Buch 12 Years A Slave
Okay, lasst uns ehrlich sein. Wir alle haben 12 Years a Slave gesehen. Oder zumindest so getan, als ob. Ist ja ein wichtiger Film. Und wichtig = man muss ihn gesehen haben, oder? Sonst guckt dich die Kunst-Community komisch an. Ich geb’s zu: Ich habe ihn *natürlich* auch gesehen. Mehrmals sogar. (Hust.)
Aber jetzt kommt der Teil, wo ich vielleicht ein paar Leute verärgere. (Sorry, not sorry.) Ich fand ihn… naja… okay. Gut gemacht, natürlich. Grandiose schauspielerische Leistungen. Unbestreitbar wichtiges Thema. Aber war er auch… unterhaltsam? Lasst mich das anders formulieren: War ich danach in der Stimmung, ein Eis zu essen und mit Freunden über Katzenvideos zu lachen? Definitiv nicht.
Die Oscar-Falle: Wenn Filme zu "wichtig" werden
Ich meine, Oscar-prämiert, check. Historisch bedeutsam, check. Super-deprimierend, check! Aber manchmal frage ich mich, ob wir uns von dem ganzen "Oscar"-Hype nicht ein bisschen blenden lassen. Ist ein Film automatisch besser, nur weil er uns dazu zwingt, uns schlecht zu fühlen? Nur weil er so ernst ist?
Versteht mich nicht falsch. Ich bin absolut für Filme, die schwierige Themen ansprechen. Wir müssen uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Die Geschichte der Sklaverei in den USA ist ein schreckliches Kapitel. Und Filme wie dieser sind wichtig, um daran zu erinnern. Aber...muss es *so* quälend sein?
Ein bisschen Realismus, bitte! (Und vielleicht ein bisschen weniger Leid)
Ich weiß, ich weiß. Die Sklaverei war grausam. Realistisch. Furchtbar. Und der Film spiegelt das wider. Aber manchmal denke ich, dass ein bisschen mehr… subtile Darstellung vielleicht sogar wirkungsvoller gewesen wäre. Muss man wirklich jede einzelne Gewalttat in voller Länge zeigen, damit die Botschaft ankommt? Ich bin mir da nicht so sicher.
Oder vielleicht liegt es einfach daran, dass ich ein Weichei bin. Wer weiß. Fakt ist: Ich habe Schindlers Liste auch nur einmal gesehen. Und das hat gereicht. Für immer. Manchmal ist es einfach zu viel. Und dann schalte ich lieber Friends ein. (Schande über mich, ich weiß.)
Denkt mal über Solomon Northup, gespielt von Chiwetel Ejiofor, nach. Super Schauspieler! Aber seine Figur durchlebt so unfassbar viel Leid. Irgendwann stumpft man ab. Es ist, als würde man sich die ganze Zeit auf die Zehen treten lassen. Irgendwann tut es einfach nicht mehr so weh, weil alles andere schon so weh tut.
Die "Ich bin ein guter Mensch, weil ich mir diesen Film angesehen habe"-Mentalität
Und dann gibt es noch diese ganze "Ich bin ein guter Mensch, weil ich mir diesen Film angesehen habe"-Mentalität. Kennt ihr das? Man guckt sich einen schweren Film an und fühlt sich dann… irgendwie… erleichtert? "Puh, ich habe meinen Beitrag geleistet. Ich habe etwas Wichtiges gesehen. Jetzt kann ich wieder unbesorgt mein Avocado-Toast essen." Das ist doch irgendwie komisch, oder?
Es ist, als ob man sich eine Medaille dafür verleiht, dass man sich elend gefühlt hat. Anstatt tatsächlich etwas zu tun, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich finde, wir sollten aufhören, uns selbst auf die Schulter zu klopfen, nur weil wir uns einen anstrengenden Film angesehen haben. Und vielleicht mal darüber nachdenken, was wir tatsächlich tun können, um gegen Ungerechtigkeit zu kämpfen.
Vielleicht ist meine Meinung dazu auch einfach nur… unpopulär. Aber ich stehe dazu. 12 Years a Slave ist ein wichtiger Film. Aber er ist auch… anstrengend. Und manchmal will ich einfach nur einen Film sehen, der mich zum Lachen bringt. Oder zumindest nicht dazu bringt, meine gesamte Existenz zu hinterfragen.
Am Ende des Tages ist es ja auch nur ein Film. Und Filme sollen ja… unterhalten? Oder zum Denken anregen? Oder beides? Ich bin mir nicht sicher. Aber ich weiß, dass ich mir als nächstes lieber eine Komödie ansehe. Sorry, Solomon.
Und eins noch: Reden wir mal über Michael Fassbender. Großartiger Schauspieler, ja. Aber seine Rolle als sadistischer Plantagenbesitzer Edwin Epps… brrr. Hat irgendjemand je ein Herz aus Schokolade gefunden, nachdem er ihn in diesem Film gesehen hat? Ich bezweifle es.
Also, was haltet ihr davon? Bin ich ein herzloser Idiot? Oder gibt es da draußen noch jemanden, der sich auch mal nach einem anstrengenden Film nach etwas Leichterem sehnt? Lasst es mich wissen! (Aber bitte seid nett. Ich bin ein sensibler Mensch.)
