Buchungssätze Mit Vorsteuer Und Umsatzsteuer übungen Mit Lösungen
Hallo liebe Leserinnen und Leser! Herzlich willkommen zu unserem kleinen Ausflug in die Welt der Buchungssätze mit Vorsteuer und Umsatzsteuer. Keine Sorge, das klingt komplizierter, als es ist! Besonders wenn ihr plant, euch länger in Deutschland aufzuhalten oder sogar hier zu arbeiten, ist ein grundlegendes Verständnis der Buchhaltungsvorgänge hilfreich. Und wer weiß, vielleicht inspiriert es euch sogar, eure eigene kleine Firma zu gründen! In diesem Artikel werden wir euch auf freundliche und verständliche Weise durch die wichtigsten Grundlagen führen, inklusive praktischer Übungen mit Lösungen, damit ihr das Gelernte direkt anwenden könnt.
Was sind Vorsteuer und Umsatzsteuer überhaupt?
Bevor wir in die Buchungssätze eintauchen, müssen wir klären, was Vorsteuer und Umsatzsteuer bedeuten. Stell dir vor, du bist ein Unternehmer oder eine Unternehmerin.
- Umsatzsteuer (USt.): Das ist die Steuer, die du auf deine Verkäufe (Umsätze) erhebst. Du kassierst sie also von deinen Kunden und führst sie dann an das Finanzamt ab. In Deutschland beträgt der Regelsteuersatz 19%. Es gibt aber auch einen ermäßigten Steuersatz von 7% für bestimmte Waren und Dienstleistungen, wie z.B. Lebensmittel, Bücher oder kulturelle Veranstaltungen.
- Vorsteuer (Vorst.): Das ist die Umsatzsteuer, die du selbst bezahlst, wenn du etwas für dein Unternehmen einkaufst. Beispielsweise, wenn du Büromaterial, Rohstoffe oder Maschinen kaufst. Diese Vorsteuer kannst du dir dann vom Finanzamt zurückholen.
Die Differenz zwischen der Umsatzsteuer, die du eingenommen hast, und der Vorsteuer, die du bezahlt hast, ist das, was du letztendlich an das Finanzamt abführen musst (oder zurückbekommst, wenn du mehr Vorsteuer als Umsatzsteuer hattest). Das System dient dazu, eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.
Warum ist das wichtig für Touristen und Expats?
Auch wenn du nicht direkt ein Unternehmen führst, kann das Verständnis dieser Konzepte nützlich sein. Zum Beispiel:
- Rückerstattung der Mehrwertsteuer (VAT Refund): Als Tourist kannst du dir unter Umständen die Mehrwertsteuer auf Einkäufe, die du in Deutschland getätigt hast, zurückerstatten lassen, wenn du die Waren aus der EU ausführst.
- Verständnis von Rechnungen: Wenn du in Deutschland Dienstleistungen in Anspruch nimmst, wirst du Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer erhalten. Wenn du verstehst, wie das System funktioniert, kannst du die Rechnungen besser nachvollziehen.
- Planung deiner Ausgaben: Wenn du größere Anschaffungen planst, solltest du die Umsatzsteuer berücksichtigen, da sie einen erheblichen Teil des Preises ausmacht.
Die Grundlagen der Buchungssätze
Ein Buchungssatz ist eine Art „Kurzmitteilung“ für die Buchhaltung. Er beschreibt, welche Konten im Soll und Haben berührt werden, wenn ein Geschäftsvorfall stattfindet.
Die Grundregel lautet: Soll an Haben.
Das bedeutet, dass der Betrag, der im Soll gebucht wird, immer dem Betrag entsprechen muss, der im Haben gebucht wird. Stell dir vor, es ist wie eine Waage, die immer im Gleichgewicht sein muss.
Wichtige Konten
Bevor wir zu den Übungen kommen, müssen wir einige wichtige Konten kennen:
- Bank: Hier werden deine Geldeingänge und -ausgänge verbucht.
- Kasse: Für Bargeldtransaktionen.
- Wareneinkauf: Für den Einkauf von Waren, die du verkaufen möchtest.
- Warenverkauf: Für den Verkauf von Waren.
- Vorsteuer: Hier wird die Vorsteuer gebucht, die du bezahlt hast.
- Umsatzsteuer: Hier wird die Umsatzsteuer gebucht, die du eingenommen hast.
- Verbindlichkeiten: Schulden, die du gegenüber Lieferanten hast.
- Forderungen: Geld, das dir Kunden schulden.
Übungen mit Lösungen
Jetzt wird es spannend! Wir werden einige typische Geschäftsvorfälle durchgehen und die entsprechenden Buchungssätze erstellen.
Übung 1: Einkauf von Büromaterial
Du kaufst Büromaterial für 119 € (inkl. 19% USt.) bar.
