Bwl Freie Universität Berlin
Okay, lasst uns ehrlich sein. Die FU Berlin. Klingt erstmal fancy, oder?
Ich meine, "Freie Universität". Klingt nach Freiheit, nach Blumenkränzen und philosophischen Debatten im Grunewald. Und ja, ein bisschen davon stimmt vielleicht sogar. Aber... da gibt's auch 'ne Kehrseite.
Der Dahlem-Dschungel
Erstens: Dahlem. Wer hat sich eigentlich entschieden, die Uni da hinzupflanzen? Okay, ist 'ne nette Gegend. Ruhig. Grün. Aber eben auch... ruhig. So ruhig, dass man fast 'nen Nervenzusammenbruch kriegt, wenn man nachmittags 'nen Kaffee will und feststellt, dass der nächste Bäcker gefühlt in Brandenburg liegt.
Und dann dieser Campus! Ein Irrgarten aus Instituten, Bibliotheken und versteckten Hinterhöfen. Man verbringt die ersten Semester damit, verzweifelt nach dem richtigen Raum zu suchen. Und selbst im fünften Semester verirrt man sich noch regelmäßig.
Die Mensa-Mythen
Ach, die Mensa. Ein eigenes Kapitel für sich. Die Schlangen sind legendär. Die Auswahl... naja, sagen wir mal, sie ist "interessant". Und das Ambiente? Kantinen-Charme der 70er. Aber hey, wenigstens ist es günstig. (Meistens.)
Ich behaupte mal ganz frech: Die FU Berlin ist wie 'ne langjährige Beziehung. Am Anfang ist man total verliebt in die Idee, die Freiheit, die Möglichkeiten. Dann kommt der Alltag. Der Dahlem-Alltag. Und man realisiert, dass man sich vielleicht doch 'n bisschen mehr Trubel gewünscht hätte.
Die "Freiheit" der FU
Apropos Freiheit: Die ist schon da, keine Frage. Aber die FU Berlin verlangt einem auch einiges an Eigeninitiative ab. Hier wird einem nichts hinterhergetragen. Man muss sich selbst kümmern, selbst organisieren, selbst motivieren. Klingt gut, ist aber manchmal auch ganz schön anstrengend.
Und die Studis? Ein bunter Haufen. Von hochmotivierten Überfliegern bis zu ewigen Studenten, die seit zehn Jahren an ihrer Bachelorarbeit schreiben. Alles dabei. Aber irgendwie... irgendwie gehört das ja auch dazu.
Unbeliebte Meinung incoming!
Und jetzt kommt meine unbeliebte Meinung: Die FU Berlin ist vielleicht nicht die coolste Uni in Berlin. Nicht die hippste. Nicht die zentralste. Aber sie hat 'nen gewissen Charme. Einen Dahlem-Charme, der einen irgendwie doch ans Herz wächst.
Und mal ehrlich: Wer kann schon von sich behaupten, seinen Abschluss in 'nem Campus erworben zu haben, der so weitläufig ist, dass man ihn fast schon als Naherholungsgebiet bezeichnen könnte?
Also, ja, die FU Berlin ist vielleicht 'n bisschen speziell. Aber genau das macht sie ja auch aus. Sie ist 'n bisschen wie 'n alter, bequemer Sessel. Nicht unbedingt modern, aber irgendwie doch gemütlich. Und man weiß, was man hat. (Oder zumindest, wo die Bibliothek sein sollte... ungefähr.)
Und außerdem: Wenn man's geschafft hat, sich durch den Dahlem-Dschungel zu kämpfen, dann kann einen im Leben eh nichts mehr schocken.
Also, liebe zukünftigen FU-Studis: Macht euch bereit für 'ne Achterbahnfahrt der Gefühle. Aber vergesst nicht: Am Ende des Tages ist die FU Berlin auch nur 'ne Uni. Mit all ihren Macken und Eigenheiten. Und vielleicht, ganz vielleicht, werdet ihr sie ja am Ende doch lieben lernen.
Oder zumindest akzeptieren. Das ist ja auch schon was, oder?
