtermenge deutlich reduziert und darauf geachtet, dass das Futter schnell aufgefressen wird.
Tipp: Ein Fastentag pro Woche schadet euren Fischen nicht und hilft, die Algenbildung zu reduzieren.
6. Mulm absaugen – Sauberkeit ist das halbe Leben
Mulm, also abgestorbene Pflanzenreste und Futterreste, kann die Algenbildung begünstigen. Saugt regelmäßig den Mulm vom Bodengrund ab. Ich benutze dafür einen Mulmsauger, der den Mulm absaugt, ohne den Bodengrund aufzuwirbeln.
Wichtig: Saugt nicht den gesamten Bodengrund auf einmal ab, sondern teilt ihn in Zonen ein. So verhindert ihr, dass das biologische Gleichgewicht im Bodengrund gestört wird.
7. Geduld haben – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut
Die Bekämpfung von Braunalgen braucht Zeit und Geduld. Erwartet nicht, dass die Algen über Nacht verschwinden. Bleibt dran, setzt meine Tipps konsequent um und beobachtet euer Aquarium genau. Mit der Zeit wird sich das biologische Gleichgewicht stabilisieren und die Braunalgen werden verschwinden.
Mein Fazit: Braunalgen sind zwar lästig, aber kein Grund zur Panik. Mit den richtigen Maßnahmen und etwas Geduld bekommt ihr sie in den Griff. Und denkt daran: Ein Aquarium ist ein lebendiges Ökosystem, das Zeit braucht, um sich zu entwickeln. Genießt den Prozess und freut euch über die Schönheit, die euch euer kleines Unterwasserparadies schenkt!
Vorbeugen ist besser als Heilen – Tipps zur Algenprävention
Damit es gar nicht erst zu einer Braunalgenplage kommt, könnt ihr einige vorbeugende Maßnahmen treffen:
- Gutes Ausgangswasser: Testet euer Leitungswasser auf Kieselsäure und verwendet gegebenenfalls einen Kieselsäureentferner.
- Schnellwachsende Pflanzen: Pflanzt schnellwachsende Pflanzen ein, die mit den Algen um Nährstoffe konkurrieren.
- Regelmäßige Wasserwechsel: Führt regelmäßig Wasserwechsel durch, um Schadstoffe zu entfernen.
- Angemessene Beleuchtung: Achtet auf die richtige Lichtstärke und Beleuchtungsdauer.
- Mäßige Fütterung: Füttert eure Fische nur so viel, wie sie in wenigen Minuten fressen können.
- Mulm absaugen: Saugt regelmäßig den Mulm vom Bodengrund ab.
Ich hoffe, meine Erfahrungen und Tipps helfen euch dabei, eure Aquarien algenfrei und strahlend schön zu halten. Und denkt daran: Auch wenn es mal nicht so läuft, wie ihr es euch vorgestellt habt, lasst euch nicht entmutigen. Die Aquaristik ist ein spannendes Hobby, bei dem man immer wieder Neues lernt. Und wer weiß, vielleicht entdeckt ihr ja auch eure eigene kleine Unterwasserwelt, die euch genauso begeistert wie mich!
Bis zum nächsten Mal und viel Erfolg bei der Algenbekämpfung!