Lösung:
Zuerst müssen wir die Vorsteuer herausrechnen. Die 119 € sind 119% (100% Nettopreis + 19% Umsatzsteuer). Also:
Nettopreis: 119 € / 1,19 = 100 €
Vorsteuer: 119 € - 100 € = 19 €
Der Buchungssatz lautet:
Büromaterial 100 € an Kasse 119 €
Vorsteuer 19 € an Kasse
Erklärung:
- Büromaterial wird im Soll gebucht, weil dein Bestand an Büromaterial zunimmt.
- Vorsteuer wird ebenfalls im Soll gebucht, weil du einen Anspruch gegenüber dem Finanzamt hast.
- Kasse wird im Haben gebucht, weil dein Bargeldbestand abnimmt.
Übung 2: Verkauf von Waren
Du verkaufst Waren für 595 € (inkl. 19% USt.) und der Kunde bezahlt bar.
Lösung:
Nettopreis: 595 € / 1,19 = 500 €
Umsatzsteuer: 595 € - 500 € = 95 €
Der Buchungssatz lautet:
Kasse 595 € an Warenverkauf 500 €
Kasse an Umsatzsteuer 95 €
Erklärung:
- Kasse wird im Soll gebucht, weil dein Bargeldbestand zunimmt.
- Warenverkauf wird im Haben gebucht, weil deine Umsatzerlöse steigen.
- Umsatzsteuer wird ebenfalls im Haben gebucht, weil du eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt hast.
Übung 3: Kauf von Waren auf Rechnung
Du kaufst Waren für 238 € (inkl. 19% USt.) auf Rechnung.
Lösung:
Nettopreis: 238 € / 1,19 = 200 €
Vorsteuer: 238 € - 200 € = 38 €
Der Buchungssatz lautet:
Wareneinkauf 200 € an Verbindlichkeiten 238 €
Vorsteuer 38 € an Verbindlichkeiten
Erklärung:
- Wareneinkauf wird im Soll gebucht, weil dein Warenbestand zunimmt.
- Vorsteuer wird im Soll gebucht, weil du einen Anspruch gegenüber dem Finanzamt hast.
- Verbindlichkeiten wird im Haben gebucht, weil du eine Schuld gegenüber dem Lieferanten hast.
Übung 4: Bezahlung einer Rechnung
Du bezahlst eine Rechnung über 238 € (siehe Übung 3) per Banküberweisung.
Lösung:
Der Buchungssatz lautet:
Verbindlichkeiten 238 € an Bank 238 €
Erklärung:
- Verbindlichkeiten wird im Soll gebucht, weil deine Schulden gegenüber dem Lieferanten abnehmen.
- Bank wird im Haben gebucht, weil dein Bankguthaben abnimmt.
Übung 5: Verkauf von Dienstleistungen
Du verkaufst Dienstleistungen für 1190 € (inkl. 19% USt.) auf Rechnung.
Lösung:
Nettopreis: 1190 € / 1,19 = 1000 €
Umsatzsteuer: 1190 € - 1000 € = 190 €
Der Buchungssatz lautet:
Forderungen 1190 € an Umsatzerlöse 1000 €
Forderungen an Umsatzsteuer 190 €
Erklärung:
- Forderungen wird im Soll gebucht, weil du einen Anspruch gegenüber dem Kunden hast.
- Umsatzerlöse wird im Haben gebucht, weil deine Umsatzerlöse steigen.
- Umsatzsteuer wird ebenfalls im Haben gebucht, weil du eine Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt hast.
Zusätzliche Tipps und Hinweise
- Buchhaltungssoftware: Es gibt viele Buchhaltungsprogramme, die dir die Arbeit erleichtern. Sie buchen die Geschäftsvorfälle automatisch und erstellen Berichte.
- Steuerberater: Wenn du dich unsicher fühlst, solltest du einen Steuerberater konsultieren. Er kann dir bei allen Fragen rund um die Buchhaltung und Steuern helfen.
- Kleinunternehmerregelung: Wenn dein Umsatz im Vorjahr unter 22.000 € lag und im laufenden Jahr voraussichtlich unter 50.000 € liegen wird, kannst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Das bedeutet, dass du keine Umsatzsteuer erheben und abführen musst.
Fazit
Wir hoffen, dieser kleine Einblick in die Welt der Buchungssätze mit Vorsteuer und Umsatzsteuer hat euch geholfen. Auch wenn es am Anfang etwas kompliziert erscheinen mag, ist es mit etwas Übung gut zu meistern. Denkt daran: Übung macht den Meister! Und selbst wenn ihr kein Experte werden wollt, ein grundlegendes Verständnis kann euch im Alltag und bei euren Reiseplänen in Deutschland sehr nützlich sein. Viel Erfolg!
