Büsingen Am Hochrhein Im Zweiten Weltkrieg
Stellt euch vor, ihr wohnt in einem Dorf, das so klein ist, dass die Kühe wahrscheinlich jeden Nachbarn beim Vornamen kennen. Und jetzt stellt euch vor, dieses Dorf liegt komplett inmitten eines anderen Landes! Klingt verrückt, oder? Willkommen in Büsingen am Hochrhein!
Dieses kleine Fleckchen Erde, malerisch am Rhein gelegen, ist eine deutsche Exklave, komplett umschlossen von der Schweiz. Das bedeutet, man verlässt Deutschland, um in… Deutschland zu bleiben. Ist das nicht herrlich kompliziert? Und dann kam der Zweite Weltkrieg! Plötzlich wurde die Sache noch viel, viel interessanter.
Ein Dorf im Niemandsland?
Während Europa in Flammen stand, lebten die Büsingener in ihrer kleinen Blase weiter. Sie waren zwar deutsch, aber irgendwie auch nicht so richtig. Die Schweiz war neutral, und Büsingen… naja, Büsingen war halt Büsingen. Ein bisschen wie ein Zuschauer, der popcornmampfend zusieht, wie sich die Welt um ihn herum in einem gigantischen Actionfilm befindet.
Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Der Postbote, der von Deutschland kam, musste durch die Schweiz, um die Post nach Büsingen zu bringen. Er brauchte also quasi einen Mini-Reiseführer und wahrscheinlich einen Schweizerdeutsch-Crashkurs. "Grüezi! Ich hab' da 'nen Brief aus Berlin!"
Die eigentliche Frage ist natürlich: Was passierte in Büsingen während des Krieges? Wurde das Dorf bombardiert? Gab es wilde Schießereien in den Gassen? Hatten die Kühe Tarnanzüge an? Nun, nicht ganz. Aber es gab durchaus einige kuriose Situationen.
Schweizer Einfluss, deutsche Traditionen
Da Büsingen so eng mit der Schweiz verbunden war, spürte man den Einfluss der Eidgenossen deutlich. Viele Büsingener arbeiteten in der Schweiz, kauften dort ein und fühlten sich dem Nachbarland verbunden. Das bedeutete, dass die Büsingener, obwohl deutsch, eine gewisse Distanz zum Kriegsgeschehen hielten. Man versuchte, so gut es ging, das normale Leben aufrechtzuerhalten.
Das war allerdings leichter gesagt als getan. Denn Büsingen war ja eben doch deutsch. Und Deutschland war im Krieg. Also, was tun? Die Lösung war, sich ein bisschen wie ein Chamäleon zu verhalten. Man passte sich an die jeweilige Situation an. Mal war man mehr deutsch, mal mehr schweizerisch. Hauptsache, man blieb unbeschadet.
Stellt euch vor, die Dorfbewohner sitzen abends zusammen und diskutieren: "Sollen wir heute Abend 'Heil Hitler' rufen oder lieber 'Guet Nacht' sagen?" Eine schwierige Entscheidung, die vermutlich mit einem salomonischen Kompromiss gelöst wurde: "Wir singen einfach ein Jodellied!"
"Die Büsingener waren Meister der Improvisation,"schrieb ein Lokalhistoriker einmal. Und er hatte Recht. Sie lebten in einer Grauzone, in der die Regeln nicht immer eindeutig waren. Sie mussten kreativ sein, um zu überleben.
Ein bisschen Spionage, ein bisschen Schmuggel
Natürlich gab es auch Gerüchte über Spionage und Schmuggel. Wer weiß, vielleicht versteckte sich ein britischer Agent in einem Heuhaufen auf einem Büsingener Bauernhof. Oder vielleicht tauschten die Büsingener Wurst gegen Schweizer Schokolade. Die Wahrheit ist, dass wir es wahrscheinlich nie genau erfahren werden. Aber es ist schön, sich vorzustellen, wie die Büsingener im Geheimen kleine Abenteuer erlebten.
Man stelle sich vor, die Oma backt einen Kuchen und versteckt darin geheime Botschaften für den Widerstand. Und der Opa schmuggelt Zigaretten in seiner Hosentasche. Büsingen war eben nicht nur ein kleines Dorf, sondern auch ein Mikrokosmos der großen Weltgeschichte.
Der Zweite Weltkrieg ging auch an Büsingen nicht spurlos vorbei. Aber die Büsingener bewiesen, dass man auch in schwierigen Zeiten seinen Humor und seine Lebensfreude bewahren kann. Sie lebten in einer außergewöhnlichen Situation und meisterten sie auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Und auch heute noch ist Büsingen ein besonderer Ort. Ein kleines Stück Deutschland, das sich in der Schweiz versteckt. Ein Ort, an dem die Grenzen verschwimmen und die Menschen ihren ganz eigenen Weg gehen. Wenn ihr also mal in der Gegend seid, solltet ihr unbedingt einen Abstecher nach Büsingen machen. Es lohnt sich!
Denn wo sonst kann man schon sagen: "Ich bin gerade aus Deutschland in die Schweiz gefahren, um wieder nach Deutschland zu kommen?" Eben!
