Bulls Sharptail Street 3 Disc 27 5
Manchmal stolpere ich über Dinge, von denen ich dachte, sie wären total unspektakulär. So wie neulich. Ich war beim Fahrradhändler meines Vertrauens – nennen wir ihn mal Günther, weil…naja, weil er Günther heißt – um die Klingel meines alten Drahtesels zu reparieren (die klingt jetzt übrigens wie ein betrunkener Frosch, aber das ist eine andere Geschichte). Und da stand es. Ein Fahrrad. Ein Bulls Sharptail Street 3 Disc 27.5. Okay, dachte ich, ein Fahrrad. Gibt schlimmeres.
Ich muss zugeben, Fahrräder und ich, das ist so eine Hassliebe. Ich liebe es, Fahrrad zu fahren, aber ich hasse es, mir Gedanken über Schaltung, Bremsen und Reifengrößen zu machen. Das ist wie mit Wein: Trinken super, darüber reden nervt. Also, das Bulls Sharptail stand da so rum, unauffällig wie ein Beamter im Urlaub. Und dann sagte Günther diesen einen Satz: "Das Ding ist wie ein Schweizer Taschenmesser, nur eben mit Rädern."
Und plötzlich war ich interessiert. Ein Schweizer Taschenmesser auf Rädern? Was soll das denn heißen? Günther grinste. "Na, du kannst damit zur Arbeit fahren, kleine Touren am Wochenende machen, vielleicht sogar mal nen Feldweg unsicher machen. Und dank der Scheibenbremsen bleibst du auch bei Regen nicht an der nächsten Laterne kleben."
Die Sache mit den Bremsen
Scheibenbremsen! Das klang irgendwie nach Actionfilm. Ich hatte bisher immer nur Felgenbremsen. Die funktionierten im Prinzip, aber wenn es regnete, fühlte sich das Bremsen immer an, als würde man versuchen, einen Eisblock mit Pudding zu stoppen. Günther erklärte mir, dass die Scheibenbremsen beim Sharptail auch bei Nässe ordentlich zupacken. Ich stellte mir vor, wie ich lässig bei strömendem Regen an der Ampel zum Stehen komme, während alle anderen Autofahrer neidisch gucken. Ein bisschen übertrieben vielleicht, aber die Vorstellung gefiel mir.
Die Entdeckung des inneren Abenteurers
Das Bulls Sharptail Street 3 Disc 27.5 ist aber nicht nur ein Alltagsheld, sondern kann auch ein bisschen Abenteuer. Günther erzählte mir von einem Kunden, der damit sogar kleine Mountainbike-Strecken gefahren ist. Okay, ich bin jetzt nicht gerade der Typ für waghalsige Downhill-Abenteuer, aber die Vorstellung, mal einen Feldweg zu erkunden, ohne Angst haben zu müssen, dass mein Fahrrad gleich auseinanderfällt, fand ich ziemlich verlockend.
Ich stellte mir vor, wie ich durch blühende Felder fahre, die Sonne im Gesicht, der Wind in den Haaren (okay, eigentlich weht der Wind mir nur meine wenigen Haare durcheinander, aber egal). Und am Ende des Tages sitze ich dann mit einem Eis in der Hand in einem kleinen Café und fühle mich wie ein Held. Ein kleiner, unspektakulärer Held, aber immerhin ein Held.
Die Farbe des Glücks
Und dann war da noch die Sache mit der Farbe. Das Sharptail, das bei Günther stand, war in einem matten Grau gehalten. Nicht besonders aufregend, aber irgendwie…solide. Aber dann zeigte mir Günther den Katalog. Und da war es: Ein Bulls Sharptail in einem knalligen Türkis. Türkis! Ich bin ja eigentlich kein Freund von knalligen Farben, aber dieses Türkis hatte etwas. Es erinnerte mich an Urlaub, an Meer, an Cocktails mit kleinen Schirmchen. Günther meinte nur grinsend: "Das ist die Farbe des Glücks."
Ich weiß nicht, ob Türkis wirklich die Farbe des Glücks ist, aber in dem Moment fühlte es sich so an. Ich stellte mir vor, wie ich mit meinem türkisfarbenen Bulls Sharptail durch die Stadt fahre und gute Laune verbreite. Wie ich alle zum Lächeln bringe. Wie ich…naja, vielleicht nicht die Welt rette, aber zumindest den Tag ein bisschen besser mache.
Am Ende habe ich es nicht gekauft. Noch nicht. Aber ich habe es Probe gefahren. Und es fühlte sich gut an. Es fühlte sich an wie ein guter Freund, der immer für einen da ist. Der einen zur Arbeit bringt, mit dem man kleine Abenteuer erleben kann und der einen auch bei Regen nicht im Stich lässt. Ein Freund mit Scheibenbremsen und vielleicht in Zukunft auch in Türkis.
Und das ist vielleicht das Überraschende an so einem vermeintlich unspektakulären Fahrrad wie dem Bulls Sharptail Street 3 Disc 27.5: Es ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Es ist ein Begleiter, ein Freund, ein kleines Stück Freiheit auf zwei Rädern. Und wer weiß, vielleicht ist es ja auch ein bisschen die Farbe des Glücks.
Ach ja, und die Klingel meines alten Fahrrads klingt immer noch wie ein betrunkener Frosch. Aber das ist, wie gesagt, eine andere Geschichte.
