Brave New World Charaktere
Okay, Leute, mal ehrlich: Wir alle haben Schöne Neue Welt in der Schule gelesen. Und wir alle haben gedacht: "Boah, ist das düster!" Aber wenn man genauer hinsieht… sind die Charaktere nicht auch ein bisschen… nervig? Ich weiß, ich weiß, das ist wahrscheinlich eine total unpopuläre Meinung, aber haltet mal kurz inne, bevor ihr mich steinigt.
Bernard Marx: Der jämmerliche Alpha
Fangen wir mit Bernard Marx an. Der Typ ist ein Alpha, ja, aber ein Alpha-Minus-Minus. Er ist klein, unsicher und fühlt sich benachteiligt. Ständig jammert er rum, dass er anders ist. Ja, Bernard, wir haben's verstanden. Du bist nicht so glücklich wie die anderen. Können wir jetzt bitte zum nächsten Thema übergehen? Er versucht so krampfhaft, rebellisch zu sein, wirkt dabei aber einfach nur… naja, bemitleidenswert. Stell dir vor, du bist auf einer Party und da ist dieser eine Typ, der ständig betont, wie unkonventionell er ist. Genau das ist Bernard, nur in einer futuristischen Dystopie.
Und seine Besessenheit von Lenina Crowne? Gruselig! Er stalkt sie quasi mit seinem Helikopter. Und dann wundert er sich, dass sie ihn komisch findet. Ich meine, Lenina ist vielleicht ein bisschen oberflächlich, aber sie hat zumindest Spaß am Leben. Bernard hingegen verbringt seine Zeit damit, über seine Existenz zu grübeln. Wer will schon einen Beziehungspartner, der ständig schlechte Laune hat?
Lenina Crowne: Ein bisschen zu... angepasst?
Apropos Lenina: Ja, sie ist hübsch und beliebt. Und ja, sie nimmt Soma wie Smarties. Aber ist sie nicht auch ein bisschen… langweilig? Ihre größte Sorge ist, wer sie als Nächstes daten soll. Sie hinterfragt nichts, sie akzeptiert alles. Sicher, das macht sie in dieser Welt erfolgreich, aber für uns Leser ist sie irgendwie… farblos.
Ich meine, ich verstehe, dass sie in einer Gesellschaft aufgewachsen ist, in der Glückseligkeit oberste Priorität hat. Aber ein bisschen mehr Tiefgang hätte ihr nicht geschadet. Manchmal frage ich mich, ob sie überhaupt in der Lage ist, echte Emotionen zu empfinden, oder ob alles nur durch Soma hervorgerufen wird. "Ach, ich bin traurig? Egal, ich nehme eine Tablette und alles ist wieder gut!"
Helmholtz Watson: Der frustrierte Denker
Dann haben wir noch Helmholtz Watson. Er ist ein Genie, aber niemand versteht ihn. Er ist der gelangweilte Akademiker, der sich nach mehr sehnt. Klingt bekannt? Er ist intellektuell überlegen, aber unfähig, seine Gefühle auszudrücken. Und wenn er es dann versucht, klingt es, als hätte er ein Poesiealbum aus dem 18. Jahrhundert gefressen.
Ich kann seine Frustration ja verstehen. In einer Welt, in der alle nur an Sex und Soma denken, muss es schrecklich sein, einen komplexen Geist zu haben. Aber seine Lösung – nämlich, nach der Flucht mit Bernard einfach nur übers Wetter auf einer Insel zu schreiben – ist irgendwie... enttäuschend. Da hätte ich mir mehr erwartet.
John, der Wilde: Der naive Held
Und last but not least: John, der Wilde. Der vermeintliche Held der Geschichte. Er wächst in einer Reservation auf und kennt die "Zivilisation" nur aus Büchern von Shakespeare. Kein Wunder, dass er von der Neuen Welt total überfordert ist! Er ist ein bisschen wie ein Hundewelpe, der zum ersten Mal in die Stadt kommt: er ist aufgeregt, verwirrt und pinkelt wahrscheinlich überall hin.
Seine romantischen Vorstellungen sind total realitätsfern. Er idealisiert Lenina und interpretiert ihre Avancen völlig falsch. Seine Weigerung, sich an die Regeln der Neuen Welt anzupassen, ist zwar ehrenwert, aber auch unglaublich naiv. Er glaubt, er könne die Welt verändern, indem er ihr Shakespeare vorliest. Spoiler Alert: Das funktioniert nicht. Sein tragisches Ende ist zwar herzzerreißend, aber auch irgendwie vorhersehbar. Er war einfach nicht für diese Welt gemacht – oder für irgendeine andere, scheint es.
Unpopuläre Meinung?
Vielleicht bin ich zynisch, aber ich finde, Schöne Neue Welt ist nicht so düster, weil die Welt so schrecklich ist, sondern weil die Charaktere so… menschlich sind. Sie sind fehlerhaft, egoistisch und oft einfach nur nervig. Und vielleicht ist das ja die eigentliche Botschaft des Buches: dass selbst in einer vermeintlich perfekten Welt die menschliche Natur immer noch für Chaos sorgen kann.
Oder vielleicht brauche ich einfach nur mehr Soma.
Aber was meint ihr? Bin ich zu hart mit den Charakteren? Oder seht ihr das auch so? Lasst es mich wissen!
